Asperger und die sozialen Auswirkungen

Ein Mädchen steht einsam an einem Strand. (Bild: Christine Becker/pixelio.de)
Kinder mit Asperger sind meist sozial isoliert. Die einen leiden unter der Einsamkeit, andere weniger. (Bild: Christine Becker/pixelio.de)

Ein von der Umwelt als seltsam empfundenes Sozialverhalten ist das auffälligste Merkmal von Menschen mit dem Asperger-Syndrom. Was bedeutet dies für die Betroffenen und ihre Familien - in der Schule, im Umgang mit Freunden, Geschwistern und Eltern?

Das Asperger-Syndrom ist eine Entwicklungsstörung innerhalb des Autismus-Spektrums. Es wurde 1944 vom österreichischen Kinderarzt Hans Asperger erstmals beschrieben.

Asperger ecken mit ihrem Sozialverhalten an

Asperger ist mit Beeinträchtigungen, aber auch Stärken verbunden. Das auffälligste Merkmal von Menschen mit Asperger ist ein von der Umwelt häufig als seltsam empfundenes Sozialverhalten. "Aspis" haben Probleme mit der sozialen Interaktion und zeigen als unüblich wahrgenommene Reaktionen auf ihre Umwelt.

Sie können sich nur schwer in die Gefühle ihrer Mitmenschen hineinversetzen, haben Schwierigkeiten oder oft gar kein Interesse, Freunde zu finden und Freundschaften zu pflegen, vermeiden oft den Blickkontakt, zeigen stereotype oder angelernte Verhaltensweisen und haben Schwierigkeiten bei Veränderungen. Allerdings ist es wichtig festzuhalten, dass jeder Mensch mit dem Asperger-Syndrom sich von anderen Menschen mit Asperger unterscheidet.

Diagnose Asperger: Schock und Erleichterung zugleich

Doch was heißt dies im Alltag und was bedeutet die Diagnose Asperger für die Familie? "Zuerst war die Diagnose ein Schock", erzählt Franziska Nerl*, bei deren heute 16jährigem Sohn Thomas* vor sechs Jahren Asperger festgestellt wurde. "Andererseits war es auch eine Erleichterung. Es nimmt einem Schuld weg, denn man fragt sich ja ständig, was los ist und was man falsch gemacht hat."

Dies bestätigt auch Barbara Gärtner*: "Ich war schockiert und bin traurig, andererseits aber auch erleichtert, dass wir endlich erfahren haben, was Sache ist", schildert sie ihre Gefühle, nachdem ihr die Ärzte vor wenigen Wochen eröffnet haben, dass bei ihrer 11jährigen Tochter Simone* das Asperger-Syndrom entdeckt worden sei.