Technische Hilfen zur Betreuung von Demenzpatienten

alte Frau sieht aus Fenster
Betreuung bei Demenz.
Bildquelle: © geralt – pixabay.com

Demenzpatienten fällt es zunehmend schwerer, ihren Alltag zu koordinieren. Damit sie möglichst lange in der gewohnten Umgebung bleiben können, gibt es viele verschiedene technische Hilfsmittel, die sowohl den Patienten als auch den pflegenden Angehörigen den Alltag erleichtern. Sie helfen dabei, gefährliche Situationen zu umgehen.

 

Technische Hilfen ersetzen nicht die persönliche Pflege

Technische Hilfsmittel sind grundsätzlich dazu da, das Leben von und mit Demenzpatienten zu vereinfachen. Sie sollen dazu beitragen, die Freiheit der Betroffenen zu erhöhen, anstatt sie einzuschränken. Allerdings ersetzen sie nicht die persönliche Aufmerksamkeit der Angehörigen. Im Gegenteil lenken die Hilfsmittel die Aufmerksamkeit schneller auf Krisensituationen, sodass eine gefährliche Eskalation zumeist vermieden werden kann.

Herdsicherung und über Funk verbundene Rauchmelder

Hat der Demenzpatient sein Leben lang gekocht, möchte er oft auch während der Krankheit nicht darauf verzichten. Vergisst er aber die Tatsache, dass er den Herd eingeschaltet hat, kann es dadurch leicht zu einem Wohnungsbrand kommen. Diese Gefahr kann, so das Deutsche Rote Kreuz, durch einen Elektroherd mit einer Herdsicherung gebannt werden: Dieser schaltet sich automatisch ab, wenn eines der Kochfelder zu überhitzen droht. Außerdem kann man selbst auch eine Zeitspanne eingeben, nach der der Herd sich selbsttätig ausschalten soll.

Leben die Angehörigen und der Demenzpatient in einem Haus, aber in unterschiedlichen Wohnungen, können sie Rauchmelder installieren lassen, die über Funk verbunden sind. Wird also der Rauchmelder in der Wohnung des Demenzpatienten ausgelöst, gibt er auch in der Wohnung der Angehörigen Alarm. So können diese schnell reagieren, wenn der Patient selbst nicht weiß, was zu tun ist. Dadurch wird lebensgefährlichen Situationen durch umgefallene Kerzen, vergessene Zigarettenkippen oder andere mögliche Brandherde vorgebeugt.

Technische Hilfen gegen das Verlaufen

Bei einigen Demenzkranken gehört es zum Krankheitsbild, dass sie die Wohnung fluchtartig verlassen, herumwandern und nicht mehr zurückfinden. Um sie möglichst schnell wiederzufinden, kann man GPS-Geräte benutzen. Ein Sender im Handy, am Armband, am Gürtel oder an einem Lieblingsschmuckstück reicht aus, um die Patienten orten zu können. Solche GPS-Sender, über die man sich zum Beispiel beim Hersteller Bornemann beraten lassen kann, funktionieren alle auf eine ähnliche Weise: Sie senden den Standort des Demenzpatienten an ein Zielgerät. Die Genauigkeit stimmt nach Herstellerangaben bis auf 7 Meter genau.

Je nach Modell können die Angaben auf den Rechner oder das Mobilfunkgerät der Angehörigen oder eines Notdienstes geleitet werden. Einige Geräte übertragen die Längen- und Breitengrade des Standortes, andere liefern auch gleich den Straßennamen mit. Auch eine Anzeige des genauen Standortes auf einer Karte ist möglich. Verschiedene Modelle umfassen ebenso einen Notrufknopf und eine Freisprecheinrichtung, sodass die Patienten sich selbst melden können, wenn sie Hilfe benötigen.

Nicht auf Abwege kommen

Damit die Gefahr minimiert wird, dass Demenzpatienten sich verlaufen, kann Alarm ausgelöst werden, wenn sie bestimmte Stellen passieren. Einige der oben genannten GPS-Geräte bieten die Möglichkeit, einen sogenannten Geo-Fence zu errichten. Dieser liegt in einem individuell festgelegten Kreis um den normalen Hauptaufenthaltsort des Geräts. Verlässt der Demenzpatient nun diese sichere, bekannte Zone, wird bei den Angehörigen ein Alarm ausgelöst. Ähnliche Signale kann man sich senden lassen, wenn der Patient die Haustür öffnet oder den Garten verlässt. Allerdings sollte man darauf achten, dass der Alarm den Demenzpatienten nicht erschreckt.

Beim nächtlichen Aufstehen

Werden Demenzpatienten hinfälliger, brauchen sie oftmals Hilfe beim nächtlichen Aufstehen. Angehörige können sich ein Signal senden lassen, wenn der Patient eine Infrarotschranke neben dem Bett unterbricht. Alternativ gibt es auch Sensormatten z.B. von Future-Shape, die man vor das Bett legen kann und die bei Druckbelastung ein Signal senden. Nach dem gegenteiligen Prinzip funktionieren Sensormatten für das Bett: Sie senden ein Signal, wenn der Druck des liegenden Körpers verschwindet.

Technische Hilfen für verschiedene Gelegenheiten

Für Angehörige von Demenzpatienten gibt es zahlreiche Situationen, um die sie sich Sorgen machen müssen. Für viele von ihnen gibt es technische Lösungen.

· Wer Angst hat, dass der Patient ein Bügeleisen angeschaltet auf der Wäsche stehen lassen könnte, kauft eines, das sich selbsttätig abschaltet.

· Neigt der Patient dazu, sich einzuschließen und die Tür nicht wieder öffnen zu können, helfen Universalschlösser weiter, die man auch dann von außen öffnen kann, wenn der Schlüssel von innen steckt.

· Fenstersicherungen verhindern Unfälle in höheren Stockwerken.

· Manche Patienten vergessen auch die Einnahme ihrer Medikamente: Für sie eignet sich der Tablettenspender, der selbsttätig an die Einnahme erinnert. Angehörige befüllen ihn im Vorfeld selbst.

 

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