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Widerspruch sinnvoll?

Topic Status: beantwortet

 » Recht & Soziales
Landesflagge: DE
uzjhg34
Themenersteller
Beiträge: 3
Hallo,

Ich habe nun seit 5 Jahren einen SBA 50GdB (ohne Merkzeichen) wegen Asperger Autismus.

Nun wollte ich mir Visual Snow (ICD-10 53.8), Depressionen (ICD-10 F32.X) und Zwangsstörungen (ICD-10 F42.1) anerkennen lassen, möglichst mit Merkzeichen G und H.
Der Hintergrund ist, dass Visual Snow wohl jetzt erst in den ICD-10 aufgenommen wurde und wegen den anderen beiden Sachen, nehme ich derzeit Paroxetin und Quetiapin.
Ich habe das natürlich begründet und meinen behandelnden Neurologen angegeben.
Visual Snow https://www.neurologienetz.de/fachliches/erkrankungen/symptome-syndrome-laborwertveraenderungen/visual-snow/

Nach knapp 4 Monaten habe ich jetzt die Ablehnung erhalten, es bleibt bei 50GdB ohne Merkzeichen.
Als Begründung steht lediglich: "Die Gesundheitsstörung Sehstörung kann ich nicht berücksichtigen, weil sie keinen Grad der Behinderung von 10 erreicht."

Jetzt stellt sich natürlich die Frage was ich machen soll. Mir wurde geraten mich doch mal an den VdK zu wenden, aber das kostet natürlich Geld und das ist als Hartz4 Empfänger rar. ;)

Ich habe die persönlichen Daten rausgelöscht und meinen Antrag/Begründung mal hochgeladen https://www.docdroid.net/mQXZdhN/sbafacebook.pdf
Ich würde mich über eine Einschätzung freuen, ob es sich lohnt ein Widerspruchsverfahren zu eröffnen, oder ob ich mir das gleich schenken kann, da es keine Aussicht auf Erfolg hat.
Verfasst am: 09. 11. 19 [17:52]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
Landesflagge: DE
little
Beiträge: 162
Hallo!

Was mir in deiner Beschwerden-Liste aufgefallen ist, du beschreibst, dass du (z.B. bei Sonnenlicht) weniger "Visual Snow" bemerkst, gleichzeitig aber gibst du u.a. als Beschwerdebild Nyktalopie und das du dich vor allem im Dunkeln wohler fühlst. Stimmst du mir zu, dass es da einen eklatanten Widerspruch gibt?

Einiges von dem, was du beschreibst, kenne ich aus eigener Erfahrung:

Self-Light ist, wie z.B. der Tinnitus, der insbesondere, wenn man zur Ruhe kommt als sehr störend empfunden wird etwas, was man trainieren kann (ja wirklich).
Mein Tinnitus kommt zusätzlich mit einem "Puls-Hören" daher, d.h. ich "höre" zusätzlich zum Rauschen, wie mein Puls im Ohr pocht, Schlag für Schlag und wenn ich mich darauf konzentriere(n würde), ginge das über Stunden!

Zusammen mit den rezidivierenden Depris empfehle ich dir dringend, an deiner Schlafhygiene zu arbeiten! Depressionen und ein mistiger Schlaf-Wach-Rythmus sind echtes Gift für deine Beschwerden und fördern diese MASSIV!

Beschäftige dich zudem mal mit dem Thema Lichtmangel und den Folgen dessen, vielleicht kannst du darauf etwas für dich ziehen.

Was ich aus deinen Auflistungen nicht so ganz verstanden habe ist, inwiefern bist du "hilflos" (Du möchtest ja das H haben) und was versprichst du dich von diesem Merkzeichen, dumm gefragt?

Gruss,
little
Verfasst am: 09. 11. 19 [19:05]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
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uzjhg34
Themenersteller
Beiträge: 3
Danke für deine Antwort.

Das ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder Viel Licht + wenig VS, oder Wenig Licht + viel VS. Letzteres ist angenehmer aber den Idealzustand gibt es schlicht nicht.

Die Medikamente haben mir schon deutlich geholfen, überhaupt aus dem Bett raus zu kommen und einen einigermaßen okayen Schlafrhythmus zu bekommen.
Hier spielt auch deutlich der Asperger Autismus rein.
Wie gesagt, ich trage ein paar Tage im Monat Nachts Zeitungen aus, irgendwann zwischen 2 und 6 Uhr. Das Jobcenter lässt mich bis auf weiteres in Ruhe, ich habe dabei keinen Kontakt zu anderen und schlussendlich ca. 100€ mehr in der Tasche.
Persönlich würde ich mich als stärkeren Fall von Asperger bezeichnen.
Wenn es bei McDonalds an der Kasse zu voll ist, drehe ich mich auch mal um und kaufe nichts.
Ich treffe mich 2-3 mal im Jahr mit einem alten Klassenkameraden für ein paar Stunden, aber ich hatte auch schon Zeiten, in denen ich über Jahre mit niemandem etwas unternommen habe.
Als ich 2015 die Diagnose Asperger bekommen habe, hat das Jobcenter ein ärztliches Gutachten veranlasst. Die Amtsärztin hat mir direkt gesagt, dass Sie keine Ahnung von Asperger hat und mir eine begrenzte Erwerbsfähigkeit u.a. ohne Nachtarbeit attestiert. Ich könnte also wohl ohne Sanktionen den Minijob kündigen, aber dann müsste ich was anderes machen, was wahrscheinlich sehr viel unangenehmer für mich ist.

Ich bin jetzt fast 30 und bis Anfang 20 war ich im "normalen" System. Bis ich wirklich den Zusammenbruch bekommen habe. Im Prinzip habe ich früher oder später mit jedem irgendeinen Konflikt bekommen. Am liebsten würde ich mich mit einer Erwerbsunfähigkeit komplett raus ziehen und Grundsicherung nach SGB12 beziehen. Man hat mir aber gesagt, die Stadt müsste dann die Kosten übernehmen und da sie im Nothaushalt ist, würde sie sich wehren und das nicht funktionieren. Aber wie gesagt, ich werde im Prinzip komplett in Ruhe gelassen, besser könnte es nicht laufen.


Bei G und H sind mir die Abgrenzungen nicht ganz klar, zumindest nicht wenn es keine direkte Gehbehinderung ist. Da Aspergern auch mal H zugesprochen wird, habe ich das halt mal angekreuzt.

Mein Hauptwunsch wäre die Busfahrkarte, einfach auch um die Möglichkeit zu haben, mal rauszukommen, sei es jetzt um z.B. bei Gamestop in Dortmund ein altes Videospiel zu kaufen oder mal ins Phantasialand (Freizeitpark) zu fahren. Wenn man das an einem normalen Mittag macht, ist es auch nirgendwo wirklich voll.
Verfasst am: 10. 11. 19 [02:09]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
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little
Beiträge: 162
Ich verstehe deinen Wunsch bzgl der Fahrkarte total!

Möglicherweise solltest du vielmehr den Weg über einen Pflegegrad versuchen. Such dir dafür, im Vorfeld einen guten und unabhängigen Pflegeberater (wenn du bei FB bist, könnte ich dir den einen oder anderen empfehlen). Dieser kann dich im Idealfall vor Ort bei der notwendigen MDK-Begutachtung begleiten und dir so zu einem möglichst guten Ergebnis verhelfen.

*Daumen drück*

P.S. Eventuelles Pflegegeld darf NICHT auf ALG2 angerechnet werden!
Verfasst am: 10. 11. 19 [10:58]
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uzjhg34
Themenersteller
Beiträge: 3
Ich habe auch schon über einen Pflegegrad nachgedacht, allerdings schienen mir die Hürden doch ziemlich hoch.

Fakt ist, wenn ich meine Mutter mal nicht mehr habe, habe ich ein großes Problem.
Sei es um mal bei mir durchzusagen oder komplexere Sachen wie wie z.B. tapezieren. Also auch alle Angelegenheiten bei denen "normale" Leute die Unterstützung von Bekannten haben, die ich schlicht nicht besitze.

Also der Widerspruch ist jetzt erst einmal dringender. Falls jemand Empfehlungen im Umkreis (südlich) von Dortmund hat, wäre ich sehr dankbar für eine PM. Ansonsten schaue ich erstmal was der örtliche VdK sagt.
Verfasst am: 10. 11. 19 [14:26]
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