Mobbing: Professionelle Hilfe im Extremfall

Dr. Eva-Maria Groh. (Bild: Dr. Eva-Maria Groh)
Mobbing kann den Verlust der Arbeitsfähigkeit zur Folge haben, so die Diplomspychologin. (Bild: Dr. Eva-Maria Groh)

Die schwerwiegendsten negativen Folgen von Mobbing können unter anderem im Verlust der Arbeitsfähigkeit und der seelischen Gesundheit sowie einer Verringerung der allgemeinen Lebensfreude und -zufriedenheit der Betroffenen liegen. Oftmals kann es sogar so weit gehen, dass die Betroffenen professionelle Hilfe in Anspruch nehmen müssen oder wollen, weil sie durch die Mobbing-Erfahrung entsprechend belastet sind.

Hierbei sind dann Gründe, warum Menschen eine Therapie in Anspruch nehmen zum Beispiel Depression (arbeitsbedingte Depression auch im Sinne eines so genannten Burn-Out) oder Angststörungen, weil sich zum Beispiel Panikattacken am Arbeitsplatz einstellen, aber auch schwere Selbstzweifel oder der Verlust von jeglicher positiver sozialer Einbettung am Arbeitsplatz.

Wichtig ist hier, dass man nicht vergisst, dass diesen Entwicklungen gegengesteuert werden kann und gut evaluierte und nachweislich nützliche Therapie-Programme und Methoden helfen können.

Kompetenz "Nein-Sagen-Können"

Eine Sache, die sich zum Beispiel anbieten kann, wäre im Rahmen einer Verhaltenstherapie dann auch ein Training Sozialer Kompetenzen durchzuführen. Mithilfe eines solchen Trainings können das Setzen von Grenzen, Nein-Sagen, Durchsetzen eigener Interessen geübt werden und man lernt, anderen auch mal besser die Stirn bieten zu können.

Das kann, selbst wenn es für die akute Problematik nicht mehr hilfreich ist und etwa ein Wechsel der Arbeitsstelle unabwendbar ist, für den Start in der neuen Arbeit sehr hilfreich sein. Zentral ist der Hinweis, dass auch im Falle von Mobbing niemand „Opfer“ bleiben muss, sondern durch eigene Anstrengung seine Situation verändern kann. Hierbei kann ein erfahrener Psychologischer Psychotherapeut umfassende Unterstützung bieten.

Mobbing-Beauftragten im Unternehmen kontaktieren

Generell steht es von Mobbing Betroffenen zudem auch von Gesetz wegen zu, sich zu wehren. Gewerkschaften und entsprechende Initiativen können ein erster Anlaufpunkt sein. Manche Firmen haben auch einen internen Mobbing-Beauftragten oder im Betriebsrat einen zuständigen Ansprechpartner. Ein erster Schritt kann sein, sich hier Information und Hilfe zu holen. Auch ein Anwalt für Arbeitsrecht kann einem Betroffenen dabei helfen, sich erfolgreich zu wehren.

Es gibt eine Reihe von Initiativen, die sich dem Kampf gegen Mobbing verschrieben haben. Mit deren Hilfe lassen sich auch weiterführende Kontakte knüpfen, zu Experten wie auch anderen Betroffenen, so dass ein vielfältiges Angebot an Unterstützungsmöglichkeiten organisiert werden kann. Um nur ein paar Beispiele zu nennen:

Kinder und Jugendliche

Erwachsene

  • www.fairness-stiftung.de liefert Information bei Mobbing und setzt sich für eine faire Unternehmenskultur ein
  • www.mobbing-net.de ist ein Verein für Arbeitsschutz und Gesundheit, der systemische Mobbingberatung und Mediation anbietet
  • www.bmwa.de: der Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt liefert Informationen über Mediation und auch Adressen von Mediatoren
  • www.baua.de: die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin stellt vielfältige Informationen zur Verfügung, unter anderem auch den Mobbingbericht der Bundesregierung (siehe auch Quellenangabe 3)
  • www.vpsm.de: dieser Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing bietet Beratung für Betroffene/Unternehmen und führt auch Schlichtung/Mediation durch (kostenpflichtig)

Als Erstanlaufstelle sowie für den Austausch eignet sich selbstverständlich auch das MyHandicap-Forum.

 

Text: Dr. Eva-Maria Groh – 02/2012

Bild: Dr. Eva-Maria Groh

Die Autorin unterhält keine Verbindung zu einer der genannten Institutionen, ihre Recherche ist frei im Internet erfolgt.

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