Endlich schmerzfrei: Höhere Lebensqualität durch Endoprothesen

Foto einer Prothesenanpassung (Foto: dido-ob/pixelio.de)
Nach der Amputation wird in der Regel eine Prothesenanpassung vorgenommen. (Foto: dido-ob/pixelio.de)

Gelenkserkrankungen können die Lebensqualität schwer beeinträchtigen: Viele Betroffene leiden unter chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Ein künstlicher Gelenkersatz durch eine Endoprothese kann Abhilfe schaffen.

Je nach Art und Ausmaß der Gelenksschäden kommen verschiedene Prothesenarten zum Einsatz, in vielen Fällen wird dadurch eine deutliche Besserung der Beschwerden sowie eine weitgehende Schmerzfreiheit erreicht.

Gelenksabnutzung ist mittlerweile eine Volkskrankheit

Am häufigsten machen degenerative Erkrankungen wie Arthrosen oder altersbedingter Verschleiß den künstlichen Ersatz eines Gelenks nötig. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung nehmen diese Beschwerdebilder in allen westlichen Industrieländern zu. Doch auch Unfälle, Tumore oder angeborene Gelenksfehlstellungen Hüftdysplasien können Gelenke so schwer schädigen, dass der Ersatz durch eine Endoprothese empfohlen wird. Knie- und Hüftprothesen machen einen Großteil der künstlichen Gelenke aus, seltener werden Schulter-, Finger- oder Ellenbogengelenke ersetzt.

Endoprothesen: Der Trend geht zum Teilersatz

Die Endoprothetik setzt sich mit dem medizinischen Handwerk des Gelenkaustausches auseinander. Schadhafte Gelenke oder Teile davon werden ersetzt und verbleiben auf Dauer im Körper. Je nach Ausmaß der Schädigung kann eine sogenannte Total-Endoprothese (kurz TEP) oder eine Hemi-Endoprothese (kurz HEP) verwendet werden. Bei einer HEP handelt es sich um einen Teilgelenkersatz, weil nur die geschädigten Gelenks- oder Knorpelanteile ersetzt oder überkront werden. Gesunde Anteile bleiben bestehen, so kann häufig eine bessere Bewegungsfähigkeit und eine längere Haltbarkeit der Prothese erreicht werden - gerade für jüngere Patienten ein großer Vorteil.

Individuelle Entlastung durch die Endoprothese

Gelenkserkrankungen können bis hin zur Schwerbehinderung führen: Je nach Ausprägungsgrad kann bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen des Bewegungsapparats ein Behinderungsgrad von bis zu 100 % erreicht werden. Die Einstufung hängt vom Ausmaß der Funktionseinbußen, von der Belastbarkeit des Gelenks sowie von den individuellen Schmerzen ab. Durch den Einsatz eines künstlichen Gelenks kann sich der Behinderungsgrad verringern. Wie sehr, das hängt ganz vom Zustand des Patienten ab: Der Gesetzgeber sieht beispielsweise bei einer einseitigen Hüftgelenksprothese einen Behinderungsgrad von mindestens 10 %, bei beidseitigen Hüftprothesen einen Behinderungsgrad von mindestens 20 % vor. Es ist aber durchaus möglich, dass individuell ein höherer Prozentsatz bewilligt wird.

Auch wenn die verwendeten Materialien und Operationsmethoden immer besser werden, lässt sich der Erfolg eines Gelenkersatzes leider nicht vorhersagen. Während manche Endoprothesen-Träger etwa ohne Probleme Sport betreiben können, bleiben bei anderen gewisse Bewegungseinschränkungen bestehen.