Vorurteile? Nein danke!

Ein Ortseingangsschild mit der Aufschrift: Tolerante Stadt (Bild: Oliver Klas / pixelio.de)
(Bild: Oliver Klas / pixelio.de)

Die deutsche Gesellschaft versteht sich als besonders weltoffen. Beim genaueren Blick in die Medien wird jedoch schnell klar: So tolerant, wie sich die Deutschen gern sehen, sind sie noch lange nicht.

Homosexuelle können zwar immer offener mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen. Pöbeleien und sogar tätliche Angriffen gehören dennoch zur Tagesordnung. Selbst in Großstädten müssen sich Menschen mit einer anderen Hautfarbe vor fremdenfeindlichen Angriffen schützen. Auch Menschen mit Handicap sehen sich einer Reihe von Vorurteilen ausgesetzt, die in einer – oft stillen – Diskriminierung münden. Welche Vorurteile sind das und was kann getan werden, damit Behinderte endlich als Teil einer bunten Gesellschaft wahrgenommen werden?

Vom „Monster“ zum Imageschaden

Menschen mit Handicap sind anders, daran gibt es keinen Zweifel. Aber auch wenn sie anders aussehen, anders sprechen, andere Laute von sich geben oder sich anders verhalten, sind sie genauso einzigartig wie jeder Mensch. Auch Nichtbehinderte unterscheiden sich voneinander. Unterschiede, so scheint es, sind wichtig, damit die eigene Identität zutage tritt.

Viele Menschen haben Angst, sich im Umgang mit Behinderten falsch zu verhalten. Sie wissen schlicht nicht, wie sie Menschen mit Handicap begegnen sollen. Oft ist es kein böser Wille, sondern Angst und Unsicherheit, die es Nichtbehinderten unmöglich machen, ihre Mitmenschen zu integrieren. In einem Artikel von 1980 diskutiert die Wochenzeitung „die Zeit“ die Zurschaustellung behinderter Menschen. Leider ist diese Lust, Menschen mit Handicap als Kuriosum der Öffentlichkeit zu präsentieren, auch heute noch vorhanden.
Noch heute gibt es erschütternde Berichte von Behinderten, denen der Zugang zu Lokalen verweigert wird. Noch immer möchten einige Fluggesellschaften keine behinderten Reisenden mitnehmen. Manches Unternehmen scheint Menschen mit Handicap als Imageschaden zu betrachten. Behinderte sind nicht behindert, sie werden behindert!

Was zu tun ist

Gegen Vorurteile, das weiß jedes Kind, helfen nur Begegnungen. Es ist höchste Zeit, Menschen mit Handicap eine Stimme zu geben. Der Berliner Inklusionspreis ermutigt Firmen, behinderten Mitarbeiten eine Chance zu geben. Viele Chefs sind erstaunt, wie gut das gelingt. „Echt gut! 2013“ zeichnete eine Initiative aus, in der Behinderte Nichtbehinderten helfen. Hier drehen die vermeintlich Schwachen den Spieß einfach um. Am besten lassen sich Vorurteile aber dadurch abbauen, dass man Unterschiede akzeptiert und lieben lernt. Wenn der Reiseblog von Expedia.de darüber berichtet, wie unterschiedlich Männer und Frauen ihren Urlaub verbringen möchten, dann geschieht das im Wissen, dass beide zusammen lachen können und gut erholt von ihrer Reise zurückkommen. Unterschiede annehmen und als etwas Positives wahrnehmen, das ist, was unsere Gesellschaft dringend lernen muss!

Bild: pixelio.de

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