Doppelbett mit Liebesbrücke

Cover vom Buch „Doppelbett mit Liebesbrücke“
Buch Cover (Foto: Aline Engels)

Kennenlernen, Zeit miteinander verbringen, sich verlieben, zusammenziehen, heiraten – eigentlich erzählt Aline Engels in ihrem autobiografischen Roman eine ganz alltägliche Liebesgeschichte. Doch ihre Hochzeit ist gar keine echte Hochzeit, in der gemeinsamen Wohnung leben noch sieben weitere Männer und das Doppelbett im Schlafzimmer benötigt eine Liebesbrücke...

Die große Liebe im Leben von Aline Engels heißt Tim Erdmann. Obwohl sie schon bei der ersten Begegnung sehr von ihm angetan ist, soll es noch einige Zeit dauern, bis die beiden sich besser kennen und schließlich auch lieben lernen. Die Leser_innen begleiten Aline und Tim dabei über alle Phasen der frischen Beziehung hinweg in einer sehr spannenden Zeit. Nicht nur für die beiden Protagonisten der Geschichte, sondern auch für deren gesamtes Umfeld. Bis hin zur Hochzeit, die aufgrund der aktuellen Gesetzeslage in Deutschland gar keine echte Hochzeit sein darf.

sieben Assistenten

Aufgrund einer Muskelschwäche sitzt Tim im Rollstuhl und ist rund um die Uhr auf die Unterstützung eines seiner sieben Assistenten angewiesen. Nicht gerade ein Schwiegersohn, wie ihn sich Eltern zunächst für ihre Tochter vorstellen. Dass es aber doch ein Mann wie aus dem Bilderbuch ist, zeigt Aline ihrer gesamten Familie mit viel Einfühlungsvermögen und Kreativität. So wird die Beziehung der beiden bald nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Familien, Freunde und Tims Assistenten zur Selbstverständlichkeit. Zusammen machen sie sich schließlich daran, die Herausforderungen eines gemeinsamen Alltags mit speziellen Bedürfnissen zu lösen.

Dinge, die geklärt werden müssen

Wie in jeder Partnerschaft gibt es neben stundenlangen Kuschelleien und romantischen Momenten schließlich auch Dinge, die zunächst einmal geklärt werden müssen. Dass diese in einer solchen speziellen Lebenssituation etwas ungewöhnlicher sein können, lernen Aline und die Leser_innen ziemlich schnell. Wie organisiert man traute Zweisamkeit, wenn immer jemand in der Nähe sein muss? Wie kann man als frisch verliebtes Paar auch mal kleine Geheimnisse für sich haben? Welche Rolle spielt die Frau nun in diesem Männerhaushalt? Und vor allem: Was hat es mit der Liebesbrücke für das Doppelbett auf sich?
Neben der Auflösung dieser und anderer Fragen, bekommen die Leser_innen bei einem frischen und emotionalen Schreibstil einen authentischen Einblick in die Leben zweier Menschen und ihrer Beziehung, die herrlich normal und doch besonders zugleich ist.

Mut machen

Aline Engels möchte mit ihrem Buch anderen Menschen Mut machen. Von so einer Belanglosigkeit wie einer körperlichen Behinderung lässt sich Amor schließlich nicht aufhalten.
Gleichzeitig zeigt die Geschichte von Aline Engels und Tim Erdmann, wie sehr die Gesetzgebung in Deutschland hinterher hinkt. Alle Namen und Orte in dem Roman mussten nämlich verändert werden, damit die Protagonisten von den Kostenträgern nicht erkannt werden. Denn wer in Deutschland einen hohen Assistenzbedarf hat, muss auf Sozialhilfeniveau leben. Auch wenn er selbst Geld verdient, Steuern zahlt und Arbeitsplätze schafft. Selbiges gilt für den Partner oder die Partnerin.
Umso schöner ist die Geschichte „Doppelbett mit Liebesbrücke“ mit all den Schmetterlingen im Bauch und zahllosen Glücksmomenten einer Partnerschaft. Lässt sie die Leser_innen doch eines ganz deutlich spüren: Für die Liebe gibt es immer einen Weg. Nicht immer ohne Hindernisse, aber letztendlich doch ganz ohne Barrieren.

MyHandicap und Aline Engels verlosen drei Signierte Exemplare von „Doppelbett mit Liebesbrücke“ unter den UserInnen unserer Community.
Einfach bis zum 31. August 2015, 12:00 Uhr, eine Privatnachricht mit dem Betreff „Doppelbett“ an Justin_MyHandicap senden und mit ein bisschen Glück gewinnen.

Text: Justin Black 08/2015 Foto: Aline Engels