So arbeitet ein Care-Manager

Portraitbild von Manfred Smeja. (Foto: Manfred Smeja)
Manfred Smeja im Gespräch. (Foto: Manfred Smeja)

Die berufliche Rehabilitation hat das Ziel der Eingliederung von Menschen nach erworbenen neurologischen, psychischen, traumatischen oder körperlichen Erkrankungen in das Erwerbsleben. Wie man hierbei Hilfe erhalten kann, zeigt ein Interview mit dem Manfred Smeja.

Oft ist eine Wiederaufnahme des Berufs, der schulischen und beruflichen Ausbildung, sowie des Privatlebens auch nach erfolgreicher medizinischer Rehabilitation schwierig. Körperliche Beeinträchtigungen haben sich im Verlauf der Rehabilitation oft zurückgebildet, kognitive und emotionale Probleme werden erst im Alltag und Beruf erkennbar.

MyHandicap (MyH): Wo können Sie hier bei Ihrer Arbeit ansetzen, Herr Smeja?

Manfred Smeja (MS): Um den Ansprüchen der sich ständig verändernden Arbeitswelt und der zunehmenden Komplexität der Krankheitsbilder gerecht zu werden, bedarf es individueller Rehabilitationskonzepte, die sich speziell den Bedürfnissen des Einzelnen anpassen. Dabei spielen Selbstbestimmung und Selbstverantwortung eine große Rolle.

Bei der beruflichen Rehabilitation geht es um rechtzeitige Hilfe

MyH: Und wie können Sie mit den verschiedenen Anforderungen jedes einzelnen Klienten Schritt halten?

MS: Die mobilen und ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen beispielsweise von reIntegro ermöglichen es, rechtzeitig einen Rehabilitationsbedarf zu erkennen und die notwendigen Schritte und Maßnahmen einzuleiten, um somit den bestmöglichen Integrationserfolg zu gewährleisten. Die Begleitung und Betreuung findet direkt vor Ort oder an ihrem Arbeitsplatz statt. Während des gesamten Rehabilitationsverlaufs beziehen wir Fachleute, Ärzte und niedergelassene Therapeuten in den Rehabilitationsprozess mit ein, um den Integrationserfolg auch nachhaltig zu sichern.

MyH: Erklären Sie unseren Lesern doch bitte, wie die Hilfe eines Care-Managers nun aussieht. Was passiert konkret, wenn ein Rehabilitand Hilfe bei reIntegro sucht?

MS: Gemeinsam mit den Rehabilitanden, ihren Angehörigen, Arbeitgebern und dem Kostenträger wird ein persönliches Integrationskonzept erarbeitet. Auf der Grundlage einer ausführlichen Anamnese, neuropsychologischen Diagnostik und berufspraktischer Leistungsdaten erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan.

Die Suche nach einem passenden Praktikumsplatz, die Unterstützung bei der Erarbeitung eines geeigneten Tätigkeitsfeldes, die Durchführung von therapeutischen Maßnahmen sowie konkrete Hilfestellungen am Arbeitsplatz werden von uns vor Ort geleistet. Zentrales Ziel dieser Maßnahmen ist die soziale, berufliche oder schulische Reintegration sowie die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt.

Die Wiedereingliederung in den Job geht nur in Zusammenarbeit mit dem Rehabilitanden

MyH: Doch das alles ist sicherlich nicht ohne die Mitwirkung des Rehabilitanden möglich, richtig?

MS: In der Tat nimmt der Rehabilitand im Verlauf des Rehabilitationsprozesses eine entscheidende Rolle ein. Wichtig für eine erfolgreiche Integration ist dabei die Motivation, der Wille und die Entschlossenheit des Rehabilitanden, mit uns das angestrebte Ziel zu erreichen. Die Rehabilitanden werden aktiv in den Wiedereingliederungsprozess miteinbezogen.

MyH: Und über welchen Zeitraum sprechen wir hier in der Regel?

MS: Die einzelnen Maßnahmen können zwischen 1 und 12 Monaten dauern. Während dieser Zeit befinden sich die Rehabilitanden im Krankenstand und erhalten Übergangsgeld von ihrem Versicherungsträger. Ein stationärer Aufenthalt ist nicht notwendig. Während der gesamten Maßnahme steht ihnen ein fester Bezugstherapeut zur Seite.

MyH: Herr Smeja, herzlichen Dank, dass Sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben.

Wenn Sie noch Fragen haben, können Sie sich direkt an unseren Fachexperten Manfred Smeja wenden: m.smeja(at)reintegro(dot)de.

 

Text: Manfred Smeja / Kerstin Otto - 03/2013
Bilder: Manfred Smeja
 

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