Psychologischer Wochentipp: (Neu-) Start ins Berufsleben

Diplompsychologe Tim Glogner gibt Tipps und Empfehlungen, wie man sich optimal auf einen (Neu-) Start ins Berufsleben vorbereiten kann.

Jeder Mensch, unabhängig von etwaigen „Behinderungen“, verfügt über schöpferische, ganz individuelle und originelle Talente. Vielleicht haben Sie Ihre Talente schon irgendwann in der Vergangenheit zumindest ansatzweise ausgeübt? Vielleicht sind Ihre Talente auch wie „schlummernde Potentiale“, die bislang nicht gelebt werden konnten, aber sich vielleicht jetzt umsetzen lassen?

Spüren Sie in sich hinein. Was finden Sie dort?

Hineinspüren kann als inneres Lauschen, ein Ergründen verstanden werden, bei dem man sich ganz ehrlich die Frage stellt: „Was kann durch mich in die Welt gebracht werden?“
Gehen Sie dieser Frage eine paar Minuten nach.

Allgemeiner Sinn, sich Zeit nehmen in sich hineinzuspüren

Ergründen Sie auf die gleiche Weise, welche Struktur, welche Lebensweise Sie durch eine neue Arbeit unterstützen wollen.

Fragen Sie sich: „Was will ich mit meinem neuen Job und Geld, das ich verdiene, machen? Wie will ich mein Leben positiv verändern?“ Stellen Sie sich alles bildlich vor. Fragen Sie sich weiter: „Womit kann ich auch dem Allgemeinwohl, aber auch dem Einzelnen als Vorbild dienen? Auch mein Leben ist ein Vorbild für andere.“

Ein einfaches Beispiel: Bevor ich Jobchancen ausschlage, weil sie nicht zu 100 Prozent meinen Vorstellungen entsprechen, probiere ich es. Ich wage etwas. Ich bin mutig. Ich bin ein positives Vorbild für andere.

Bewerbungsschreiben

Ob man die Behinderung bereits im Bewerbungsschreiben erwähnen soll oder nicht, ist eine oft gestellte Frage. Lesen Sie bitte hierzu die Tipps unserer Bewerbungsexperten.

Portraitbild Tim Glogner (Foto: Tim Glogner)
MyHandicap-Diplompsychologe Tim Glogner

Wert der „Behinderung“ hervorheben

Wichtig ist, nicht nur den Fokus auf das zu legen, was nicht mehr geht, sondern auf das, was Sie gut können. Welche Talente und Interessen konnten/mussten gerade auf Grund der individuellen „Behinderung“ parallel entwickelt werden? Auf Grund der „Behinderung“ hat jeder konkrete Alternativfähigkeiten entwickelt, die er ohne „Behinderung“ nicht erlernt hätte. Denken Sie einige Minuten darüber nach und schreiben Sie auf, was Ihnen einfällt.

Das Vorstellungsgespräch: Beruhigen Sie sich selbst!

Juhe! Es ist geschehen: Sie werden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Vielleicht setzt Aufregung ein. Vielleicht sagen Sie sich: „Wie werde ich das bloß schaffen? Das darf ich auf keinen Fall vermasseln. Ich darf ja nichts „falsch machen.“

Versuchen Sie, das alles zuzulassen und einfach zu beobachten. Sie können zulassen, dass Sie in diesen „inneren Aufruhr“ mit ihrer Aufmerksamkeit sinken und Sie können in der Tiefe des Aufruhrs eine tiefe Gelassenheit finden. Vielleicht können Sie so den „Aufruhr“ sogar ein wenig genießen

Seien Sie selbstbewusst

Sie können tief einatmen und sich sagen: „Ich bin, wie ich bin, ich gebe mein Bestes.“ Bereiten Sie sich auf das Vorstellungsgespräch vor, informieren Sie sich über das Unternehmen, die Stelle. So gut, dass Sie selbst fühlen, dass sie gut vorbereitet sind.

Sagen Sie sich: „Dass ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurde und nun auch hingehe, ist schon ein großer Erfolg! Das bleibt auch dann so, wenn es mit dieser Arbeit nicht klappen sollte.“

Stellen Sie sich dem Vorstellungsgespräch ohne den Erwartungsdruck, dass etwas klappen muss. Sie wissen: Ich habe ja mein Bestes bist jetzt getan! Aber: Sollte ich den Job nicht bekommen, dann nehme ich das gelassen hin, und vertraue, dass das Ganze vielleicht sogar eine wichtige Erfahrung war, wahrscheinlich aber eben nichts für mich. Ich bin schon zwei Schritte vorwärts gegangen, bis zum Bewerbungsgespräch, jetzt kommt ein „Rückschritt“ (Nichteinstellung), welcher vielleicht gar keiner ist. In jedem Fall bin ich vorwärts gekommen.

Bleiben Sie mutig und gelassen! Viel Erfolg!

Über Ihre Erfahrungen und Ihr Feedback freut sich,

Ihr Tim Glogner, Diplompsychologe

Text: TGL / IRÖ

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