Depression: Behandlung und Therapie

SOS in Tabletten auf weissem Hintergrund (Andrea Damm /pixelio.de)
Psychisch kranken Personen kann durch die passenden Medikamente oft geholfen werden. Welche Präparate geeignet sind, kann der Facharzt durch verschiedene Untersuchungen herausfinden. (Andrea Damm /pixelio.de)

Die Behandlung einer Depression ist komplex. Da die Ursachen der Erkrankung sehr unterschiedlich sind, ist eine individuell auf den Patienten abgestimmte Therapie das Mittel der Wahl. Trotz großer Fortschritte bei der Entwicklung von neuen Medikamenten wirken Antidepressiva nicht bei allen Betroffenen gleich gut.

Daher sollten Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, mit ihrem Facharzt über die verschiedenen Behandlungsmethoden sprechen und gegebenenfalls medikamentöse Behandlung, physikalische Maßnahmen und Psychotherapie verbinden.

Depression und ihre Ursachen: Bei Niedergeschlagenheit offen mit dem Arzt sprechen

Ob man an einer Depression erkrankt, hängt unter anderem von der genetischen Disposition ab, etwa wenn Depressionen in der Familie vorhanden waren und eine entsprechende Veranlagung von den Eltern „vererbt“ wurde. Hinzu kommen meist die persönlichen Lebensumstände, wie beispielsweise der Verlust des Partners oder der Tod eines nahe stehenden Menschen. Derartige Ereignisse werden von jedem Einzelnen unterschiedlich gut bewältigt und können auch zu seelischen Leiden führen.

Menschen, die erste Anzeichen einer Depression verspüren, beispielsweise Niedergeschlagenheit, anhaltend schlechter Schlaf oder körperliche Beschwerden, sollten sich unbedingt an einen Arzt wenden. Er kann durch eine umfassende Untersuchung feststellen, ob organische Ursachen vorliegen oder ein seelisches Leiden in Betracht gezogen werden muss.

Das ist gerade deshalb sehr wichtig, weil körperliche Erkrankungen mitunter dieselben Symptome aufweisen können wie eine Depression. Die Kernspinntomographie, auch Magnetresonanztherapie (MRT) genannt, ist bei der Diagnose ein wirksames Verfahren, um Strukturveränderungen im Gehirn, wie sie bei einer Depression häufig auftreten, zu erkennen und zu interpretieren.

Depressionen mit Medikamenten therapieren

Insbesondere bei schweren Depressionen ist die medikamentöse Behandlung mit zumindest einem Antidepressivum angezeigt. Häufig werden auch mehrere Präparate kombiniert. Trotz großer Fortschritte in der Erforschung neuer Substanzen erzielen die Medikamente noch immer nicht bei allen Patienten den gewünschten Erfolg.

So dauert es sechs bis acht Wochen, bis Patienten durch die Einnahme von Antidepressiva eine deutliche Besserung ihres Gesundheitszustandes verspüren, wobei der Erfolg durch die Medikamentierung nur bei 60 bis 70 Prozent der Betroffenen einsetzt. Welche Arzneimittel eingesetzt werden können, ist individuell verschieden, zumal auch Neben- und Wechselwirkungen auftreten können, die von möglichen weiteren Erkrankungen und der Einnahme zusätzlicher Medikamente abhängig sind.

Um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen, sollten Betroffene die vom Facharzt verordneten Medikamente immer in der vorgeschriebenen Dosierung einnehmen und niemals eigenmächtig absetzten – selbst, wenn man eine Besserung des Gesundheitszustandes wahrnimmt.

Schwarzweiss Bild eines älteren Mannes, der seinen Kopf abstützt (Foto: Gerd Altmann/pixelio.de)
Wer an einer Depression leidet, fühlt sich häufig niedergeschlagen und hat nicht die Kraft für Körperliche Aktivitäten. (Foto: Gerd Altmann/pixelio.de)

Depressionen mit Psychotherapie behandeln  

Neben der medikamentösen Behandlung von Depressionen sind auch psychotherapeutische Maßnahmen möglich. Hierbei gibt es eine Reihe verschiedener Behandlungsansätze. So kann  beispielsweise die kognitive Verhaltenstherapie helfen, Denk- und Verhaltensmuster zu identifizieren, die eine Depression auslösen.

In der Therapie wird anschließend versucht, diese Einstellungen und Handlungen derart zu ändern, dass keine negativen Auswirkungen auf die seelische Gesundheit mehr auftreten. Ein weiteres Ziel der Verhaltenstherapie ist es, den Betroffenen zu einer größeren Aktivität zu motivieren. Durch eine körperliche Betätigung, beispielsweise beim Sport, soll ein positives Gefühl entstehen, wodurch die Depressionen gelindert werden können.

Wenn die Ursachen für eine Depression lange Zeit zurückliegen, kann ein tiefenpsychologischer Behandlungsansatz gewählt werden. Durch diese Form der Therapie soll unter anderem Einsicht in Konflikte gewährt werden, die weniger offensichtlich sind, die sich gewissermaßen „unter der Oberfläche“ befinden, die Gefühle und Handlungen der Betroffenen jedoch gleichwohl beeinflussen.

Bei der Behandlung von Depressionen sollten Betroffene immer auch berücksichtigen, welche Therapieform für sie geeignet ist. Neben der Einzelbehandlung gibt es auch verschiedene Angebote in der Gruppentherapie und Selbsthilfegruppen. Dadurch erhalten psychisch kranke Menschen einerseits die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und Erfahrungen zu teilen, andererseits bauen sie Begegnungsängste ab und knüpfen Kontakte zu anderen Menschen. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn sie aufgrund der Depression stark zurückgezogen leben.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten: Lichttherapie und Schlafentzug bei Depressionen

Je nach Ursache und Schwere einer Depression können weitere Therapieformen zur Behandlung angewendet werden. So kommt bei leichten depressiven Episoden unter anderem die Lichttherapie zum Einsatz, bei der sich der Betroffene für rund eine halbe Stunde vor eine helle, weiße Lichtquelle setzt.

Dieses Verfahren kann nicht zuletzt in der kalten Jahreszeit, wenn es draußen insgesamt dunkler ist, eine Verbesserung der psychischen Verfassung bringen. Auch Schlafentzug kann antidepressiv wirken. Allerdings sollte er nur unter strenger medizinischer Aufsicht erfolgern. Eine Untersuchung im Schlaflabor kann überdies helfen, die Schlaf-Wach-Phasen genauer zu analysieren und damit die Diagnose der  Depression zu präzisieren.

Um die körperliche Aktivität und zu Erhöhen und soziale Interaktion zu fördern, eignet sich die Sporttherapie, wobei insbesondere Joggen eine positive Wirkung bei Depressionen hat. Allerdings darf die Empfehlung von Sport nicht derart missverstanden werden, dass depressive Menschen sich lediglich „den Kummer von der Seele trainieren“ sollten. Gerade bei schweren Verlaufsformen sind Betroffene häufig nicht in der Lage, aus eigenem Antrieb Aktivitäten zu planen und sich körperlich zu betätigen.     


Text: Philipp Jauch – 08/2012

Fotos: pixelio.de

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