Legaler Cannabis-Wirkstoff kann Beschwerden von MS-Patienten lindern

Cannabis-Pflanze
Cannabis hat einen positiven Einfluss auf die Symptome von Multipler Sklerose. Foto: Michael Fischer von Pexels

Cannabis hat bekanntermaßen einen positiven Einfluss auf die Symptome von Multipler Sklerose. In Deutschland dürfen Ms-Patienten medizinisches Cannabis jedoch nur in Einzelfällen verschrieben bekommen. Cannabidiol, ein Wirkstoff der weiblichen Hanfpflanze, kann eine frei verkäufliche Alternative darstellen.

In Deutschland leben schätzungsweise 130.000 MS-Erkrankte Menschen. Davon bekommen bislang gerade einmal zwischen 5.000 und 10.000 Personen eine Cannabis Therapie. In Deutschland dürfen MS-Patienten mit Hanf behandelt werden. Jedoch ist diese Behandlungsmethode nur in Ausnahmefällen umsetzbar.

Bloß in schweren Fällen, bei denen keine andere Therapieform anspringt, wird Cannabis verschrieben. Neben dem Wirkstoff  THC, enthält Hanf den Wirkstoff CBD (Cannabidiol). Dieser verursacht keine Rauschzustände und gilt als Nahrungsergänzungsmittel.

CBD kann die Symptome lindern

Patienten mit Multipler Sklerose leiden unter einem schmerzhaften Krankheitsverlauf. Krämpfe und Schmerzen begleiten den Alltag. Ein Heilmittel gibt es bisher nicht. Doch zumindest eine Linderung der Symptome versprechen verschiedene Medikamente. Jetzt häufen sich die Berichte von MS-Patienten. Besonders hochdosiertes Cannabis-Öl soll ihre Lebensqualität enorm verbessert haben. Die schmerzstillende und krampflösende Wirkung von Cannabidiol kann den Krankheitsverlauf deutlich erträglicher machen.

Neben der richtigen Dosierung ist die richtige Cannabis-Öl Anwendung für eine effektive Wirkung hilfreich. CBD hilft bei Spastiken, Schmerzen und Muskelkrämpfen. Neben den physischen Beschwerden führt MS oftmals zu psychischen Leiden. In Verbindung mit Multipler Sklerose kommt es häufig zu Anspannungszuständen, Ängsten und Depressionen. CBD kann auch diese Leiden mildern. So wird dem Wirkstoff eine antidepressive, angstlösende und beruhigende Wirkung zugeschrieben.

CBD wurde bereits an Mäusen untersucht und erforscht. Prof. Zvi Vogel konnte bei seiner Forschung hoffnungserweckende Erfolge vermerken. So konnten MS-erkrankte Mäuse mit der CBD-Behandlung erneut das Laufen lernen. In einer anderen Studie gelang es zudem die weitere Bildung von Entzündungsherden in der Immunzellen der Mäuse zu verhindern.

Wie lindert Cannabidiol die Beschwerden?

Multiple Sklerose ist eine chronische Nervenerkrankung im zentralen Nervensystem. CBD wirkt auf die R1- und R2-Rezeptoren in unserem Botenstoffsystem. Dieses System liegt in unserem Nervensystem und so kann CBD die Symptome an Ursprungsort beheben.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Cannabidiol wird in den meisten Fällen als Nahrungsergänzungsmittel eingeordnet. In diesem Fall wird der Wirkstoff nicht von den Krankenkassen übernommen. Achten Sie beim Erwerb der Nahrungsergänzungsmittel auf die gewünschte Qualität und Dosierung.

In Einzelfällen kann CBD jedoch in hochdosierter Form vom Arzt verschrieben werden. Auf Rezept erhalten Sie dann eine ölige Cannabidiol-Lösung von 50 Milligramm pro Milliliter. Bekommen Sie ein solches Rezept verschrieben, können Sie einen Antrag auf Kostenübernahme bei Ihrer Kasse stellen. Ihr Arzt sollte zur Bewilligung angeben, dass andere Heilverfahren keinen Erfolg erbrachten.

Nebenwirkungen

Cannabidiol führt nur selten zu Nebenwirkungen. Gelegentlich kann es jedoch zu erhöhtem Zittern bei Patienten mit Parkinson, Schläfrigkeit, Benommenheit, Übelkeit, Appetitlosigkeit und niedrigen Blutdruck kommen. Patienten mit Glaukom können Schwierigkeiten mit CBD bekommen, da es den Augeninnendruck verstärken kann.

Zudem kann Cannabidiol unerwünschte Wechselwirkungen mit einigen Medikamenten hervorrufen. In hohen Dosen kann CBD die Wirkung Ihres Medikamentes verändern oder hemmen. Fragen Sie Ihren Arzt oder einen Apotheker um Rat. Dieser kann Sie aufklären, was zu tun ist.

Kosten

Ein qualitativ hochwertiges und relativ hoch dosiertes CBD-Öl kostet rund 130 Euro pro Fläschchen. Mit einer hohen Dosierung kommen Sie ungefähr einen Monat lang aus. In besonders hohen Dosierungen sind zudem Hanfpasten erhältlich. Sie liegen bei einem Preis von circa 150 Euro monatlich.

Grundsätzlich gilt: Beginnen Sie nicht mit der höchsten Dosierung. Versuchen Sie vorerst einen geringeren CBD-Anteil. Ist dieser zu niedrig können Sie mehrere Tropfen einnehmen und anschließend eine höhere Dosierung wählen.