Die Behandlung einer Posttraumatischen Belastungsstörung

Gesicht einer Frau mit Verletzungen (Harry Hautumm/pixelio.de)
Persönlich erlebte Gewalt ist ein traumatisches Erlebnis mit schwerwiegenden Folgen. (Harry Hautumm/pixelio.de)

Menschen, die eine PTBS erleiden, wird das Leben quasi auf den Kopf gestellt. Eine Behandlung ist möglich, erfordert aber auch einen langen Atem.

Abhängig von der Persönlichkeit, den Erfahrungen und dem Umfeld kann das Trauma einen betroffenen Menschen enorm destabilisieren. In der Regel sind von einer Posttraumatischen Belastungsstörung alle Lebensbereiche betroffen. Man kann sich nicht mehr auf den Beruf konzentrieren, unter der Teilnahmslosigkeit leidet das persönliche Umfeld, Freizeitbeschäftigungen finden nicht mehr statt, jegliche Lebensplanung wird eingestellt.

Keine Schwäche

Eine große Verzweiflung nach einem so einschneidenden Erlebnis ist normal und kein Zeichen von Schwäche. Was bei allen Betroffenen gleich ist: Körper und Geist brauchen nach einem so tiefgreifenden Ereignis vor allem Zeit und die Unterstützung des persönlichen Umfelds, um die schrecklichen Erfahrungen verarbeiten zu können.

Erst wenn nach mehreren Wochen oder Monaten die Symptome nicht abklingen oder gar neue hinzukommen, kann man davon ausgehen, das sich aus der Belastungsreaktion eine Belastungsstörung entwickelt hat. Oftmals setzen die obgenannten Symptome aber auch erst Wochen, Monate oder Jahre nach dem traumatischen Erlebnis ein.

Stabilisierung, Bearbeitung und Reintegration

Die Behandlung einer Posttraumatischen Belastungsstörung ist schwierig und langwierig. Sie erfordert von allen Seiten große Geduld und Verständnis. Mit den Mitteln moderner Psychotherapie und allenfalls dem gezielten Einsatz angstlösender Medikamente und Antidepressiva lassen sich die Konsequenzen traumatischer Ereignisse in den Griff kriegen.

Die Grundlage von Behandlungen einer Posttraumatischen Belastungsstörung ist immer, dass die Traumatisierung in der Vergangenheit liegen muss. Es ist nicht möglich, eine Behandlung durchzuführen, während Betroffene noch in einer traumatisierenden Situation sind. Für die psychologische Behandlung stehen heute viele unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Viele wurden speziell für die Traumabehandlung entwickelt worden und gründen auf unterschiedlichen Ergebnissen der Forschung zu Traumaauswirkungen.

In der Regel umfasst die psychologische Behandlung drei Stufen: Die Stabilisierung, die Traumabearbeitung und die Reintegration. Es geht darum, Ängste, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten abzubauen, Erinnerungen und Bilder zu bewältigen und schließlich das traumatische Geschehen in die persönliche Lebensgeschichte einzuordnen.

Ergänzend können viel Bewegung und verschiedene Entspannungstechniken den Betroffenen helfen, über das Erlebte hinwegzukommen.


Text: Patrick Gunti – 06/2011

Fotos: pixelio.de

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