Lipödem richtig erkennen und behandeln

Lipödeme sind für die Betroffenen eine schwere körperliche sowie psychische Belastung. Die gestörte Fettverteilung schränkt die eigene Mobilität ein und resultiert in einer unnatürlichen Verteilung der Proportionen. Mit einer gezielten Therapie lassen sich die Symptome lindern und das weitere Voranschreiten der Krankheit eindämmen.

Was ist ein Lipödem?

Ein Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, bei der das Unterhautfettgewebe stark vermehrt ist. Die Fettansammlungen treten meist an den Beinen inkl. Hüfte sowie an den Armen auf. Hände, Füße und Zehen sind von dieser Krankheit nicht betroffen. Das Resultat ist eine ungleichmäßige Fettverteilung, bei der Arme und Beine im Vergleich zum Oberkörper unproportional groß sind.

Lipödeme treten quasi nur bei Frauen auf. Männer leiden nur in sehr seltenen Fällen unter der Fettverteilungsstörung. Man geht davon aus, dass die Krankheit hormonell bedingt ist, da sie vorwiegend nach der Pubertät oder nach einer Schwangerschaft auftritt. Auch erbliche Veranlagungen könnten eine Rolle spielen – die genauen Ursachen sind jedoch bisher noch nicht bekannt

Der letzte Ausweg für die Patientinnen ist meist eine Liposuktion, also eine Fettabsaugung an den betroffenen Körperstellen. Die gute Nachricht: Die Kosten einer Liposuktion werden seit Januar 2020 bei schwerer Erkrankung im Regelfall von der Krankenkasse übernommen.

Wie erkenne ich ein Lipödem?

Klares Anzeichen für ein Lipödem ist die symmetrische Verteilung des überschüssigen Fettgewebes an den Beinen und zusätzlich an den Armen. Häufige Begleiterscheinungen der Fettverteilungsstörung sind:

  • Schmerzen
  • schwere und geschwollene Beine
  • Wassereinlagerungen
  • erhöhte Druckempfindlichkeit
  • Wundscheuern (insbesondere an den Oberschenkelinnenseiten)
  • Neigung zu blauen Flecken

Häufig werden die Schmerzen im Laufe des Tages schlimmer. Einige Frauen berichten zudem, dass die Beschwerden kurz vor der Monatsblutung stark zunehmen. Auf lange Sicht kann ein Lipödem sogar zu einem veränderten Gang, Fehlstellungen und einem Gelenkverschleiß führen.

Besonders bei übergewichtigen Menschen ist es oft schwierig, zwischen einem reinen Übergewicht bzw. Adipositas und einem Lipödem zu unterscheiden. Hier hilft eine Diät und ausreichend Sport. Bleibt die Fettansammlung trotz Ernährungsumstellung und Bewegung bestehen, ist dies ein Hinweis auf ein Lipödem. Während man an anderen Körperstellen sehr wohl abnimmt, bildet sich die krankheitsbedingte Ansammlung von Fettgewebe nicht von selbst zurück.

Wie lässt sich ein Lipödem behandeln?

Der Gang zum Arzt ist notwendig, um ein Lipödem zu diagnostizieren und in weiterer Folge richtig zu behandeln. Durch eine ausführliche Anamnese sowie Inspektion und das Abtasten der betroffenen Bereiche lässt sich feststellen, ob eine Fettverteilungsstörung zu Grunde liegt.

Lipödeme können bisher nicht ursachlich behandelt werden. Das heißt, es ist lediglich möglich, die Symptome zu lindern und weitere Fettansammlung bestmöglich zu vermeiden. Damit das funktioniert, ist jedoch eine frühzeitige Behandlung wichtig. Helfen können folgende Therapien:

  • Kompressionstherapie
  • Lymphdrainage
  • Liposuktion

Wer die Vermutung hat, an einem Lipödem erkrankt zu sein, sollte dies unbedingt mit einem Arzt abklären. Denn die Symptome der Lipödeme sind nicht unbehandelbar! Die diversen Therapiemöglichkeiten können das Leben von Lipödem-Patienten um einiges erleichtern.