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Wie verkrafte ich die Depression meines Partners?

Topic Status: beantwortet

 » Psychische Erkrankungen & Therapien
Gelöschter Benutzer
Mein Freund ist nun seit sechs Wochen wegen einer schweren Depression in einer psychiatrischen Klinik. Ihm gehts momentan sehr schlecht. Seiner Ansicht nach ist natürlich keine Besserung in Sicht. Er sagt, er wird wohl einige Jahre lang krank sein. Nun plagen ihn Schuldgefühle, weil er mir diese Belastung nicht zumuten will, auch wenn ich ihm immer wieder zu verstehen gebe, dass ich das schaffe und für ihn da sein will. Das wiederum belastet ihn noch mehr, sodass seiner Meinung nach der einzige Ausweg sei Schluss zu machen, damit es mir besser ginge und ihm im Endeffekt auch, weil so die ganzen Schuldgefühle von ihm fallen würden. Das ist insgesamt natürlich eine sehr schwere Zeit für unsere Beziehung und ich muss natürlich auch zugeben, dass ich auch sehr darünter leide und schon sehr lange versuche für uns beide stark zu sein. Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit einem depressiven Partner gemacht? Wie seid Ihr damit umgegangen? Ich bin dankbar für jede geteilte Erfahrung, jeden Tip und Ratschlag.
Verfasst am: 21. 11. 18 [00:23]
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ave64
Beiträge: 116
Hallo Frau Sonne icon_smile.gif
nein, da hilft keine selbstlose Liebe, denn da würde man sich von sich selbst loslösen ... Um dich zu schützen, musst du zuerst an dich denken und nicht sein Problem zu Deinem Problem machen. Was kommt, wenn du die Belastung nicht mehr erträgst? Pass auf dich auf!
Wenn man mit Psychopharmaka gelenkt wird, ist die Zukunft ungewiss. Dir sind evtl. die Schicksäle von Germanwings-Absturz, OEZ Attentat und viele weitere Suizide in der Verbindung mit Psychopharmaka bekannt, weil du so offen darüber sprichst und dir berechtigterweise Sorgen machst. Die Einstellung solcher Medikamente lässt sich nicht voraus sagen, die Menschen sind verschieden; im Grunde ist der Mensch damit aber doch sehr allein. Da kannst du machen, was du willst, er dreht sich doch nur in seiner negativen Gedankenwelt, sucht Gleichgesinnte, die ihn nicht helfen können und ihn darin noch mehr verstärken, wie aussichtslos doch alles das ist.
Er hätte sich helfen können in Rahmen einer Psychotherapie, bevor er in die medikamentöse Behandlung eingewilligt hat. Deswegen schreibe ich das hier, für dich und für die Anderen... Weil wenn der Suizidgedanke schon mal aufkommt, dann braucht er die Medikamente. Und diese sind nicht die Lösung.
Die Psychotherapie sollte schon viel früher beginnen. Einen negativ gestimmten Menschen kannst du nicht einfach umstimmen, weil die Einstellungen zu sehr verankert sind. Überzeugungen zu ändern ist eben nicht so einfach. Und wenn du noch so viel Gutes für ihn tust, so denkt er: „das tut sie nur, weil…“ und weil da was Negatives aufkommt, spricht er eben nicht aus.
Mache dich nicht zum Opfer, sonst wirst du anders krank. Vielleicht gibt es in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe, die man anonym besuchen kann (wie z.B. für Angehörige von Alkoholikern oder Emotions Anonymous, damit du etwas mehr Licht ins Dunkel gewinnst. Du musst das auch nicht in deinem Ort besuchen, wo dich die Leute kennen, z.B. in Großstädten ist jeden Tag irgendwo anders so eine Gruppe.
Ich wünsche dir und Deinem Partner viel Kraft.
Verfasst am: 24. 11. 18 [12:38]
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Gelöschter Benutzer
Hallo ave64,

Vielen Dank für deine Antwort. Selbsrmordgedanken sind bei ihm zum Glück nicht da und er bekommt neben den Medikamenten auch Psychotherapie, die ihm mehr hilft, als die Medikamente, so sagt er selbst.
Über eine Selbsthilfegruppe habe ich auch schon nachgedacht, werde das demnächst mal in Angriff nehmen. Ich glaube es könnte helfen, mit Menschen zu sprechen, die durch das gleiche oder ähnliches gehen.
Ich hab einfach nur große Sorge, dass alles daran zerbricht und, dass ich meinen Freund, wo wie ich ihn kannte, nie wieder bekomme.
Verfasst am: 24. 11. 18 [13:14]
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ave64
Beiträge: 116
Das hört sich schon ganz anders an. Ich dachte, dass er das Leben beenden will; doch da ist eure Beziehung gemeint.
Nein, dein Freund, wie du ihn kanntest, wird er nicht mehr sein. Wenn die Psychotherapie hilft, wird es besser sein icon_wink.gif
Trotzdem möchte ich dir vorbeugend ein Buch empfehlen: Wenn Frauen zu sehr lieben: Die heimliche Sucht, gebraucht zu werden – von Robin Norwood… einfach mal um deine Grenzen herauszufinden. Diesmal habe ich mich aber weit aus dem Fenster gelehnt, weil ich etwas empfohlen habe, was ich selbst nicht gelesen habe – aber ich glaube trotzdem, dass das nicht schaden kann icon_smile.gif
Alles Gute!
Verfasst am: 24. 11. 18 [23:00]
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idur65
Beiträge: 479
Was soll denn diese blöde Werbung hier, geht's noch?
Verfasst am: 08. 02. 19 [09:44]
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almin
Beiträge: 6
Wo ist dein Problem ??
Verfasst am: 08. 02. 19 [14:34]
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