Parkinson: Medikamente beeinflussen Verlauf positiv

Eine Medikamentenpackung in den Händen einer Praxisassistentin
Eine moderne medikamentöse Therapie ermöglicht Parkinson-Patienten über viele Jahre ein fast beschwerdefreies Leben. (Foto: DAK Gesundheit)

Dank neuen Medikamenten ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, die Lebensqualität der Betroffenen stark zu verbessern. Der Krankheitsverlauf ist aber von Patient zu Patient verschieden.

Die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Gekennzeichnet ist Parkinson durch das fortschreitende Absterben der Dopamin-produzierenden Nervenzellen in der schwarzen Substanz, einer Struktur im Mittelhirn. Vereinfacht gesagt ist dieser Dopamin-Mangel für die typischen Parkinson-Symptome wie verlangsamte Bewegungen (Bradykinese), Bewegungsarmut (Hypokinese), später Bewegungslosigkeit (Akinese) und weitere Symptome wie Zittern (Tremor) oder Muskelsteifheit (Rigor) verantwortlich.

Parkinson: Jeder Fall ist anders

Die Erkrankung beginnt schleichend und schreitet mit den Jahren fort, die Attribute der Krankheit werden im Verlauf stärker und daher auch besser erkennbar. Sowohl der Verlauf als auch die Ausprägung der Symptome sind aber sehr individuell und variieren von Patient zu Patient stark.

Lebensqualität dank Medikamenten stark verbessert

Da Parkinson bis heute eine unheilbare Krankheit ist, deren Fortschreiten nicht aufgehalten werden kann, zielt die Behandlung in erster Linie auf die Linderung der Beschwerden ab. Im Vordergrund stehen Medikamente, mit denen versucht wird, den Mangel an Dopamin auszugleichen. Durch die Entwicklung neuer Medikamente ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, die Lebensqualität der Patienten in jeder Krankheitsphase stark zu verbessern.

Gerade in den ersten fünf bis zehn Jahren wirken die Medikamente sehr gut. In dieser oft auch "Honeymoon-Phase" genannten Zeitspanne lässt sich mit einer individuellen medikamentösen Parkinson-Therapie ein fast normales Leben mit nur geringen Beschwerden führen. Auch unterstützt durch weitere Maßnahmen wie Physiotherapie oder Logopädie kann es auch bis zu zwanzig Jahre oder länger dauern, bis die Symptome so stark sind, dass sie zu starken Einschränkungen oder ein Behinderung führen.

Ein Patient und sein Arzt im Gespräch
Medikamentöse Parkinson-Therapie: Die richtigen Substanzen in der richtigen Dosierung zu finden, verlangt von den Patienten viel Geduld. (Foto: DAK Gesundheit)

Wirkung der Parkinson-Medikamente lässt nach

Trotz der Medikamente schreitet der Zellschwund in der schwarzen Substanz aber weiter voran und irgendwann ist die Dopamin-Speicherung nicht mehr möglich. Auch die Wirkung der Medikamente lässt nach und die motorischen und auch die nicht-motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit nehmen zu. In dieser Phase der Krankheit ist die Medikamentenwirkung schwankend und unausgeglichen.

Linderung dank Kombinationstherapie

In den meisten Fällen folgt nun eine Behandlung mit einer Kombination verschiedener Medikamente. Auch hier ist die individuelle Medikamentierung sehr wichtig. Jeder Betroffene reagiert anders auf bestimmte Medikamente. Die richtigen Substanzen in der richtigen Dosierung zu finden, verlangt von den Patienten viel Geduld. Durch diese ständig angepasste Kombinationstherapie können aber auch in einem späteren Verlauf die Symptome der Krankheit in hohem Masse unterdrückt werden.

Bei einem Anteil von weniger als zehn Prozent aller Parkinson-Patienten sind die Möglichkeiten der oralen Medikation nach einem langjährigen Verlauf der Krankheit erschöpft. Vielen dieser Patienten versucht man heute mit neurochirurgischen Behandlungen wie einer tiefen Hirnstimulation zu helfen, einer erfolgreichen Methode, bei der Patienten ein Impulsgenerator eingesetzt wird.


Text: Patrick Gunti 10/2012
Fotos: DAK Gesundheit

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