Muttermale, Besenreiser & Co.: Harmlos oder gefährlich?

Bildrechte: Flickr Woman’s face freestocks.org CC0 1.0 Öffentliche Domäne

Grundsätzlich sollte man zu seinen Besonderheiten stehen – egal, ob es sich dabei um ein körperliches Handicap, einen Charakterzug oder um optische Merkmale wie einen Leberfleck handelt. Bei bestimmten körperlichen Veränderungen sollte man jedoch aufmerksam werden, denn sie können sich zu unangenehmen oder gar gefährlichen Krankheitsbildern entwickeln.

Hallux valgus

Beim sogenannten Hallux valgus handelt es sich um eine Fußfehlstellung, bei der der Mittelfußknochen hervortritt und sich der Ballen vergrößert. Gleichzeitig knickt der große Zeh in Richtung der mittleren Zehen ab. Oft wird der Ballenzeh lediglich als kosmetisches Problem angesehen, da er vor allem bei offenen Schuhen schnell erkennbar ist. Doch die Fußfehlstellung kann sich zu einer schmerzhaften körperlichen Beeinträchtigung entwickeln. Ein Hallux valgus ist zum Großteil erblich bedingt; ein schwaches Bindegewebe begünstigt die Erkrankung. Wer dann noch zu enges Schuhwerk trägt oder häufig zu High Heels greift, belastet den Fuß falsch und engt ihn ein, wodurch die Fehlstellung noch weiter fortschreiten kann. Gerade wer zu schwachem Bindegewebe neigt, sollte einem Hallux valgus rechtzeitig vorbeugen – dieser Ratgeber stellt verschiedene Möglichkeiten vor.

Leberflecken

Manche empfinden Leberflecken als Schönheitsfehler, andere sind glücklich über ihren Schönheitsfleck. So gilt beispielsweise das Muttermal von Supermodel Cindy Crawford als ihr Markenzeichen. Pigmentmale, wie Muttermale oder Leberflecken auch genannt werden, sind angeboren oder entwickeln sich im Laufe des Lebens. Meist sind sie harmlos. In seltenen Fällen aber kann aus einem solchen Mal ein bösartiger Tumor entstehen. Muttermale sollte man also immer im Auge behalten, um mögliche Veränderungen zu erkennen. Pigmentflecken, die nicht rund oder oval sind, unscharf begrenzt sind oder innerhalb eines Flecks mehrfarbig sind, sollten ärztlich untersucht werden. Auch Male, die erhaben oder größer als fünf Millimeter sind, gelten als bedenklich. Regelmäßige Hautscreenings sind hier unerlässlich.

Besenreiser

Sie werden oft als Makel wahrgenommen: feine Linien, die sich unter der Haut abzeichnen – sogenannte Besenreiser. Wenn das Blut mit hohem Druck durch die Venen gepumpt wird und das Gewebe nicht fest genug ist, weiten sich die Gefäße. In den erweiterten Venen sammelt sich mehr Blut – sie werden dann als Besenreiser sichtbar. Die feinen Linien sind gesundheitlich völlig unbedenklich. Das Durchscheinen der kleinen Äderchen ist genetisch bedingt, aber man kann ihnen entgegenwirken: Durch regelmäßige Bewegung werden die Venen entlastet und das Gewebe wird weniger strapaziert. Besenreiser sollte man aber nicht mit Krampfadern verwechseln, die durchaus zu einem medizinischen Problem werden können. Laut Ergebnissen der Bonner Venenstudie I hat fast ein Viertel der Deutschen Krampfadern. Das äußert sich nicht nur durch sichtbare Hautveränderungen, sondern auch durch müde, schmerzende Beine. Aus Krampfadern können sich noch stärkere Venenleiden wie Ödeme oder Geschwüre entwickeln. Deshalb ist es empfehlenswert, auch bei Krampfadern noch ohne physische Leiden den Arzt aufzusuchen, der dann zum Beispiel bestimmte Trainingseinheiten als Therapie veranlasst.

Fazit

Von vielen vermeintlichen Schönheitsmakeln geht keine Gefahr aus. Besenreiser und die meisten Leberflecken sind gesundheitlich unbedenklich und sollten auch nicht als Beeinträchtigung angesehen werden. Von anderen Merkmalen, die eventuell erstmal nur als kosmetisches Problem wahrgenommen werden, geht aber manchmal ein gesundheitliches Risiko aus. Damit sich daraus nichts Ernstes entwickelt, ist es wichtig, körperliche Veränderungen genau zu beobachten und gegebenenfalls rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen.