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Warum werdem behinderte Menschen in der Gesellschaft diskriminiert?

Topic Status: in Lösung

 » Partnerschaft & Sexualität
Landesflagge: DE
Mali
Themenersteller
Beiträge: 7
Ich komme aus Hamburg und bin bei Fischkopf User und ich frage mich warum ich diskriminiert werde, sobald Leute meine Behinderung mitkriegen, dass ich Zuckungen habe beim sprechen oder auch gehen...?
Ich bin grad total traurig, weil jemand ein Mann an den ich mich gewöhnt hatte nicht mit mir spricht, in unserem letzten Telefonat hat ich Zuckungen und dafür werde ich jetzt gestraft. Manchmal denke ich nur behinderte Menschen untereinander können harmonische Beziehungen führen.....

Wie seht ihr das?

Ich freu mich sehr über Antwort!

Eure Mali

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 28.06.2009 um 18:02.]
Verfasst am: 28. 06. 09 [18:00]
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KarinM
Beiträge: 5622
Hallöchen Mali!

Das ist eine schwer zu beantwortende Frage. icon_frown.gif Prinzipiell kann ich sagen, nur Menschen die den Umgang mit Menschen die anders sind gewohnt sind, sind in der Lage, uns als gleichwertige Menschen zu behandeln. Jeder der eine sichtbare Behinderung hat, erlebt Dinge, die ihn traurig machen. Da bleibt einem eigentlich nut eins, tapfer sein und trotzdem den Kontakt mit gesunden Menschen suchen. Nur wenn wir uns unter's Volk mischen, verlieren die Menschen die Angst und die Vorurteile, die sie gegen uns haben. Wir müssen ihnen zeigen, daß wir die gleichen Menschen sind, egal ob wir zucken oder im Rolli sitzten. Ich weiß, daß ist eine schwere Aufgabe, denn viel zu häufig verletzt uns das Verhalten der anderen. Aber es kann sich nur was ändern, wenn wir aktiv bleiben.

Liebe Grüße icon_smile.gif
Karin

Poweruserin, Expertin für Medizin & Gesundheit


Das Leben ist schön, so wie es ist. (-:
Verfasst am: 28. 06. 09 [18:25]
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Mali
Themenersteller
Beiträge: 7
Danke,

Karin das hat mich schon ein bisschen aufgebaut.
Ich hab Dir auch Privat ne Nachricht geschickt.
Eigentlich bin ich auch die Gesellschaft, die sich z.B... wenig mit deiner Behinderung auskennt?
Wie kannst du schwimmen gehen körperlich?
Ich denk du bist Querschnittsgelähmt.
Meine Cousine ist das auch und die Schwimmt nicht...


Gruß Martina
Verfasst am: 28. 06. 09 [19:21]
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KarinM
Beiträge: 5622
Hallo Mali,

nö ich bin nicht Querschnittgelähmt. Ich habe Körperspannung, kann aber beim Schwimmen die Beine nur sehr eingeschränkt nutzen. Ich mache viel aus dem Operkörper heraus. Aber auch als Querschnitt kannst Du dich im Wasser vergnügen. Deine Cousine hat doch bestimmt in der Schule Schwimmuntericht gehabt? Sogar bei den Paralympics schwimmen Querschnittgelähmte mit.

Wie gut Du Dich über Wasser halten kannst, hängst von der Höhe der Lähmung ab, aber auch davon wie sportlich du bist. Wer Probleme hat, von selbst über Wasser zu bleiben, kann einen Aua-Jogging-Gurt benutzen. Der wird auch von Physiotherpeuten eingesetzt. Schwimmen gehen ist eins der schönsten Dinge, die man tun kann, wenn der Körper nicht mehr richrig funktioniert. Es entsannt die Muskulatur und stärkt sie zugleich. Du hast weniger Schmerzen und fühlst dich einfach wohl.

Morgens geht's wieder ins Wasser. icon_smile.gif
Gruß Karin

Poweruserin, Expertin für Medizin & Gesundheit


Das Leben ist schön, so wie es ist. (-:
Verfasst am: 28. 06. 09 [20:17]
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Gelöschter Benutzer
Hallo Mali,
wär es möglich das es nichts mit deiner Behinderung zu tun hat?
Es hört sich so an als ob du ihn schon länger kennst und er dein Problem kennt.
Vieleich gib es da auch einen anderen Grund dafür.
Es könnte doch auch sein das es nichts mit dir zu tun hat und du nur meinst es wär so.

Gruß
Herbi
Verfasst am: 28. 06. 09 [20:37]
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Keksi
Beiträge: 17
Hallo,

nun, ich dneke, wen man sicher näher kennt und der mann einen trotz Behinderung akzeptiert hat,
dann ist es schon höchst merkwürdig, wenn der Kontakt dann auf einmal wieder 'einfach so' abbricht.

Es klingt jetzt hart, nimms mir bitte nicht böse, aber man sollte nicht alle Gründe in der Behinderung suchen. Man ist trotzdem noch ein Mensch, der einen
bestimmten Charakter etc. verkörpert.
Sicher macht die Behinderung einem die Partnersuche nicht leichter, dessen bin ich mir schon bewusst, aber dennoch denke ich, dass man gescheiterte Versuche nicht nur darauf zurückführen kann.

Irgendwie klingt dein Text sehr verzweifelt.
Versuche du, ein positiveres Selbstbild zu bekommen, das hilft - ganz sicher.

Und zum Thema QSL und Schwimmen - das geht durchaus ;o)
(Klar hängt es, wie Karin schon schrieb, vom Grad der QSL bzw. deren Höhe ab, wie mobil man ist, aber grundsätzlich ist die Diagnose QSL kein NO zum Schwimmen.)

Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du bald den Mann findest, der dich als Mensch liebt - unabhängig von deiner Behinderung und dich so nimmt, wie du bist!

Liebe Grüße,
Kerstin



Das Leben, ein handgeschriebenes Buch mit vielen Kapiteln… und nur DU alleine schreibst es...
Verfasst am: 28. 06. 09 [21:13]
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Freeyourmind
Beiträge: 110
hallo mali,

ich glaube, dass es viele nichtbehinderte gibt, die starke scheu haben, sich mit behinderten auseinanderzusetzen. behindert = probleme und mit problemen will man nichts zu tun haben.
ich glaube auch, dass viele communities, gern als partnerschaftsanbahnungsmöglichkeit gesehen werden und dass, vielleicht dieser mann auch deshalb irritiert reagiert hat.
ich mach das so: ich sage meine behinderung immer gleich sofort,sofern ich jemanden virtuell kennen lerne. dann weiß man gleich bescheid.und ich erspare mir enttäuschungen.

ich glaube, dass nichtbehinderte behinderte diskriminieren, weil sie tief im inneren angst haben, auch mal behindert zu werden oder ein behindertes kind zu bekommen etc. diese angst wird verdrängt und kompensiert, indem man das, wovor man angst hat, ablehnt oder bekämpft...

deswegen...
free your mind and the rest will follow!

FREEYOURMIND



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 29.06.2009 um 09:09.]
Verfasst am: 29. 06. 09 [09:08]
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KarinM
Beiträge: 5622
Hallo Freeyourmind!

Das sehe ich ein bischen anders. Klar gibt es Menschen, die uns bewußt diskriminieren, aber meistens resultieren meine Erlebnisse daraus, daß in den Köpfen von Fußgängern, falsche Vorstellungen herrschen. Ich z.B. bin mit meinem Rolli ziemlich fit und mobil. Ich empfinde keine Einschränkungen gegenüber Fußgängern. Die Fußgänger aber, sind nicht in der Lage, zu begreifen, was ich alles kann. Sobald sie einen Rollifahrer sehen, haben sie ein Blaulicht auf dem Kopf und das Helfersyndrom. Sie erwarten gar nicht, daß man eine gewisse Selbständigkeit mit bringt und bemuttern und bevormunden einen, trotz eines deutlichen "nein danke, das kann ich selber". Wenn ich jemanden auf so eine Bevormundung antworte, "ich bin nicht hilfsbedürftig", anwortet man mir, ich sei die Rollifahrerin, die sich nicht helfen lassen will.

Es fehlt an Erfahrung. Überall, im Elternhaus, in der Schule und in den Medien bekommen die Menschen eingeimpft, Menschen mit Behinderung sind Hilfsbedürftig und leiden unter ihrer Situation. Ist es da kein Wunder, daß man uns diskriminiert oder Angst davor hat, daß es einen selber/die Kinder trifft?

Gruß Karin



Poweruserin, Expertin für Medizin & Gesundheit


Das Leben ist schön, so wie es ist. (-:
Verfasst am: 29. 06. 09 [09:31]
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RickyTop
Beiträge: 6
Servus,
ich spüre ebenfalls häufiger neugierige bis etwas abweisende Blicke. Doch habe ich inzwischen genügend Selbstbewusstsein aufbauen können, in dem meisten Situation relaitv souverän darauf zu reagieren. Selbst habe ich bei mir bemerkt, dass ich besonders grosse Menschen oder auffällig oder mir fremd gekleidete Menschen genauso neugierig und zum Teil ungläubig ansehe. Ich finde es wichtig, dass man sich selbst nicht in die Diskriminierungsfalle begibt. Wenn man in jeder unerwarteten Reaktion anderer eine Diskriminierung sieht, dann wir das zu einer selbst erfüllenden Prophezeiung. In so einer Negativspirale sieht man sich dann immer als Opfer. Diese Lebenseinstellung gilt es unbedingt zu vermeiden!

Baba Ricky
Verfasst am: 29. 06. 09 [10:39]
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Mali
Themenersteller
Beiträge: 7
Moin ihr Lieben,

das soviele zu meinem Thema Stellung bezogen haben.
Ich werde demnächst in Hamburg auf dem zweiten Arbeitsmarkt anfangen zu arbeiten. Ich bin gelernte Hauswirtschafterin, aber konnte dank der Erkrankung nie da drin richtig arbeiten. Meine Erkrankung brach vor 6 Jahren aus. Wie ich schon sagte ist meine Cousine seit ihrer Geburt im Rollstuhl, in meiner Ausbildung habe ich geistig Behinderten das Kochen beigebracht und so,it waren Behinderte nie etwas fremdes für mich.

Selbst behindert sein ist aber auf jedenfall nochmal was anderes. Ich hätte nie gedacht, dass es mich einmal treffen würde, aber ich versuche trotzdem das beste draus zu machen. Nur jetzt bei der Partnersuche viel mehr erst richtig auf, wie die Gesellschaft mit der Überforderung von behinderten Menschen umgeht. Vielleicht habe ich das vorher einfach ignoriert und das wahrscheinlich auch aus Angst davor.

Ich stimme Karin zu, auch ich habe gelernt behinderte Menschen zu bemitleiden. Ich habe das Gefühl, die ganze Gesellschaft hat das Gelernt. Auch ich würde unbewusst Karin helfen wollen auf dem Zebrastreifen und wäre eventuell auch verunsichert wenn sie keine Hilfe will und erstaunt über ihr Selbstbewusstsein.
Meine Cousine macht auch alles alleine, seit fast nunmehr 4 Jahren lebt sie auch alleine für meine Tante ist das bis heute eine ziemliche Umstellung, sie will immer helfen und meine Cousine kriegt es eigentlich auch wunderbar alleine hin.

Ich würde sagen, die Gesellschaft ist noch nicht soweit, um behinderte Menschen als eigenständige Persönlichkeiten zu sehen. Herr Schäuble sitzt ja auch im Rollstuhl und könnt ihr euch vorstellen das der eines Tages Kanzler wird. Ich mir nicht, die Gesellschaft ist gerade bereit geworden in Amerika für einen farbigen Präsidenten. Und Deutschland hat das erste mal eine Kanzlerin seit ein paar Jahren, aber einem behinderten eine Führungsposition zu geben, da sind wir noch weit von entfernt.....

Freu mich auf Antwort!

Eure Mali
Verfasst am: 29. 06. 09 [11:20]
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