Anzeichen einer Depression

Müde und antriebslos: Das können Anzeichen einer Depression sein.

Auch wenn man die Entstehung einer Depression meist auf ein Bündel individuell zusammenwirkender Ursachen zurückführen kann und sie sich sehr vielfältig äussern kann, so gibt es doch charakteristische Anzeichen.

Charakteristische Anzeichen einer Depression sind zum Beispiel das Gefühl, nichts mehr empfinden zu können, freudlos, mut- und antriebslos sowie kraftlos zu sein. Alles was früher Spass machte, erscheint plötzlich bedeutungslos, selbst einfache Tätigkeiten werden als anstrengend empfunden.

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Unipolare oder monopolare Form der Depression

Die Mehrheit der Erkrankten erlebt die Depression in ihrer monopolaren oder auch unipolaren Form. Im einstelligen Prozentbereich leiden die Menschen an der bipolaren Form - früher manisch-depressive Erkrankung genannt.
Unipolare oder monopolare Form der Depression macht sich meist durch Anzeichen wie diese bemerkbar:

  • Innere Leere  - Der Kranke fühlt sich vollkommen mut- und hoffnungslos und verliert die Freude an normalerweise als angenehm empfundenen Dingen. Das zentrale Grundgefühl ist tiefe Niedergeschlagenheit, Traurigkeit und innere Leere. So erklärt sich auch der Name der Krankheit, denn im Lateinischen heisst deprimere = niederdrücken.
  • Energieverlust - Die Betroffenen haben wenig Energie und Entschlusskraft. Einfache Entscheidungen und Erledigungen im Alltag fallen ihnen schwer, die Konzentrationsfähigkeit ist reduziert. Sie erleben somit Tätigkeiten als sehr anstrengend und überfordernd, die vor der Erkrankung mühelos zu bewältigen waren.
  • Selbstzweifel - Durch die innere Leere und den Energieverlust kommt es zu einem starken Verlust an Selbstvertrauen bis hin zu massiven Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen.
Experten schätzen, dass 60 Prozent aller Depressionen nicht behandelt werden.

Physische Anzeichen einer Depression

Physische Anzeichen sind massive Schlafstörungen, Appetitverlust oder Appetitsteigerung. Vermindertes sexuelles Verlangen, körperliche Unruhe oder Lethargie. Sowie häufig diffuse Magen-, Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel oder ein Gefühl der Enge in der Brust. Für diese Anzeichen kann der Arzt keine organischen Ursachen finden.

Die bipolare Form der Depression nennt man auch manisch- depressive Erkrankung. Sie ist durch einen mehr oder weniger schnellen und häufigen Wechsel zwischen sehr unterschiedlichen Krankheitsphasen gekennzeichnet. Bei den depressiven Phasen leiden die betroffenen an den Symptomen, die auch für die monopolare Depression typisch ist. Häufig steht die Antriebslosigkeit im Vordergrund. Die sogenannten manischen Phasen äussern sich konträr.

Häufige Symptome sind starke Euphorie (überschiessende Hochstimmung), eine der Situation unangemessene Fröhlichkeit und Energie, oft aber auch übersteigerte Gereiztheit bis hin zur Aggressivität.

Die Betroffenen überschätzen massiv ihre eigene Leistungskraft, sprechen sehr schnell und haben ein nicht zu stoppendes Redebedürfnis. Häufig verlieren sie die Kontrolle im Umgang mit Geld oder Verträgen, negative Folgen von Planungen werden vom Tisch geredet oder nicht bedacht. Auch Wahnvorstellungen, wie zum Beispiel etwas Besonderes zu sein und Grössenwahnsinn, und Sinnestäuschungen können während einer manischen Episode auftreten.

Bei den meisten Patienten geschieht der Übergang von einer depressiven Phase zu einer manischen Phase schleichend. Manchmal passiert er aber auch vermeintlich über Nacht. Der Wechsel zwischen den Phasen ist für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld eine grosse Belastung. Umso wichtiger ist die rasche Diagnose und Therapie - Hilfe ist fast immer möglich.

Depressionen werden meist nicht behandelt

Experten gehen davon aus, dass über 60 Prozent aller Depressionen nicht behandelt werden. Das hat vielfältige Gründe. Da sich die Anzeichen von Mensch zu Mensch in Stärke, Dauer und Zusammensetzung deutlich unterscheiden, ist es auch für die Ärzte nicht immer leicht, eine Depression zu diagnostizieren. Häufig versteckt sich die Erkrankung auch hinter vermeintlich rein körperlichen Beschwerden. So werden nur die körperlichen Leiden behandelt, die psychischen bleiben lange unentdeckt.

Vielen Menschen fällt es schwer, mit dem Arzt über ihre seelischen Probleme zu sprechen. Depressionen sind Krankheiten wie jede andere auch, jeden kann es treffen und jeder sollte sich helfen lassen.

Text: Helga Grafe 08/2015

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