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Wieso erhält man bei GdB 100% das Merkzeichen g und nicht ag?

Topic Status: beantwortet

 » Recht & Soziales
Landesflagge: DE
Conny04
Themenersteller
Beiträge: 2
Hallo, hier geht es nicht um mich, sondern vielmehr um meinen Vater (70). Im Oktober wurde ihm ein Darmtumor entnommen, im Februar (aufgrund des Krankenhauskeims) der linke Unterschenkel amputiert und anschließend im April ein Nierenbeckentumor. Zudem hat er noch Diabetes. Er brauch ganz viel Unterstützung und kann nur unter großer Anstrengung mit Krüggen laufen und das auch nicht besonders weit. Er hat zudem den Pflegegrad 2 und ist drauf angewiesen, dass das Kfz direkt vor der Tür steht. Und da fängt das Problem an. Er hat jetzt einen Schwerbehindertenausweis mit 100% erhalten, steht auch so im schreiben und nicht nur auf dem Ausweis, und hat nur das Merkzeichen g. Für die Inspruchnahme eines Behindertenparkplatz reicht das derzeitige Merkzeichen nicht aus, aber die tatsächliche Situation besagt was anderes. Wir sind jetzt in Widerspruch gegangen und haben zudem das Gutachten vom MDK begefügt, woraus ganz klar hervorgeht, dass seine Mobilität absolut eingeschränkt ist und er immer Untersützung benötigt. Laut Telefonat mit dem Versorgungsamt reicht dies nicht aus, um dem Widerspruch zu entsprechen.
Welche Möglichkeiten gibt es noch einen Parkplatz direkt vor der Haustür zu erhalten?
Wir wissen schon langsam nicht mehr, was wir machen sollen, außer bei Absage zu klagen, was für Rentner finanziell nicht möglich ist.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 09.07.2017 um 22:05.]
Verfasst am: 09. 07. 17 [21:04]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
Gelöschter Benutzer
Hallo Conny,
schau mal die folgenden Voraussetzungen für das Merkzeichen "aG":
____________________________________________________________

2. Voraussetzungen

(externer LinkAnlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung, Teil D, Nr. 3)

Die Voraussetzungen für das Merkzeichen aG sind z.B. anzunehmen bei:
•Querschnittlähmung
Doppeloberschenkelamputation
Doppelunterschenkelamputation
•Hüftexartikulation (vollständige Entfernung des Oberschenkels)
•einseitige Oberschenkelamputation und?keine Möglichkeit ein Kunstbein zu tragen
oder
?nur Beckenkorbprothese möglich
oder
?zugleich Unterschenkel- oder Armamputation

•ständigem Angewiesensein auf einen Rollstuhl, z.B. auch bei schweren und schwersten Erkrankungen der inneren Organe wie Herzschäden mit schweren Dekompensationserscheinungen oder Ruheinsuffizienz sowie schweren Einschränkungen der Lungenfunktion.
:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Es ist sehr schwierig das Merkzeichen "aG" zugesprochen zu bekommen. Begründe deinen Widersuch sehr ausführlich und mit möglichst ausführlichen Diagnosen der Ärzte.
Viel Erfolg.
Gruß Hippy


Ich würde mich freuen zu erfahren ob meine Antwort ein wenig hilfreich war! Danke
Verfasst am: 09. 07. 17 [23:12]
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Gelöschter Benutzer
Hallo,

zur ersten Frage....
.... nach deiner Schilderung hast du zurecht Zweifel daran, dass der Bescheid wohl nicht ganz in Ordnung ist.
Wenn bereits nach einer telefonischen Auskunft die Sachbearbeitung "komisch" macht,, empfehle ich dir einen Rechtsbeistand in Anspruch zu nehmen. Sozialverbände wie der "Sozialverband VdK, Sozialverband Deutschland oder vergleichbare Institutionen" unterstützen einem im Widerspruchsverfahren. Jedoch muss man Verbandsmitglied sein aber es rechnet sich gegenüber einem selbst gesuchten Anwalt.

Zu deiner zweiten Frage...
...., die Einrichtung eines gesonderten Parkplatzes vor der Tür obliegt in erster Linie dem Hauseigentümer sofern eigener Grund und Boden dieses hergeben. In Städten und Gemeinden, wo man an der Straße wohnt, obliegt es der örtlichen Kommunalverwaltung (z.B. Straßenverkehrsamt, Ordnungsamt) ob ein gesonderter Parkplatz eingerichtet werden kann. Eine "muss - Verpflichtung" gibt es nicht.
Die Kommune muss jedoch überprüfen ob ein Parkplatz eingerichtet werden "kann".
Sofern örtliche Begebenheiten es zulassen, unter der Berücksichtigung von -
- keine "öffentlichen Behindertenparkplätze" in der Straße obwohl ausreichende reguläre öffentliche Parkflächen zu Verfügung stehen,
- Straßennutzungsaufkommen lassen es zu
- bauliche Begebenheiten
- Anliegerinteressen (auch andere Anwohner haben berechtigte Interessen)
- Gewerbeinteressen
usw.
muss eine Kommune, einen bei begründeten Bedarf, einen für die entsprechende behinderte Person, einen personenbezogenen Parkplatz einrichten. Dieser Parkplatz darf ausschließlich nur von dieser Person genutzt werden und nicht durch Familienmitgliedern, Besucher der Person, Pflegediensten oder der Gleichen.
Aber um es vorweg zu nehmen, für einen solchen Parkplatz ist das "Merkzeichen aG" im Behindertenausweis meist maßgeblich sowie das die behinderte Person auch einen eigenes Kfz besitzt.

Einfach mal bei der Gemeindeverwaltung oder Stadtverwaltung nachfragen.

Gruß
rollispeedy

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.
-Jean-Jacques Rousseau-
Verfasst am: 10. 07. 17 [12:19]
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indiatraveller
Beiträge: 36
Hallo ich bin im Pflegeheim und habe ebenfalls GdB 100 mit Kennzeichen G.
Habe Pflegegrad 2 und wollte Höherstufung in Pflegegrad 3
Dies wurde vom MDK abgelehnt.
Da ich öfters außerhalb vom Heim Arzttermine habe und Krankentransport benötige, dies aber nicht mit Pflegegrad 2 und Kennzeichen G genehmigt wird, habe ich beim Versorgungsamt den Eintrag aG beantragt und genehmigt bekommen.icon_biggrin.gif
Anmerckung: Pflegegrad hat nichts mit dem Kennzeichen zu tun und haben doch einen Zusammenhang siehe wie von mir beschrieben. : 1x icon_lol.gif
1x banghead.gif

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.07.2017 um 17:50.]

Liebe Grüße
Berty
Verfasst am: 10. 07. 17 [17:41]
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Conny04
Themenersteller
Beiträge: 2
indiatraveller hat geschrieben:

Hallo ich bin im Pflegeheim und habe ebenfalls GdB 100 mit Kennzeichen G.
Habe Pflegegrad 2 und wollte Höherstufung in Pflegegrad 3
Dies wurde vom MDK abgelehnt.
Da ich öfters außerhalb vom Heim Arzttermine habe und Krankentransport benötige, dies aber nicht mit Pflegegrad 2 und Kennzeichen G genehmigt wird, habe ich beim Versorgungsamt den Eintrag aG beantragt und genehmigt bekommen.icon_biggrin.gif
Anmerckung: Pflegegrad hat nichts mit dem Kennzeichen zu tun und haben doch einen Zusammenhang siehe wie von mir beschrieben. : 1x icon_lol.gif
1x banghead.gif


Und das haben die einfach so genehmigt ohne wenn und aber????
Verfasst am: 10. 07. 17 [21:56]
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Landesflagge: DE
indiatraveller
Beiträge: 36
Conny04 hat geschrieben:

Und das haben die einfach so genehmigt ohne wenn und aber????


Hallo Conny04 natürlich nicht
Das kam so, ich habe seit über 10 Jahren Pflegestufe 1, jetzt Pflegegrad 2, mit Kennzeichen G
Bin im Pflegeheim und konnte über Nacht nicht mehr stehen, gehen.
Auch bin ich total beidseitig inkontinent geworden.
Bin jetzt 100% auf Rollstuhl angewiesen
Mein Antrag für Pflegegrad 3 wurde vom MDK abgelehnt, da ich geistig fit und keine Anzeichen einer Demenz erkennbar sind, waren.
Widerspruch durch VDK läuft noch
Ich sollte ins Krankenhaus mit Krankenwagen zur Untersuchung
Meine Kasse lehnte Kostenübennahme für Transport ab.
Mein Hausarzt stellte einen Antrag für Transportschein an KK, diese genehmigte.
Mein Neurologe stellte ein Gutachten an Versorgungsamt für Eintrag Kennzeichen aG aus, da in Zukunft keine Verbesserungen zu erwarten sind
und somit wurde aG genehmigt.
Es war ein mühsames Unterfangen alles in die Reihe zu kriegen


Liebe Grüße
Berty
Verfasst am: 11. 07. 17 [10:46]
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Gelöschter Benutzer
Hallo Conny 04
Ich habe auch GDB 100 Merkzeichen G. aG. und B
Mir wurde mal gesagt beim Schwerbehindertenausweis ist es nicht entscheidend ob Du 50/70/ oder 100 % hast, sondern es kommt allein auf die Merkzeichen an!
Warum es in Dein Fall kein aG gibt kann ich nicht nachvollziehen.Ich hätte mich da auch mit mein Anwalt schlau gemacht.
Ich habe nachgeforscht und rausgefunden das einen ein Behindertenparkplatz gesetzlich zusteht .
Vorraussetung Du hast das aG. Sogar ein Personenbezogener Behindertenparkplsatz steht der Person zu.
Problem : Man hat keinen Gesetzlichen Anspruch drauf , sagte mein Anwalt. Es liegt allein beim Ordnungsamt ob Sie Dir ein Parkplatz einrichten oder nicht . Es sollte allerdings auch genug Platz vorhanden sein . In mein Fall wird jetzt ein Parkplatz eingerichtet , allerdings kein Personbezogener. Er ist etwa 50 m von meiner Tür . Es geht gerade so. Ich habe COPD Stufe 4.
Ps. Ich habe das B für Begleitperson. Ich war am Flughafen . Die Begleitperson fliegt inner Deutschlands kostenlos . Sie zahlt nur die Flughafensteuer. ( Nicht die Flugsteuer) und hat auch ein Freigepäck . Der Schwerbehinderte zahlt den vollen Preis . Zumindest ist das bei Lufthansa so.
Alles Gute
Mfg Michael
Verfasst am: 12. 07. 17 [09:11]
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