Was tun bei einem akuten Herzinfarkt?

Mitunter kann es lebensentscheidend sein, die Symptome eines Herzinfarkts erkennen zu können. Ebenso wichtig ist es, Kenntnis über die zahlreichen Risikofaktoren zu besitzen und diese zu vermeiden.

Dies gilt auch für Personen, die sich regelmäßigen Gesundheitschecks unterziehen, bei denen Risikofaktoren für eine Koronare Herzerkrankung festgestellt werden können. Die wichtigsten Risikofaktoren sind:

  • Ungesunde Ernährung und in der Folge Übergewicht oder erhöhte Cholesterinwerte
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen/Nikotin
  • Alkoholmissbrauch
  • Hoher Blutdruck
  • Diabetes
  • Stress
  • Familiäre Veranlagung

Mit einer gesunden Ernährung, ausreichend Bewegung, einem moderaten Alkoholgenuss und einem Rauchstopp kann einer Verkalkung der Arterien und somit einem Herzinfarkt vorgebeugt werden. Ein befriedigender Ausgleich zum Stress im Alltag ist wichtig. Grunderkrankungen wie Diabetes, hoher Blutdruck oder erhöhte Cholesterinwerte müssen ärztlich behandelt werden.

Rettungswagen (Thorsten Freyer/pixelio.de)
Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. (Thorsten Freyer/pixelio.de)

Schnell erkennen – schnell behandeln

Für Herzinfarkt-Patienten sind die ersten Minuten und Stunden eines Herzinfarkts von entscheidender Bedeutung. Kommt es zum Verschluss eines Kranzgefäßes, kann der Infarkt verhindert oder zumindest in seiner Größe und seiner Auswirkung beschränkt werden, wenn das Gefäß schnellstmöglich wieder eröffnet wird.

Die Überlebenschancen sind größer und bleibende Schäden am Herzen kleiner, je schneller die medizinische Notfallbehandlung einsetzt. Für Betroffene und deren Angehörige empfiehlt deshalb die Deutsche Herzstiftung:

  1. Nicht warten - sofort den Rettungsdienst rufen.
  2. Rettungswagen alarmieren und Verdacht auf Herzinfarkt äußern. Keine Zeit mit Anrufen beim Hausarzt, bei Verwandten oder Nachbarn verlieren.
  3. Die 112 oder die örtliche Notrufnummer anrufen, sofort den Verdacht nach Herzinfarkt äußern, dann wird umgehend ein Rettungswagen geschickt. Dieser ist mit einem Defibrillator ausgestattet. Name, Adresse und Telefonnummer für Rückfragen hinterlassen.
  4. Beim Notruf nicht vorzeitig auflegen, das Gespräch beendet die Leitstelle nach der Beantwortung allfälliger Rückfragen.
  5. Ärztlicher Notfall- oder Bereitschaftsdienst ist kein Rettungsdienst. Direkt die 112 wählen.
  6. Nicht mit dem Auto in die Klinik. Menschen mit einem Herzinfarkt lassen sich immer wieder von Freunden, Bekannten oder Verwandten ins Krankenhaus fahren. Mancher Betroffene setzt sich sogar selbst ans Steuer. Das sollte man auf keinen Fall tun! Tritt das lebensbedrohliche Kammerflimmern auf, kann nur der Defibrillator helfen, mit dem jeder Rettungswagen ausgestattet ist.

Lesen Sie auch unseren Artikel über die medizinische Erstversorgung, die kurz- und langfristige Therapie, wie wichtig die Prävention ist, und wie sich das Leben für Betroffene nach einem Herzinfarkt verändert.


Text: Patrick Gunti – 01/2012

Fotos: pixelio.de

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