Das Leben nach einer Magenkrebs Behandlung

Gemüsereis auf einem weißen Teller
Nach einer totalen Gastrektomie muss die Ernährung umgestellt werden. Ideal ist die Verteilung leicht verdaulicher Nahrung auf zirka fünf Mahlzeiten pro Tag (JouJou/pixelio.de)

Die Entfernung des gesamten Magens ist für die Patienten belastend. Die Dauer der Erholungszeit ist abhängig vom Umfang der Operation und möglicher Komplikationen.

Eines der Hauptprobleme nach der Operation ist die Umstellung der Ernährung. Dr. Rexroth erklärt dazu: "Die vollständige Magenentfernung erfordert die Verteilung leicht verdaulicher Nahrung auf fünf Mahlzeiten pro Tag und den Ersatz von Vitamin B12 parenteral durch eine intramuskuläre Injektion alle 4-6 Wochen." Weniger postoperative Veränderungen in der Lebensweise habe die subtotale Gastrektomie zur Folge.

Dank Rehabilitation wieder leistungsfähig werden

Die richtige Ernährung zu bestimmen ist Teil der Rehabilitationsmaßnahmen. Mit ihnen soll erreicht werden, dass Patienten wieder möglichst leistungsfähig werden, den Alltag bewältigen und Langzeitfolgen der Erkrankung vorbeugen können.

Aber auch die Patienten selbst können etwas tun. "Nach einer erfolgreichen Behandlung mit vollständiger Tumorbeseitigung ist eine gesunde Lebensweise und optimistische Grundhaltung der Betroffenen als wichtiger eigener Beitrag zur Remissionserhaltung zu nennen", sagt Dr. Rexroth dazu.

Wichtige Nachsorgeuntersuchungen

Sehr wichtig sind die Nachsorgeuntersuchungen. Dr. Rexroth: "Die Tumornachsorge schließt Blutuntersuchungen, Ultraschall und Computertomographie des Bauchraumes und Magenspiegelungen ein. Sie dient zum Ausschluss beziehungsweise zur frühen Erkennung eines Tumorrezidivs (Wiederauftreten)."

Laut dem Experten sind diese Nachfolgeuntersuchungen zeitlich gestaffelt. Sie werden in den ersten zwei Jahren in der Regel vierteljährlich, danach halbjährlich und später jährlich durchgeführt, wobei es je nach Einzelfall zu Abweichungen kommen kann.

Psyche stärken

Auch der psychischen Betreuung der Patienten kommt eine große Bedeutung zu. Denn oftmals sind sie mit der neuen Situation überfordert. Dazu kommt auch die Ungewissheit hinsichtlich des weiteren Lebensverlaufs.

Zu den Heilungschancen möchte Experte Dr. Rexroth keine allgemeinverbindlichen, harten Zahlen nennen. Er hält aber fest: "Die Chemotherapie eines bereits metastasierten Magenkarzinoms bewirkt in der Regel keine Heilung, kann jedoch Symptomlinderung und Gewinn an Lebenszeit bewirken. Anders liegen die Erwartungen bei anderen Tumorarten wie zum Beispiel dem Magenlymphom, die oft eine wesentlich bessere Prognose bieten."

Hoffnung auf bessere und gezieltere Behandlungschancen

Und worauf dürfen Patienten in Zukunft hoffen? "Die Entwicklung neuer biologischer Heilmittel, die therapeutische Nutzung molekulargenetischer Erkenntnisse und die Forschung mit zum Beispiel tumorvernichtenden Viren lassen hoffen, künftig weit bessere und vor allem gezieltere Behandlungschancen bei Tumorerkrankungen wie dem Magenkarzinom zu eröffnen", blickt Dr. Rexroth nach vorne.

"An Großforschungs-Einrichtungen wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg wird auf diesen Gebieten intensiv geforscht." Rexroth schränkt aber auch ein: "Es vergeht immer geraume Zeit, bis neue Erkenntnisse klinisch genutzt werden können, da umfassende wissenschaftliche Studien vor einer klinischen Anwendung notwendig sind."


Text: Patrick Gunti - 02/2012

Fotos: 3M Medica, Bristol-Myers Squibb, pixelio.de