Zwei Kinder spielen Schach (Bild: Münchner Schachstiftung)
Am Schachbrett vergessen sie ihr Handicap (Bild: Münchner Schachstiftung)

Am Schachbrett vergessen sie ihr Handicap. Hier können Menschen mit Behinderung zeigen, zu welchen sportlichen Höchstleistungen sie in der Lage sind.

Das Schachturnier "Geistesblitz und Taktikwitz" in der Stiftung Pfennigparade ist beispielhaft dafür, die Fähigkeiten von behinderten Menschen zu stärken, anstatt sich auf das "Reparieren" von Defiziten zu konzentrieren. Am 29. Juni 2015 findet die Veranstaltung bereits zum sieben Mal statt.

Beim Schach kommt es darauf an, sich in seinen Gegenüber hineinzuversetzen, dessen Züge vorauszusehen und seine eigene Strategie auf die Taktik des Gegners einzustellen. Körperliche Fähigkeiten oder sprachliche Kenntnisse sind hierfür nicht zwingend notwendig. Vielmehr entscheidet ein wacher Geist darüber, wer den Gegenüber schachmatt setzt. Eben diese Gedächtnisleistung ist es, die das Schachspiel derart integrativ macht: Hier kann jeder zeigen, was in ihm steckt - gleich welcher Herkunft oder gesundheitlichen Situation.

Münchner Schachstiftung fördert benachteiligte Menschen

Die Münchner Schachstiftung, die das Turnier "Geistesblitz und Taktikwitz" gemeinsam mit der Stiftung Pfennigparade zum siebten Mal austrägt, hat seit 2007 mehr als 2.500 Benachteiligte gefördert. Die Initiative bemüht sich vor allem um Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien, Kinder mit Migrationshintergrund und junge unbegleitete Flüchtlinge. Darüber hinaus werden Körperbehinderte aller Altersstufen sowie Autisten gefördert. Im Erwachsenentraining sollen insbesondere Senioren eine Möglichkeit zur Teilhabe bekommen.

Ein Bild vom Schachturnier in der Pfennigparade aus dem Jahr 2013 (Bild: Münchner Schachstiftung)
Ein Kind im Rollstuhl spielt Schach (Bild: Münchner Schachstiftung)
Paul Breitner mit einem Kind im Rollstuhl. welches einen Pokal und eine Urkunde erhalten hat (Bild: Münchner Schachstiftung)

Schach schult den Verstand und vermittelt viele Kompetenzen

Schach macht nicht nur Spaß, es hat auch viele positive Effekte bei der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wie eine Studie der Universität Trier zeigt, steigert Schach die Konzentration und kann so zu besseren Schulnoten führen. Darüber hinaus lernt man am Schachbrett die Regeln des fairen Wettbewerbs und entwickelt ein Verständnis für Strategie.

Mehr als 60 Teilnehmer treten gegeneinander an

Die Kombinationsgabe, das faire Miteinander - all das kann man auch beim Schachturnier "Geistesblitz und Taktikwitz" immer wieder beobachten. In diesem Jahr haben sich mehr als 60 Teilnehmer angemeldet. Sie treten in sieben Runden nach dem "Schweizer System" gegeneinander an. Eine Partie dauert 40 Minuten. Ihr Handicap wird sichtbar sein - und doch werden es die Spieler vergessen machen durch eine außergewöhnliche Leistung am Schachbrett, die zeigt: Es lohnt sich, die Stärken des Menschen zu fördern.

Münchner Schachstiftung bietet Kurse in der Stiftung Pfennigparade an

Um Menschen mit Behinderung zu unterstützen, bietet die Münchner Schachstiftung in den Räumen der Stiftung Pfennigparade regelmäßig einen Schachkurs an, an der für alle Interessierten offen ist, gleich ob sie gesund sind oder eine Einschränkung haben. Einmal die Woche spielen Schüler, Bewohner und Werkbeschäftigte gemeinsam und erleben, dass Inklusion funktioniert. "Hier können Menschen mit Handicap zeigen, dass sie geistig fit sind und sie werden nicht als anders wahrgenommen, weil sie eine Behinderung haben", sagt Dijana Dengler, Stiftungsvorsitzende der Münchner Schachstiftung.

Das 7. Große Schachturnier "Geistesblitz und Taktikwitz" der Münchner Schachstiftung findet am 29. Juni 2015 von 8 - 16.30 Uhr in den Räumen der Stiftung Pfennigparade, Barlachstraße 24, 80804 München, statt.

Text: Philipp Jauch - 05/2015
Bilder: Münchner Schachstiftung

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