Kleine und große Helfer für Menschen mit Diabetes

Messergerät mit Stechhilfe und Messstreifen (Michael Horn/pixelio.de)
Das Blutzuckermessgerät und Stechhilfe sind die täglichen Begleiter von Diabetesbetroffenen (Michael Horn/pixelio.de)

Blutzuckermesser, Stechhilfen, Insulinspens und vieles mehr. All diese Hilfsmittel sind fester Bestandteil einer modernen Diabetestherapie und erleichtern Betroffenen täglich das Leben mit Diabetes.

Sogar Assistenzhunde, die ihren Halter warnen können, helfen heute Betroffenen im täglichen Umgang mit ihrer Krankheit. Stephanie Alder von der Schweizerischen Diabetes-Gesellschaft und Fachexpertin bei MyHandicap gibt dazu Auskunft.

Essentiell: Blutzuckerwerte

Das wohl bekannteste und meist genutzte Hilfsmittel ist das Blutzuckermessgerät. Für Diabetiker ist es ganz wichtig, den Blutzuckerspiegel im Blick zu haben, um bei zu hohen oder zu tiefen Werten entsprechend reagieren zu können. Auch für den behandelnden Arzt ist eine Übersicht wichtig für die richtige Medikamenteneinstellung.

Ein Blutzuckermessgerät muss in erster Linie verlässlich die Blutzuckerwerte messen können. Die meisten auf dem Markt verkauften Geräte bieten eine sekundenschnelle Auswertung der Daten, sind bedienerfreundlich und mit verschiedensten zusätzlichen Features ausgestattet, wie zum Beispiel Sprachfunktionen, automatischem Tagebuch, USB-Schnittstelle, einstellbaren Alarmzeiten, oder auch Echtzeitalarme an Angehörige im Notfall.

Kostenübernahme der Hilfsmittel

Meist erhält man die Geräte relativ günstig, teils sogar als Werbegeschenk. Die Teststreifen für die Geräte sind nicht ganz billig, werden aber teilweise übernommen.

In Deutschland werden Blutzuckermessgeräte als Medizinprodukte gewertet. Der Anspruch auf Blutzuckerteststreifen als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung ist gesondert geregelt. Die Teststreifen, die meist relativ teuer sind, sind für den Anwender aber grundsätzlich zuzahlungsfrei.

Für jeden das passende Gerät

Da es eine so große Auswahl an unterschiedlichen Typen von Blutzuckermessgeräten auf dem Markt gibt, die sich in der Handhabung und der Größe unterscheiden, ist es wichtig, dass jeder Betroffene ein Blutzuckergerät wählt, das auch seinen Bedürfnissen entspricht. „Unsere Beratungsstellen in den Regionen können Ihnen dabei behilflich sein“, verspricht Stephanie Alder von der Schweizerischen Diabetes-Gesellschaft.

Es existieren mittlerweile auch spezielle Geräte zum Beispiel mit Sprachausgabe für blinde und stark sehbehinderte Diabetiker oder extra großen Tasten für Menschen mit Problemen in der Feinmotorik. Für Kinder gibt es auch bunte Geräte oder verschiedene Hüllen.

viele kleine Spitzen (Gerd Altmann/pixelio.de)
Das tägliche Insulinspritzen kann auch von Pumpen übernommen werden (Gerd Altmann/pixelio.de)

Piekser und Pumpen

Nebst den „Klassikern“ wie Blutzuckermessgerät und Insulinpens kommen noch einige nützliche Helfer dazu, wie zum Beispiel die Stechhilfe. „Zur Blutzuckerselbstkontrolle mit einem Blutzuckermessgerät gehört auch die Blutentnahme – zur Blutgewinnung gibt es auf dem Markt verschiedene Stechhilfen, die eine schmerzarme Blutgewinnung ermöglichen“, erklärt Alder.

Neben der Abgabe von Insulin durch einen Pen gibt es auf dem Markt auch Insulinpumpen, die kontinuierlich eine bestimmte Menge an Insulin in den Körper abgeben. Dabei ist die Pumpe durch ein Infusionsset ständig mit dem Körper verbunden.

Persönliche Beratung und Lebensstil

Es ist wichtig, dass sich betroffene Personen persönlich beraten lassen, um das auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Gerät zu wählen. Hierfür wenden sie sich an die jeweilige regionale Diabetes-Gesellschaft, an einen Arzt oder einen diplomierten Diabetes-Fachberater eines Krankenhauses.

Doch Medikamente und Hilfsmittel sind nicht alles, was das Leben mit Diabetes erleichtern kann: „Wichtig für Diabetesbetroffene sind in erster Linie eine gesunde Ernährung und viel Bewegung“, betont Alder. Eine Umstellung auf einen gesünderen Lebensstil kann die Symptomatik bei Betroffenen deutlich positiv beeinflussen. Deshalb gehört zu einer vollständigen Therapie auch eine Ernährungsberatung dazu.

Für Smartphone-Besitzer gibt es eine ganze Reihe verschiedener hilfreicher Apps, vom Schrittzähler über Messungen von Trainingserfolgen bis hin zu Tools für die Kalorienkalkulation.

Notfallspritze in Transportbox (Michael Horn/pixelio.de)
In Notfällen kann die Notfallspritze Leben retten! (Michael Horn/pixelio.de)

Der Diabetiker-Hund, dein Freund und Helfer

Nebst der ganzen Technik gibt es auch noch tierische Helfer. Diabetikerwarnhunde sind Assistenzhunde, welche dahingehend ausgebildet sind, die Symptome einer Hypoglykämie rechtzeitig zu erkennen und die betroffene Person durch ein speziell erlerntes Signal entsprechend warnen.

Zudem können diese Hunde, je nach Anforderungen zum Beispiel das Blutzuckermessgerät, Nahrungsmittel oder auch Notfallspritzen auf Kommando holen. Wie bei jedem Tier gelten die üblichen Haltungsvorschriften. Vor der Anschaffung sollte man sich deshalb gut überlegen, ob man wirklich für das Tier sorgen kann.

Akzeptanz und Verständnis fördern

Gerade für Kinder kann Diabetes in der Schule ein Grund für Ausgrenzung sein. Wird Diabetes im Unterricht thematisiert, können viele falsche Vorurteile und Hemmungen abgebaut werden. Die Schweizerische Diabetes Gesellschaft wird rechtzeitig zu Beginn des Schuljahres 2012 entsprechende Unterlagen für betroffene Eltern sowie Lehrpersonal veröffentlichen.

Diese Broschüre gibt Eltern von Kindern mit Diabetes die Möglichkeit, Lehrpersonen und anderen Betreuungspersonen ihrer Kinder mit Hintergrundinformationen zu versorgen. Sie ist ab Juli 2012 im SDG Shop erhältlich. Ähnliche Publikationen erhalten Sie auch bei der Deutschen Diabetesstiftung.

Text: M. Plattner / Stephanie Alder – 05/2012

Bilder: pixelio.de
 

Sie haben noch Fragen? Stellen Sie diese gleich hier im Forum!