Epilepsie: Verschiedene Formen und ihre Symptome

Aufnahme des Gehirns mit einem bildgebenden Verfahren (Bild: Dieter Schütz/pixelio.de)
EEG und bildgebende Verfahren wie ein MRT werden zur Diagnosestellung eingesetzt. (Bild: Dieter Schütz/pixelio.de)

Die verbreitetste Erkrankung des zentralen Nervensystems hat verschiedene Formen, die sich in den Symptomen unterscheiden. Lernen Sie mehr über die Varianten von Epilepsie.

Je nachdem, in welchem Bereich des Gehirns der fokale Anfall stattfindet, äußern sich auch die Symptome, zum Beispiel Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen oder Muskelzuckungen. Breiten sich die Entladungen von Nervenzellen anschließend über das gesamte Gehirn aus, spricht man von einer Generalisierung des Anfalls. Die generalisierten Anfälle werden wiederum in verschiedene Formen eingeteilt. Zu den am häufigsten auftretenden Formen gehören:

  • Absencen (Petit-Mal-Epilepsie)
    Bei Absencen kommt es zu sekundenlangen Bewusstseinsstörungen. Die Betroffenen sind „abwesend“, haben einen starren, leeren Blick, eventuell schwache Muskelzuckungen, sind nicht ansprechbar und haben danach eine Erinnerungslücke. Absencen kommen bei Klein- und Schulkindern am häufigsten vor, werden mit zunehmendem Alter aber seltener.

  • Myoklonische Anfälle
    Myoklonische Anfälle sind gekennzeichnet durch plötzliche, kurz dauernde Zuckungen einzelner Muskelgruppen, manchmal auch aller Muskeln. Die Stärke ist sehr unterschiedlich und die Anfälle können in jedem Lebensalter auftreten.

  • Tonischer Anfall
    Bei einem Tonischen Anfall kommt es zu einer Verspannung der Muskeln, meist am Rücken und an Armen und Beinen.

  • Atonischer Anfall
    Beim Atonischen Anfall stellt sich bei den Betroffenen ein vorübergehender Verlust des normalen Muskeltonus ein, sie stürzen oder nicken unwillkürlich mit dem Kopf.

  • Grand-Mal-Epilepsie
    Der bekannteste, wenn auch bei weitem nicht häufigste Anfall, ist der generalisierte tonisch-klonische Krampfanfall (Grand-Mal-Epilepsie). Dabei befindet sich der oder die Betroffene in der tonischen Phase in tiefer Bewusstlosigkeit. Arm-, Bein- und Rumpf versteifen sich, die Augen sind verdreht, das Gesicht verzerrt. Ein Kieferkrampf kann zu Bisswunden an der Zunge, Backen oder Lippen führen. Es kommt zu Atemaussetzern und möglichem Sauerstoffmangel.
    Nach zehn bis 30 Sekunden folgt die klonische Phase mit Zuckungen in Armen und Beinen und einem gesteigerten Speichelfluss. Meist ist der Anfall nach ein bis zwei Minuten überstanden. Nach einer kurzen Phase der Bewusstheit fällt der Patient in einen tiefen Schlaf. Nach dem Aufwachen können sich Patienten an den Anfall nicht erinnern und klagen über Muskelkater und Kopfschmerzen.

  • Status epilepticus
    Als Status epilepticus werden länger als eine halbe Stunde anhaltende einzelne epileptische Anfälle oder so rasch aufeinander folgende Anfälle bezeichnet, bei denen sich die Betroffenen zwischenzeitlich nicht erholen können. Ein Status epilepticus mit Krampfanfällen ist ein lebensbedrohlicher Notfall und muss sofort behandelt werden.

Ursache von Epilepsien oft unklar

Die Ursache von Epilepsien und epileptischen Anfällen bleibt auch heute trotz immer besserer Untersuchungsmöglichkeiten oft unklar. Man weiß aber, welche Faktoren entscheidend zum Auftreten beitragen können, wobei diese einzeln oder auch zusammenwirken können. Einerseits gibt es eine ererbte Bereitschaft (idiopathische Epilepsie), andererseits eine angeborene oder erlittene Hirnschädigung (symptomatische Epilepsie), wobei Hirnschädigungen als Ursachen bei weitem überwiegen.

Nur bei rund fünf bis zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Epilepsien ist die Epilepsie vererbt worden. Ursache symptomatischer Anfälle und Epilepsien sind nachweisbare krankhafte Veränderungen im Gehirn wie schwere Kopfverletzungen, Hirntumore, Schlaganfälle und Blutungen oder Hirnschäden aus Geburtskomplikationen.

 

Text: Patrick Gunti – 08/2011

Fotos: pixelio.de

 

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