Die Behandlungs-Verfahren bei Magenkrebs

Arzt und Assistentin im Operationssaal
Die möglichst vollständige Entfernung des Tumorgewebes macht in den meisten Fällen eine Totalentnahme des Magens notwendig (Foto: 3M Medica)

Die wichtigste Behandlungsmethode bei örtlich begrenztem Magenkrebs ist die möglichst vollständige Entfernung des Tumorgewebes. Meist macht dies die Entnahme oder Teilentnahme des Magens notwendig.

Magenkrebs (Magenkarzinom) wird oft lange nicht erkannt. Wenn sich der Verdacht erhärtet und das Stadium der Erkrankung bestimmt ist, darf deshalb keine Zeit mehr verloren gehen, die Therapieform zu bestimmen.

Vom Gewebetyp, der Größe und der Lage des Tumors und ob sich bereits Metastasen (Ableger) in anderen Organen gebildet haben, hängen die Planung der Behandlung und letztlich auch die Heilungschancen ab. Eine wichtige Rolle spielt auch der Allgemeinzustand der Patienten.

Möglichst vollständige, operationelle Tumorentfernung

Für die Behandlung eines Magenkarzinoms kommen grundsätzlich eine Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie oder eine Kombination dieser Therapieformen in Frage. Eine besondere Bedeutung kommt der Operation und mit ihr der möglichst vollständigen Tumorentfernung zu. Nur mit ihr kann eine Heilung erfolgen.

Bei der Operation werden der gesamte Magen (totale Gastrektomie) oder zumindest große Teile (subtotale Gastrektomie) davon entfernt. PD Dr. Walter Rexroth ist Chefarzt der Abteilung Innere Medizin - Gastroenterologie und Endokrinologie/Diabetologie am St. Josefskrankenhaus in Heidelberg und Fachexperte des MyHandicap-Forenpartners Orphanbiotec. Er erklärt zur subtotalen Gastrektomie:

"Je nach Tumorlage und Alter des Patienten können der Mageneingang und eine Manschette des Magenkörpers operativ erhalten werden. Dieser Eingriff ist technisch einfacher. Er kommt aber nur bei frühen Tumorstadien in Frage."

Bei der totalen Magenentnahme werden auch Gewebe und Lymphknoten in der Magenumgebung entfernt. Wenn bereits eine Ausstreuung von Krebszellen in andere Organe erfolgt ist, wird auch die Entfernung von Bereichen der Speiseröhre, des Dickdarms, der Bauchspeicheldrüse, Leber oder Milz notwendig.

Arzt hält Patientin die Hand auf die Schulter
Patienten benötigen nach einer Magenkrebsoperation umfassende Rehabilitation, wozu häufig auch eine psychische Betreuung gehört (Foto: Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KgaA)

Neue Techniken hin zum "Ersatzmagen"

Bei der totalen Gastrektomie wird die Speiseröhre mit einem Abschnitt des Dünndarms verbunden, um die Nahrungspassage wiederherzustellen. In den letzten Jahren wurden auch Techniken in die Richtung eines "Ersatzmagens" entwickelt, der die Funktion eines Speisereservoirs übernimmt.

Einsatz der Chemotherapie

Die Chemotherapie kann vor der Operation angezeigt sein, um den Tumor so zu verkleinern, dass eine leichtere Entfernung möglich wird. Nach der Operation wird mit der Chemotherapie bezweckt, allfällig im Körper verbliebene Tumorzellen oder Metastasen zu bekämpfen und so das Risiko eines Rückfalls zu senken.

Ist eine Operation nicht mehr möglich, wird mittels Chemotherapie und gegebenenfalls auch Bestrahlung eine teilweise Rückbildung des Tumors oder eine Verlangsamung seines Wachstums angestrebt. Mit weiteren palliativen Massnahmen wird versucht, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern.

Fotos: 3M Medica, Bristol-Myers Squibb, pixelio.de