Eltern eines behinderten Kindes – und glücklich!

Die Gesundheit ihrer Kinder ist für Eltern das Wichtigste. Wenn der Nachwuchs eine Behinderung oder chronische Krankheit hat, ist das für viele zunächst ein Schock. Unsicherheit und Angst macht sich breit. Dabei sind Kinder mit Behinderung eine Bereicherung und das Handicap steht einem glücklichen Familienleben nicht im Weg.

Die Nachricht, dass der Sohn oder die Tochter eine Behinderung hat, ist für Eltern ein schwerer Moment. Sie wissen oft nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen, machen sich Sorgen um die Zukunft - viele fragen sich, ob sie Schuld an der gesundheitlichen Situation des Kindes haben. All das ist vollkommen normal. Und doch hilft es, das gemeinsame Leben positiv zu gestalten, anstatt sich allzu sehr auf die Einschränkungen zu konzentrieren, die ein Handicap mit sich bringt. Die Eltern von MyHandicap-Mitarbeiter Justin Black  erzählen im Interview, wie sie mit der Nachricht umgegangen sind, dass ihr Sohn eine unheilbare Krankheit hat - und wie sie das Leben mit einem behinderten Kind positiv gestaltet haben.

Schock verarbeiten, nach vorne blicken, etwas Sinnvolles tun

Mit der Erkrankung positiv umgehen, nach vorne blicken, das Gute sehen - das hört sich toll an, scheint für Betroffene aber weit weg. Dennoch ist es wichtig, nach einer Phase der Verarbeitung die Initiative zu ergreifen und das Leben mit allen seinen Herausforderungen in die Hand zu nehmen. Diplom-Psychologe Tim Glockner gibt Tipps, wie Eltern, die ein behindertes Kind bekommen, mit der Situation besser umgehen können und wie sie es schaffen, ein Vorbild für andere zu werden.

Information hilft, mit einer Behinderung umzugehen

Bei aller Akzeptanz wollen Eltern immer das Beste für ihr Kind und versuchen, die gesundheitliche Situation so gut es geht zu verbessern. Deshalb informieren sie sich ausführlich über aktuelle medizinische Entwicklungen und tauschen sich in Foren mit Fachexperten und Betroffenen aus. Hier finden sie kompetente Ansprechpartner, können ihre Erfahrungen teilen und sich über Behandlungsmöglichkeiten auf dem Laufenden halten. Das ist wichtig, damit sie die Gewissheit haben, keine Chancen zu verpassen und zugleich in der Lage sind, ihre Situation selbstbestimmt anzunehmen.

Finanzielle Förderung und Unterstützung organisieren

Damit Eltern mit einem behinderten Kind arbeiten gehen können, müssen sie die Betreuung des Kindes organisieren. Auch wenn die Eltern selbst eine Behinderung haben und das Kind gesund ist, stellt sich für viele die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Nachbarschaftshilfe, Angebote der Caritas oder Ehrenamtliche sind häufig eine große Unterstützung. Außerdem kann man sich um eine Elternassistenz bemühen. Darunter versteht man die individuelle Unterstützung, die Mütter und Väter mit Behinderung benötigen, um die elterliche Sorge selbstständig ausüben zu können. Allerdings gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf Elternassistenz. Betroffene sollten vor allem hartnäckig und flexibel sein. Denn oftmals gibt es andere finanzielle Förderungen, die die Lebenssituation einer Familie mit Behinderung deutlich verbessert - ganz gleich, ob die Eltern oder die Kinder ein Handicap haben.