Behinderungen im Alter: Welche gibt es und wie können Betroffene und Angehörige damit umgehen?

Beeinträchtigungen im Alter beziehen sich auf die drei Bereiche: Sinne, Körper und Geist.

Leider ist nicht jeder Senior noch rüstig und aktiv. Ab Mitte 50 steigt das Risiko eine körperliche Einschränkung oder sogar eine Behinderung zu erleiden. Daher müssen viele ältere Menschen mit physischen und psychischen Beschwerden zurechtkommen. Welche Möglichkeiten gibt es, sich selbst und die Angehörigen zu entlasten?

Welche Behinderungen sind typisch für ältere Menschen?

Im Alter lässt die Leistungsfähigkeit immer mehr nach. Grund dafür sind Beeinträchtigungen, die zwangsläufig im Laufe des Lebens auftreten. Diese beziehen sich auf drei Bereiche: die Sinne, den Körper und den Geist. Ursachen für die Beeinträchtigungen sind strukturelle Veränderungen wie Abnutzungserscheinungen und verminderte Sauerstoffaufnahme im Blut. Dies beeinflusst negativ die Funktionen der betroffenen Bereiche. Sehr typisch sind Verschleißerscheinungen, die sich auf Beweglichkeit, Kraft und Feinmotorik auswirken. Deswegen fällt es Senioren schwer, bestimmte Alltagsaufgaben zu erledigen. Hinzu kommen Schmerzen und Schwierigkeiten beim Gehen, Bücken, Beugen, usw.
Viele ältere Menschen leider außerdem unter der Demenz, deren häufigste Form Alzheimer ist. Die Ursache für den Gedächtnisverlust sind körperlich bedingt: Bestimmte Zellen im Gehirn sterben ab, wodurch sich Zellverbindungen lösen. Je nachdem wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, bedarf es für die Patienten eine Rund-um-Betreuung.

Wann ist eine Unterstützung beziehungsweise Betreuung von Senioren notwendig und welche gibt es?

Bei der Betreuung ist zunächst die gesetzliche von der privaten Betreuung abzugrenzen. Erstere betrifft Menschen, die einen Vormund benötigen, weil sie nicht mehr alleine Entscheidungen treffen können. Diese ist vom Gesetzgeber geregelt, damit kein Mensch in Deutschland gegen seinen Willen unter Betreuung gestellt werden kann. Das zuständige Amtsgericht entscheidet über einen gestellten Antrag, den Familienmitglieder ebenso wie Freunde oder Ärzte vorlegen können.
Ein privater Betreuer ist dagegen kein Vormund, sondern unterstützt hilfebedürftige Menschen dabei, ihre Selbstständigkeit zu wahren. Dies kann ambulant oder in Form einer 24-Stunden-Betreuung erfolgen. Für diese Aufgabe ist keine Berufsausbildung notwendig, wenn der Seniorenbetreuer keine pflegerischen oder medizinischen Leistungen erbringt. Eine zertifizierte Qualifikation ermöglicht dann, seriöse und kompetente Seniorenbetreuer auszuwählen.
Eine weitere Option ist das Altenpflegeheim. Dort haben die Bewohner möblierte Einzel- oder Doppelzimmer und werden von qualifiziertem Personal stationär gepflegt. Eine Vorstufe davon ist das „betreute Wohnen“, das sich für Senioren eignet, die noch sehr selbstständig sind und nur in gewissen Alltagsdingen Hilfe brauchen. Im Falle einer Pflegebedürftigkeit erhalten sie in solchen Einrichtungen entsprechende Dienstleistungen.
Für welche Betreuungsmaßnahme man sich entscheidet, ist abhängig von der Schwere der Beeinträchtigung und der dadurch benötigten Hilfe. Ist zum Beispiel eine dauerhafte Pflege notwendig, welche die Angehörigen nicht leisten können, ist ein Umzug in ein Altenpflegeheim sinnvoll.

Körperlich eingeschränkt und doch zuhause wohnen – wie funktioniert das?

Viele Senioren möchten trotz körperlicher oder geistiger Einschränkungen ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Wohnung den körperlichen Einschränkungen mit entsprechenden Maßnahmen (z.B. ebenerdige Dusche, Haltegriffe, Treppenlift, etc.) angepasst wird.
Sobald Senioren ihren Haushalt nicht mehr selbstständig führen können, benötigen sie eine dauerhafte Hilfe. Dies ist in Form einer 24-Stunden-Betreuung möglich, wobei gesetzliche Arbeitszeitbegrenzungen einzuhalten sind. Dafür vermitteln Dienstleister wie die Deutsche Seniorenbetreuung kompetente Pflegekräfte, die sich rund um die Uhr um die betreuungsbedürftige Person kümmern. Sie führen den Haushalt, erledigen Einkäufe und begleiten den Pflegebedürftigen zum Arzt. Dazu wohnt die Betreuungskraft im gleichen Haushalt, ihre jeweiligen Aufgaben werden in einem Vertrag festgelegt, der seit Mai 2011 mit der Betreuungskraft selbst geschlossen werden darf. Momentan werden in Deutschland 1,8 Millionen Pflegebedürftige in den eigenen vier Wänden betreut. Da deutsche Pflegekräfte bis zu 10.000 Euro im Monat kosten können, stammen die meisten aus Polen, Tschechien und der Slowakei. Bevor man eine solche Dienstleistung in Anspruch nimmt, sollte der Vermittler genau geprüft werden. Für Seriosität spricht zum Beispiel, dass man die Betreuungskraft erst kennenlernen und sich für eine andere entscheiden kann, wenn die Chemie nicht stimmt.