Warum Diabetiker den orange-grünen Auweis erhalten

Ein Blutzuckermessgerät samt Zubehör (Michael Horn/pixelio.de)
Beim Antrag sollte die Dokumentation der Blutzuckermessung eingereicht werden. (Michael Horn/pixelio.de)

Hier erfahren Sie mehr über das Verfahren, wie Sie mit Diabetes zu Ihrem Schwerbehindertenausweis kommen.

Diabetiker, die einen Schwerbehindertenausweis bekommen möchten, können einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Versorgungsamt einreichen. Dabei ist es wichtig, Arztberichte beizufügen, aus denen die Erkrankung hervorgeht. Auch die Dokumentation der Blutzuckermessung, zum Beispiel in Form eines Tagebuchs, sollte eingereicht werden. Diese Unterlagen werden dann von einem Amtsarzt begutachtet, der den Grad der Behinderung nach definierten Richtlinien feststellt.

Anschließend erhält man einen Bescheid, in dem der Grad der Behinderung mitgeteilt wird, sodass von der Behörde (Versorgungsamt oder Gemeinde) ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt werden kann. Gegen den Bescheid kann man auch Einspruch einlegen oder – im Falle der Ablehnung – vor dem Sozialgericht klagen.

Was ist Diabetes genau und welche Formen gibt es?

Im Wesentlichen kann man zwei Arten von Diabetes mellitus unterscheiden: Beim Typ 1 greift das Immunsystem die körpereigene Insulinproduktion an, so dass es zu einem „absoluten Insulinmangel“ kommt. Dadurch, dass die Glukose nicht in die Körper- und Fettzellen transportiert werden kann, kommt es zu einer Unterversorgung der Zellen bei gleichzeitigem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Diese Form der Diabetes haben rund fünf Prozent der Betroffenen in Deutschland.

Weitaus häufiger ist Diabetes mellitus Typ 2. Hierbei produziert die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin, jedoch sind die Ausschüttung oder die Wirkung an den Körperzellen gestört. Diese Form der Diabetes kann durch einen bewussten Lebensstil – etwa ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung oder durch Abnehmen – positiv beeinflusst werden.

Ältere Menschen sind häufiger betroffen als Kinder und Jugendliche

Obwohl auch rund 5000 Kinder und Jugendliche von Diabetes Typ 2 betroffen sind, ist die Stoffwechselstörung bei älteren Menschen deutlich stärker verbreitet. Während in der Altersklasse der 40- bis 59-Jährigen zwischen vier und zehn Prozent Diabetiker sind, beträgt der Anteil der Betroffenen bei den über 60-Jährigen nach Information der Deutschen Diabetes-Hilfe rund 28 Prozent. Schätzungen des Deutschen Diabetes Zentrums zufolge werden bis zum Jahr 2030 rund 1,5 Millionen ältere Menschen neu von Diabetes Typ 2 betroffen sein.

Stoffwechselstörung führt zu hohem Blutzucker

Doch wie kommt es eigentlich zu Diabetes, was streckt hinter der Stoffwechselstörung? Im Kern geht es um Zucker. Richtig verarbeitet ist er ein wichtiger Energielieferant für den Körper. Dabei werden Kohlenhydrate, die beispielsweise in Kartoffeln, Teigwaren und Früchten enthalten sind, über die Nahrung aufgenommen, bei der Verdauung in Glukose (Traubenzucker) abgebaut und über das Blut im Körper verteilt.

Das von der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin sorgt dafür, dass die Glukose aus dem Blut heraus in das Zellinnere transportiert werden und weiterverarbeitet werden kann. Kann der Körper nicht ausreichend Insulin produzieren, wird dieser Prozess gestört – die Energiegewinnung stockt, der Blutzuckerspiegel steigt an.

Mehr rund um Diabetes erfahren Sie in unserem Diabetes Dossier.

Text: Philipp Jauch – 04/2012

Fotos: pixelio.de, MyHandicap
 

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