Inkontinenz bei jüngeren Menschen

Frau sitzt am Stand
Inkontinenz betrifft auch viele jüngere Menschen. Die Krankheit wird für sie häufig zur Belastung. Bild: unsplash, pete-bellis-171228

Im Regelfall wird Harnverlust mit älteren Menschen assoziiert. Ein aktueller Report belegt, dass dieses Problem auch viele Menschen unter 30 Jahren betrifft. Weitere Erkenntnis: Mehr als die Hälfte der Betroffenen unternimmt nichts, um der Inkontinenz entgegenzuwirken.

Wie der Report des Marktforschungsinstituts YouGov zeigt, sind zwei von fünf Deutschen schon einmal von Inkontinenz betroffen gewesen. Ein Drittel der Befragten gibt an, das der unkontrollierte Harnverlust bei ihnen bereits mehrfach aufgetreten ist. Die Hälfte der Betroffenen gehört der Altersgruppe der über 55-jährigen an – allerdings: Jeder Zehnte ist zwischen 25 und 34 Jahre alt. Für die repräsentative Studie hat YouGov auf die Daten von 70.000 Deutschen zurückgegriffen.

Mehr als 50 die Hälfte der Betroffenen unternimmt nichts

Trotz der anzunehmenden hohen psychischen Belastung greift über die Hälfte der Betroffenen nicht zu Medikamenten oder Hilfsmitteln, um den unfreiwilligen Harnverlust zu behandeln oder damit besser zu leben. Der Report nennt hierfür mehrere Gründe: Jeder Zehnte fühlt sich schlicht zu jung dafür. Fünf Prozent ist die Nutzung von Hilfsmitteln wie Slipeinlagen zu unangenehm, und vier Prozent geben an, keine Medikamente gegen Inkontinenz oder geeigneten Hilfsmittel zu kennen.

Dabei lässt sich Inkontinenz oftmals in den Griff bekommen – ein Beckenboden- oder Blasentraining kann helfen, ebenso autogenes Training sowie diverse Medikamente. Auch Mittel natürlichen Ursprungs wie der Einfachzucker D-Mannose haben sich bei Inkontinenz sowie Blasenentzündung und Harnwegsinfektion bewährt. Der Einfachzucker ist für viele eine Alternative zu Antibiotika. D-Mannose lässt sich auch prophylaktisch einnehmen, um einer Blasenentzündung oder Harnwegsinfektion vorzubeugen. Viele Frauen leiden während der Schwangerschaft unter Inkontinenz. Ihnen hilft oft ein besonderes Beckenbodentraining, das auch einer Inkontinenz nach der Geburt vorbeugt.

Leidensdruck: Unterschiedliche Wahrnehmung von Männern und Frauen

Der Report zeigt auch, dass der Harnverlust Männern und Frauen auf unterschiedliche Weise unangenehm ist. Während Männer sich um ihre Unabhängigkeit im Alltag sorgen und Einschränkungen bei der täglichen Mobilität befürchten, sorgen sich Frauen eher wegen etwaiger unangenehmer Gerüche und der Folgen des Kontrollverlusts.

Bei der Informationssuche zum Thema Inkontinenz gibt es ebenfalls Unterschiede: 38 Prozent der betroffenen Männer suchen Rat beim Hausarzt oder Facharzt, 20 Prozent informieren sich zunächst im Netz. Dagegen beschreiten 35 Prozent der von Inkontinenz betroffenen Frauen den Weg der Selbsthilfe: Sie suchen in Apotheken und Drogerien nach Hilfsmitteln, die ihnen bei Harnverlust helfen sollen.

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