Symptome und Definitionen von Depression

Mann hält sich die Hände vor sein Gesicht (Gerd Altmann/pixelio.de)
Depression ist mehr als nur Niedergeschlagenheit: Erkennen Sie die entscheidenden Symptome. (Gerd Altmann/pixelio.de)

Was macht eine Depression genau aus, was unterscheidet sie von normaler Nieder-geschlagenheit und welche Symptome sind typisch dafür? Erfahren Sie zudem, wie die Weltgesundheitsorganisation die verschiedenen Formen klassifiziert.

Spricht man von einer Depression, werden in der Psychiatrie auch die Begriffe depressive Episode und rezidivierende depressive Störung verwendet. Je nach Verlauf werden entsprechend der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fünf Formen von Depression definiert:

  • Erstmals auftretende depressive Episode: einige der typischen Symptome einer Depression treten zum ersten Mal auf und halten mindestens zwei Wochen an.
  • Wiederkehrende (rezidivierende) Depression: eine depressive Episode tritt zum wiederholten Mal auf.
  • Dysthyme Störung: Die Symptome einer Depression treten in geringer Zahl und leichter Ausprägung auf. Jedoch zeigen sie sich kontinuierlich über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren.
  • Anpassungsstörungen: Depressive Symptome treten infolge eines einschneidenden Erlebnisses beziehungsweise einer gravierenden Lebensveränderung auf. Dabei sind die Symptome weniger zahlreich und dauern nicht so lange an wie bei einer rezidivierenden Depression oder dysthymen Störung.
  • Bipolare Störung: Eine bipolare Störung ist eine Affektstörung, bei der Stimmungen, Antrieb und Aktivität stark schwanken. Dabei treten sowohl depressive Verstimmungen auf als auch Phasen der Euphorie. Betroffene fühlen sich im einen Moment niedergeschlagen, was jedoch kurz darauf in ein extrem gesteigertes Selbstbewusstsein, eine wachsende Konsumneigung und ein vermindertes Schlafbedürfnis umschlagen kann.

Der Definition nach zeichnen sich Depressionen durch einen länger anhaltenden Zustand psychischer Niedergeschlagenheit aus. Zu den Symptomen gehören neben dem Gefühl der Traurigkeit unter anderem auch Ängste, Schlafstörungen, Ermüdungserscheinungen, innere Unruhe, Appetitlosigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, reduziertes Selbstbewusstsein, eine Neigung zum Nachdenken (Grübelneigung), Schuldgefühle oder körperliche Beschwerden (zum Beispiel Magenschmerzen).

Viele Betroffene verspüren außerdem ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, der Sinn-Leere, das sich bei starker Ausprägung auch in suizidalen Tendenzen äußern kann. Stark depressive Menschen empfinden ihr Leben dann nicht mehr als lebenswert, sehen im Tod die vermeintliche Erlösung. Bei Depressionen treten immer Veränderungen in den Neurotransmittersystemen des Gehirns auf. Außerdem können hormonelle Veränderungen nachgewiesen werden.

Wie eine Depression behandelt werden kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Text: Philipp Jauch - 07/2012

Foto: Gerd Altmann, pixelio.de
 

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