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Wie gehe ich mit dem extremen Rückfall meines Mann in die Depression um?

Topic Status: in Lösung

 » Psychische Erkrankungen & Therapien
Gelöschter Benutzer
Hallo zusammen,

schon vor einiger Zeit habe ich mich an Euch gewand, weil ich nicht mehr weiter wußte. Ihr habt mir damals viel Mut gemacht und Eure Kommentare waren sehr hilflich.

Doch nun wende ich wieder an Euch, weil ich nicht mehr weiter weiß und auch an einem Punkt bin, wo ich nicht mehr kann. Mein Mann ist wieder so, wie vor seiner Reha. Ich meine, er schläft fast nur, oder er sitzt nur am PC.

Wir haben einige finanzielle Sorgen, aber er läßt mich damit fast alleine. Aufgrund meiner Behinderung schaffe ich den Haushalt nicht mehr alleine,aber durch ihn habe ich keine hilfe. Dann macht es uns unsere Vermieterin auch nicht leicht zur Zeit.Dann dachte ich, das ich Freunde habe, die mir beistehen, doch ich habe mich geirrt. Im gegenteil meinee sogenannte Freundin haut auch noch auf meinen Mann drauf.

Er hat zwar jetzt die Rehanachsorge begonnen, doch ob die was bringt bezweifle ich, denn ich weiß nicht, ob mein mann selbst was ändern will. Vielleicht könnt ihr mir ja Ratschläge geben, was ich noch tun kann.

Ich danke Euch schon mal!
Verfasst am: 04. 05. 13 [12:45]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
Landesflagge: DE
xxxx
Beiträge: 282
Hallo,
eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die in professionelle Behandlung gehört. Zur Krankheit gehört, dass die Betroffenen nicht so können wie sie wollen. Er KANN dir in seiner Depression nicht zur Seite stehen. Das ist keine Willensentscheidung sondern ein Symptom der Krankheit.
Freunde erkennt man in der Not, so heißt es. Daran ist sicher etwas Wahres dran. Viele Menschen wissen aber auch einfach nicht, wei sie mit Krankheiten anderer umgehen sollen. Hilflosigkeit verursacht Unsicherheit und mit der Zeit auch Ärger.
Da hilft nur Aufklärung über die Krankheit und ein Werben um Verständnis. Manche Menschen hören uns zu, wenn es uns schlecht geht. Auch das ist Hilfe. Manchmal vergessen wir das als Betroffene, manchmal auch als Helfer.
Ich würde Dir empfehelen, für dich zu prüfen, ob eine Mitgliedschaft beim Sozialverband in Frage kommet (z. B. VdK). Dort wird man dich in allen Fragen zum Sozialrecht unterstützen.
Der Mieterbund/Mieterschutzverein hilft bei Streitigkeiten mit Vermietern. Ggf. findest Du auf deren Homepage auch schon einen Streit dokumentiert, dessen Lösung auf Deinen Fall übertargbar ist.
Du hilfst deinem Mann, indem Du dafür sorgst, dass es auch Dir gut geht.
VdK und Mieterschutzbund könnten Dir Entlastung bringen und damit auch das Miteinander mit Deinem Mann verbessern.
Eine pessimistische Haltung gehört zu den Symptomen der Depression. Übernimmst Du dieses, indem Du etwa nicht an die Rehaerfolge glaubst, hilft das Deinem Mann gar nicht und kann sogar schaden.
Was verlierst du, wenn Du mit seinem Arzt sprichst, Dich an eine Angehörigengruppe wendest? Nichts, würde ich sagen.
Verfasst am: 04. 05. 13 [13:51]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
Gelöschter Benutzer
Hallo,

das hört sich nicht gut an. Mich wundert nicht das auch deine Kraft nicht mehr reicht.

Das ist sehr wichtig, den die Kranken (Depressiven) eine davon bin ich, merken das oft gar nicht.

Gehe zu deinem Hausarzt und schildere ihm deine Sorgen, der kann dir bestimmt auch "Gruppen von Angehörigen" oder gar "Beratungstellen für Angehörige" nennen die dir weiterhelfen können. Nur wenn du wieder zu Kraft kommst wird es Euch wieder besser gehen. Lasse Dir helfen dann geht es Euch auch wieder besser.

Hast du mal bei der Rehanachsorge nachgefragt, ob sie auch Dir helfen können?
Den jeder Kranke hat Angehörige die Hilfe brauchen.

Du must an dich denken und an deine Behinderung. Dein Mann liebt dich bestimmt nur kann er es Dir nicht sagen.


Gibt es Sozialstationen (Gemeindepsychiatriche Zentren) bei Euch in der nähe? Dort bekommen nicht nur die Kranken sondern auch die Partner hilfe und Beratung.

Das ist sehr wichtig, den die Kranken (Depressiven) auch ich bin selbt krank merken das oft gar nicht.


Oft werde ich als faul oder gar als Simulant hingestellt der gar nichts ändern möchte.
Dabei will ich was ändern, kann es aber nicht ohne Hilfe. So wird es wohl auch deinem Mann gehen.

Deine guten Freunde sehen nicht das dein Mann krank ist, die denken der will gar nicht aufstehen. Dabei ist das ein Teil dieser Krankheit.

Auch wir haben Geldsorgen, einkaufen macht mir keinen Spaß mehr. Wir drehen jeden Cent 4 mal um und kaufen nur das "Nötigste".

Ich liebe meinen Mann und will ihn nicht verlieren.


Nun habe ich eine feste Therapeutin gehe auch regelmäßig zur Caritas und hoffe das es mir bald wieder besser geht.

Wünsche Euch ein schönes Wochenende

Gruß

Gastone

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.05.2013 um 15:23.]

R.I.P. Papa
Verfasst am: 04. 05. 13 [13:53]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
Gelöschter Benutzer
xxxx hat geschrieben:

Hallo,
eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die in professionelle Behandlung gehört. Zur Krankheit gehört, dass die Betroffenen nicht so können wie sie wollen. Er KANN dir in seiner Depression nicht zur Seite stehen. Das ist keine Willensentscheidung sondern ein Symptom der Krankheit.
Freunde erkennt man in der Not, so heißt es. Daran ist sicher etwas Wahres dran. Viele Menschen wissen aber auch einfach nicht, wei sie mit Krankheiten anderer umgehen sollen. Hilflosigkeit verursacht Unsicherheit und mit der Zeit auch Ärger.
Da hilft nur Aufklärung über die Krankheit und ein Werben um Verständnis. Manche Menschen hören uns zu, wenn es uns schlecht geht. Auch das ist Hilfe. Manchmal vergessen wir das als Betroffene, manchmal auch als Helfer.
Ich würde Dir empfehelen, für dich zu prüfen, ob eine Mitgliedschaft beim Sozialverband in Frage kommet (z. B. VdK). Dort wird man dich in allen Fragen zum Sozialrecht unterstützen.
Der Mieterbund/Mieterschutzverein hilft bei Streitigkeiten mit Vermietern. Ggf. findest Du auf deren Homepage auch schon einen Streit dokumentiert, dessen Lösung auf Deinen Fall übertargbar ist.
Du hilfst deinem Mann, indem Du dafür sorgst, dass es auch Dir gut geht.
VdK und Mieterschutzbund könnten Dir Entlastung bringen und damit auch das Miteinander mit Deinem Mann verbessern.
Eine pessimistische Haltung gehört zu den Symptomen der Depression. Übernimmst Du dieses, indem Du etwa nicht an die Rehaerfolge glaubst, hilft das Deinem Mann gar nicht und kann sogar schaden.
Was verlierst du, wenn Du mit seinem Arzt sprichst, Dich an eine Angehörigengruppe wendest? Nichts, würde ich sagen.



Hallo,
ich danke Dir sehr für deine Antwort und für deine Ratschläge. Ich glaube ganz fest daran, das die Geprächstherapie erfolg hat und ich begleite meinen Mann auch jede Woch dort hin. Ich warte dann immer bis die Therapie zu ende ist. Ich möchte ihm damit zeigen, das ich für ihn da bin.
Ich werde auch versuchen, das ich entlastung bekomme und mir auch eine Selbsthilfegruppe für Angehörige zu suchen. Denn ich möchte für meinen Mann stark sein und ihn weiter unterstützen.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntagabend!
Verfasst am: 05. 05. 13 [18:56]
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Gelöschter Benutzer
Gastone hat geschrieben:

Hallo,

das hört sich nicht gut an. Mich wundert nicht das auch deine Kraft nicht mehr reicht.

Das ist sehr wichtig, den die Kranken (Depressiven) eine davon bin ich, merken das oft gar nicht.

Gehe zu deinem Hausarzt und schildere ihm deine Sorgen, der kann dir bestimmt auch "Gruppen von Angehörigen" oder gar "Beratungstellen für Angehörige" nennen die dir weiterhelfen können. Nur wenn du wieder zu Kraft kommst wird es Euch wieder besser gehen. Lasse Dir helfen dann geht es Euch auch wieder besser.

Hast du mal bei der Rehanachsorge nachgefragt, ob sie auch Dir helfen können?
Den jeder Kranke hat Angehörige die Hilfe brauchen.

Du must an dich denken und an deine Behinderung. Dein Mann liebt dich bestimmt nur kann er es Dir nicht sagen.


Gibt es Sozialstationen (Gemeindepsychiatriche Zentren) bei Euch in der nähe? Dort bekommen nicht nur die Kranken sondern auch die Partner hilfe und Beratung.

Das ist sehr wichtig, den die Kranken (Depressiven) auch ich bin selbt krank merken das oft gar nicht.


Oft werde ich als faul oder gar als Simulant hingestellt der gar nichts ändern möchte.
Dabei will ich was ändern, kann es aber nicht ohne Hilfe. So wird es wohl auch deinem Mann gehen.

Deine guten Freunde sehen nicht das dein Mann krank ist, die denken der will gar nicht aufstehen. Dabei ist das ein Teil dieser Krankheit.

Auch wir haben Geldsorgen, einkaufen macht mir keinen Spaß mehr. Wir drehen jeden Cent 4 mal um und kaufen nur das "Nötigste".

Ich liebe meinen Mann und will ihn nicht verlieren.


Nun habe ich eine feste Therapeutin gehe auch regelmäßig zur Caritas und hoffe das es mir bald wieder besser geht.

Wünsche Euch ein schönes Wochenende

Gruß

Gastone


Hallo,

ich danke sehr, sehr herzlich für deine Worte, sie haben mir sehr gut getan. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, das es Dir bald besser geht und das Dir geholfen wird. Und wenn dein Mann Dich liebt und ich gehe davon aus, das er tut, dann wirst Du ihn auch nicht verlieren. Auch wenn es eine sehr schwere Zeit, übersteht Ihr sie. genauso wie mein Mann und ich. ich werd mir auch selbst Hilfe holen und auch ein Gepräch mit unserer freundin führen. Mein Mann möchte hier nicht wohnen bleiben. Ich auch nicht, denn hier werden wir nie zur Ruhe kommen.

Wenn du möchtest, können wir auch gerne mal per privat Mail in Kontakt treten bzw in Kontakt bleiben. So hast du auch noch jemanden zum reden, wenn Dir danach ist.

Denn ich gehe ganz stark davon aus, das wir uns gegenseitig helfen können. Denn es ist sehr wichtig, das gegenseitig füreinander da ist, auch wenn ich selbst nicht krank bin,aber mein Mann. Und mir hilft es, die krankheit noch besser zu verstehen.

Ich wünsche Dir einen schönen Abend und einen nicht zu stressigen Wochenstart.

glg angelstar
Verfasst am: 05. 05. 13 [19:11]
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Gelöschter Benutzer
Hallo angelstar,

schön das Du dir hilfe hollst. Ein Wohnortwechsel wenn Ihr beide dafür seit ist auch nicht verkehrt. Das kann sehr wichtig für Euch sein.

Gehe heute wieder zur Caritas zum "Therapeutischem Kochen" oder "freies Treffen" am Herd.
Gekocht wird gemeinsam ,was bezahlbar ist(Angebote aus dem Geschäft, Saison hat, Lieblingsgerichte von den Teilnehmern). Das tut mir sehr gut. Eine Psychologin ist immer dabei und die Teilnehmer (30 Jahre - 80 Jahre) fühlen sich wohl. Vormittags 10 Uhr - 13 Uhr.

Wünsche Euch auch einen schöne Woche


Gruß

Gastone

R.I.P. Papa
Verfasst am: 06. 05. 13 [07:33]
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