Schwerbehindertenausweis bei Krebs-Erkrankung

Eine Ärztin begutachtet eine Mammographie-Aufnahme
Krebs-Erkrankungen haben für Betroffene enorme physische und psychische Folgen. (Foto: DAK-Gesundheit)

Die Diagnose Krebs ist für die Betroffenen ein Schock. Von einem Moment auf den anderen bestimmen die physischen und psychischen Folgen der Krankheit und deren Behandlung den Alltag. Auch die wirtschaftliche Situation verändert sich in der Regel. Ein Schwerbehindertenausweis kann entstehende Nachteile zum einem gewissen Grad ausgleichen.

Krebs ist nach den Herz-Kreislauferkrankungen in Deutschland die zweithäufigste Todesursache. Nach Angaben der deutschen Krebshilfe erkranken hierzulande jährlich 490.000 Menschen neu an Krebs, 218.000 Menschen sterben jährlich daran. Aber nicht jeder Krebsverlauf ist tödlich, falls rechtzeitig eine Therapie begonnen wird oder der Krebs erst in hohem Lebensalter auftritt und dann langsam wächst.

Krebs ist ein tiefer Einschnitt ins Leben

Es sind über 100 verschiedene Krebserkrankungen bekannt, die sich hinsichtlich der Überlebenschancen und der Behandlungsmöglichkeiten zum Teil stark unterscheiden. In den meisten Fällen führen der Krebs und dessen Behandlung aber zu einem tiefen Einschnitt in das bisherige Dasein.

Zu den Leiden und Sorgen der an Krebs erkrankten Menschen und ihres Umfeldes gesellt sich vielfach die Angst vor den wirtschaftlichen Konsequenzen. Denn wer an Krebs leidet, kann auch seiner beruflichen Tätigkeit häufig nicht mehr im gewohnten Rahmen nachgehen. Krebs und dessen Behandlung kann zu vorübergehenden oder dauerhaften Behinderungen führen.

Schwerbehindertenausweis soll Nachteile ausgleichen

An Krebs erkrankte Personen haben das Anrecht auf verschiedene Geld- und Sachleistungen von Krankenkassen, Pflegeversicherungen, Rentenversicherungen oder anderen Institutionen. Sie haben außerdem die Möglichkeit, beim Versorgungsamt einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. Der Schwerbehindertenausweis soll auch Menschen mit Krebs einen Ausgleich für die Nachteile bringen, die ihnen durch die Krankheit entstehen.

Ein Mann zerknüllt ein Kündigungsschreiben
Schwerbehindertenausweis bringt den Betroffenen unter anderem einen besseren Kündigungsschutz. (pauline/pixelio.de)

Der Umfang der Leistungen hängt vom Grad der Behinderung (GdB) oder dem Grad der Schädigungsfolgen (GdS) ab, der vom Versorgungsamt festgelegt wird. Beide Begriffe haben die Auswirkungen von Funktionsbeeinträchtigungen in allen Lebensbereichen zum Inhalt. Sowohl der Grad der Behinderung als auch der Grad der Schädigungsfolgen sind ein eigentliches Maß für die physischen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen aufgrund der Krebserkrankung.

Schwerbehinderung ab GdB/GdS 50

Der GdB kann - ebenso wie der GdS - zwischen 20 und 100 variieren. Eine Behinderung ab einem GdB von 50 gilt als Schwerbehinderung. In diesem Fall wird ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt. Der Ausweis gilt in der Regel für 5 Jahre. Danach wird die Situation neu geprüft. Die Gültigkeitsdauer kann auf Antrag höchstens zweimal verlängert werden. Dann muss man den Ausweis erneut beantragen.

Das Versorgungsamt richtet sich bei der Festsetzung nach den "Versorgungsmedizinischen Grundsätzen".  Für die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises wird der gesamtheitliche Grad der Behinderung ermittelt, die durch die Erkrankung an Krebs entsteht.

Entscheidend für den Gesamt-GdB ist, wie sich einzelne Funktionsbeeinträchtigungen zueinander und untereinander auswirken. Die durch Krebs entstehenden Behinderungen und ihre Auswirkungen werden also nicht als voneinander isolierte Beeinträchtigungen behandelt. Bei der Beurteilung wird vom höchsten einzelnen Grad der Behinderung ausgegangen. Im Hinblick auf alle weiteren Funktionsbeeinträchtigungen wird geprüft, ob durch diese das Ausmaß der Behinderung erhöht wird.