Freiwilliges soziales Jahr

Ein Mann von einer Hilfsorganisation reicht einem kleinen Mädchen die Hand (Bild: l4gerardo / pixabay.com)
Auch im Ausland kann man ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren (Bild: l4gerardo / pixabay.com)

Für die meisten jungen Menschen ist es oft gar nicht so einfach, sich nach der Schule direkt in das Berufsleben zu stürzen. Dazu kommt noch, dass viele von ihnen nach der Schule nicht sofort einen Ausbildungs- oder Studienplatz haben und noch eine ganze Weile warten müssen. Um diese Wartezeit sinnvoll nutzen zu können, entschließen sich wiederum einige der jungen Menschen, ein freiwilliges soziales Jahr abzuleisten.

Diese Einrichtung ist nicht zwingend an die Dauer eines Jahres gebunden, sondern kann in der Zeit durchaus variieren. Einrichtungen, wie etwa Behindertenwerkstätten, können hiervon gezielt profitieren. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Begriff des freiwilligen sozialen Jahres?

Eine lange Tradition mit Ursprung in der Nachkriegszeit

Das freiwillige soziale Jahr ist streng genommen eine Einrichtung, die ihren Ursprung in der Kirche findet. Daher wird auch heute noch manchmal von einem diakonischen Jahr gesprochen. Die Idee entstand Mitte der 50er Jahre und galt zunächst nur für die jungen Frauen und wurde auch nur regional genutzt. Rund ein Jahrzehnt später wurde die Idee vom Staat aufgenommen und per Gesetz sogar in die staatliche Förderung mit aufgenommen. Das freiwillige soziale Jahr war geboren und kann nun von interessierten jungen Menschen beiderlei Geschlechts wahrgenommen werden. Durch die gesetzliche Grundlage haben die jungen Menschen, die einen solchen Dienst ableisten, die gleiche Stellung wie ein Auszubildender. Es gibt im Internet eine Menge Informationen. Wer zum Beispiel freiwilliges soziales Jahr unter www.volunta.de nachliest, der kann sich mit den wesentlichen Fakten hierzu vertraut machen. Auf die wichtigsten Punkte wird jedoch auch hier noch eingegangen.

Dienst am Menschen in sozialen Einrichtungen

In der Regel wird der Dienst im freiwilligen sozialen Jahr auch in sogenannten sozialen Einrichtungen geleistet. So stehen Aufgaben an in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Jugendzentren, Kindergärten und Kindertagesstätten, Behindertenwerkstätten und vielen mehr. So werden auch an vielen Schulen für die Betreuung von Kindern sehr oft Menschen eingesetzt, die gerade ein freiwilliges soziales Jahr leisten. Speziell für junge Menschen, die ihre berufliche Laufbahn einmal in eben einer solchen Richtung begehen möchten, kann dieser soziale Dienst als eine Art Standortbestimmung genutzt werden. So ist dies eine gute Vorbereitung für ein Studium der Sozialpädagogik oder auch für junge Menschen, die später einmal Lehrer werden möchten. Da der abzuleistende Dienst von den jungen Leuten nur als Unterstützung in den entsprechenden Einrichtungen gedacht ist, erhalten sie auch eine durchgehende Betreuung des Trägers dieser Maßnahme. Darüber hinaus werden Seminare abgehalten, die den Teilnehmern als weiterführende Qualifizierung dienen. Die Betreuung durch den Träger beginnt schon vor der eigentlichen Maßnahme, denn es wird eine Unterstützung bei der Auswahl der entsprechenden Einsatzstelle geboten.

Eine ehrenvolle Aufgabe, die nicht umsonst ist

Zu den Rahmenbedingungen für das freiwillige soziale Jahr gehört es, dass die jungen Menschen für ihren ehrenvollen Dienst ein monatliches Taschengeld erhalten. In der Regel ist dies vom Träger und der Einsatzstelle abhängig, bewegt sich aber immer um einen Betrag von 330,-- Euro. In den meisten Fällen erhalten die Teilnehmer auch eine Verpflegungspauschale oder können kostenlos eine Unterkunft erhalten und an den Mahlzeiten teilnehmen. Dies ist unabhängig von dem Taschengeld zu sehen. Während der Dauer der Maßnahme sind die Teilnehmer auch komplett sozialversichert. Das bedeutet, dass durch den Träger der Maßnahme auch Beiträge für alle sozialen Versicherungen (Krankenversicherung, Rentenversicherung, etc.) geleistet werden. Da die Teilnahme nur für Personen gedacht ist, die noch sehr jung sind, kann auch der Anspruch auf Kindergeld weiterhin bestehen. Dies ist für alle Teilnehmer unter 25 Jahren interessant. Ebenso interessant sein dürfte die Tatsache, dass die jungen Menschen weitere Vergünstigungen genießen können. Mit einem Ausweis sind so zum Beispiel Nachlässe bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Zeit bis zum Berufsstart sinnvoll nutzen

Mit der Möglichkeit, ein freiwilliges soziales Jahr zu leisten, haben junge Menschen eine sehr gute Chance, sich auf das spätere Berufsleben oder auch auf das anstehende Studium, bestens vorzubereiten. Hinzu kommt, dass diese ehrenvolle Tätigkeit auch noch entlohnt wird. Natürlich sind so keine Reichtümer zu erzielen, aber das ist auch nicht der Sinn dieser Maßnahme. Hier steht der Dienst am Menschen im Vordergrund. Damit den jungen Menschen diese Aufgaben leichter fallen, werden sie von den Trägern der Maßnahme während der gesamten Zeit betreut und über Seminare qualifiziert weitergebildet. Es gibt darüber hinaus weitere Vorteile, die ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden sollten.

  • Monatliches Taschengeld für die geleistete Arbeit
  • Kindergeldanspruch für Teilnehmer unter 25jährige
  • Anrechnung als Wartezeit für Studienvergabe
  • Anerkennung als Praktikum, bzw. Vorjahr bei bestimmten Ausbildungen
  • Komplett sozialversichert

Des Weiteren beginnt die Betreuung schon im Vorfeld bei der Suche nach einer passenden Einsatzstelle. Für die jungen Menschen ist dieses freiwillige soziale Jahr aber auch für die persönliche Entwicklung entscheidend, da hier die sozialen Eigenschaften geprägt werden können.

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