Moderne Behandlungsansätze bei Arthrose

Das Foto zeigt das Röntgenbild eines Knie.
Mit der richtigen Behandlung können Schmerzen bei Arthrose gelindert werden. Foto: pixabay.com

Acht Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Arthrose. Die schmerzhafte Gelenkerkrankung führt zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Mit der richtigen Behandlung können Schmerzen gelindert und Bewegungsmöglichkeiten zurück gewonnen werden.

Arthrose bezeichnet den Gelenkverschleiß, der über das normale, alterstypische Maß hinausgeht. Ursache dafür sind häufig höhere Belastungen über einen längeren Zeitraum. Diese können beispielsweise durch ein zu hohes Körpergewicht entstehen, aber auch durch intensive sportliche Betätigung oder Fehlstellungen der Gelenke. Damit sind (Freizeit-)Sportler ebenso von Arthrose betroffen wie Menschen mit Behinderung. Arthrose ist ein Volksleiden – das zeigt schon die hohe Zahl der Betroffenen.

Symptome und Diagnostik von Arthrose

Anfangs verläuft die Arthrose häufig relativ schmerzfrei. Typisch sind ein Anlauf- und Belastungsschmerz, der in dem Maße zunimmt, in dem die Erkrankung voranschreitet. Das bedeutet jedoch nicht, dass bei geringen Schmerzen auch die objektiven Schädigungen des Gelenks gering sind. In der klinischen, bildgebenden Untersuchung  zeigt sich häufig bereits im frühen Stadium eine Deformation der Gelenke. Deshalb ist es auch sinnvoll, nach der Anamnese eine ausführliche klinische Untersuchung durchzuführen, wobei Röntgen, CT und MRT zum Einsatz kommen können. Basierend auf der genauen Diagnose wird dann ein individuelles Behandlungskonzept entwickelt.

Arthrose behandeln mit Orthokin

Molekularmediziner haben herausgefunden, dass für Gelenkerkrankungen der  Botenstoff Interleukin 1beta (IL-1beta) verantwortlich ist. Die den Gelenkknorpel angreifende Substanz wird im Körper der Arthrose Patienten in übermäßiger Menge hergestellt. Um die Konzentration des schädlichen Botenstoffs 1L-1 zu begrenzen, muss man ihm einen starken Gegenspieler entgegensetzen: 1L-1Ra. Bei der Orthokin-Behandlung spritzt man dem Patienten die aus seinem eigenen Blut gewonnenen und stark vermehrten IL-1Ra Proteine direkt in das erkrankte Gelenk. So entfaltet sich der Wirkstoff genau an der erkrankten, schmerzhaften Stelle und kann für eine schnelle Linderung der Beschwerden sorgen. Allerdings ist die Behandlung mit Orthokin nur möglich, wenn der Knorpel noch nicht vollständig zerstört ist – maximal bis zu einer Arthrose zweiten Grades.

Konservative Therapien bei Arthrose

Man kann die Behandlung mit Orthokin demnach schon in einer frühen Phase der Arthrose beginnen. Der Phase also, in der konservative Therapiemethoden indiziert sind. Hierzu gehören beispielsweise eine Optimierung der Essgewohnheiten (beispielsweise gegen Übergewicht) oder regelmäßige Bewegungsübungen. Je nach Ausprägung der Erkrankung und der zugrunde liegenden Problematik kann es sinnvoll sein, die Therapie unter professioneller Begleitung zu absolvieren – etwa durch die Unterstützung von Ernährungsberatern, Fitnesstrainern oder Physiotherapeuten.

Operative Verfahren bei fortgeschrittener Arthrose

In einem fortgeschrittenen Stadium der Arthrose kann ein Gelenkersatz erforderlich sein. Dann wird die Endoprothese in einer Operation implantiert und individuell angepasst. Betroffene können meist schon am Tag nach der Operation mit der Frühmobilisation beginnen und das neue künstliche Gelenk belasten. Sie empfinden den Gelenkersatz oft als Gewinn an Lebensqualität, weil sie nun keine Schmerzen mehr haben und deutlich an Bewegungsumfang hinzugewinnen.

Behandlungsformen sind sehr individuell

Knie- und Hüftgelenksersatz sind weit verbreitet. Entsprechend häufig werden derartige Operationen an deutschen Kliniken durchgeführt. Die Risiken gelten allgemein als eher gering. Und doch fragen sich manche, was der richtige Zeitpunkt für eine OP ist und ob es nicht auch Alternativen gibt. Mit der Orthokin-Behandlung ist zumindest eine weitere Therapie-Option hinzugekommen. Und wie immer in der Medizin gilt: Es gibt kein Patentrezept. Welche Maßnahmen angezeigt sind, sollte man stets gemeinsam mit einem Facharzt seines Vertrauens besprechen. Das bringt Sicherheit und beste Chancen auf Genesung.