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Voraussetzungen für eine Schwerbehinderung durch psychische Erkrankungen/Einschätzung meiner Lage

Topic Status: beantwortet

 » Psychische Erkrankungen & Therapien
Landesflagge: DE
suggestwest
Themenersteller
Beiträge: 1
Guten Abend,
nachdem ich in einem anderen Forum auf eher weniger respektvolle und beleidigende Antworten gestoßen bin (Das Forum richtet sich an ganz allgemeine Fragen, nicht explizit Handicaps) habe ich mir gedacht, ich versuche es noch einmal und stelle meine Frage hier.

Da ich aus diversen Gründen große Angst habe, endlich mal einen Antrag zu erstellen, frage ich hier einmal nach euren Erfahrungen und euren darauf basierenden Einschätzungen. Ich versuche mich kurz zu halten.

Ich werde diese Woche 17 und wohne dementsprechend noch bei meiner (zum Glück) unterstützenden Mutter. Meine großen Diagnosen bestehen aus einer mittelgradig depressiven "Episode"(diagnostiziert 2014, seitdem anhaltend.), PTBS, einer Panikstörung und Agoraphobie. Aufgrund meiner Krankheiten war es mir seit der 6. Klasse nicht mehr möglich die Schule regulär zu besuchen, weshalb ich jetzt in einem "Schulprojekt" 3x die Woche jeweils eine Stunde Unterricht habe, um meine Mittlere Reife nachzuholen. Womit wir gleich zu meinem Alltag kommen.. Nehmen wir als Beispiel einen realistischen Schultag an dem ich es schaffe, die Schule zu besuchen.

Von den geplanten 3x die Woche schaffe ich es im normalfall ca 2x, in der Schule anzutanzen. Wenn ich das tue schaffe ich das inzwischen zwar meistens ohne Begleitung, aber das Rausgehen dafür ist der Horror. Ich wohne in München und komme aufgrund meiner Diagnosen (wobei es wohl eher am PTBS als an der Agoraphobie liegt) absolut nicht mit Menschenansammlungen klar. Schon der Weg zur Ubahn, wo ich vielleicht 5-10 Leuten über den Weg komme ist sehr schlimm für mich, meist Verbunden mit den Anfängen meiner später in der Ubahn zunehmenden Hyperventilation. Die bereits erwähnten Menschenansammlungen lösen in mir starke Flashbacks aus, bei welchen ich von außen wie abgeschottet bin. Auch kommt es oft zu kompletter Orientierungslosigkeit, so dass ich teils einfach in der falschen Ubahn sitze, weil ich unbedingt von der Menschenmasse weg möchte, aber nicht weiß wo ich bin/hin muss. Begleitet wird das ganze von durchgehenden, akustischen Halluzinationen. Wenn ich dann gefühlt halb tot in der Schule ankomme, brauche ich erstmal einige Minuten um mich zu beruhigen. Meine Konzentration kann man danach aber erstmal vergessen.

Abgesehen von der Schule ist meine Therapeutin noch ein regelmäßiger Grund, einmal die Woche das Haus zu verlassen. Zum Glück ist diese nicht so weit weg wie meine Schule (2 Ubahnstationen), trotzdem fällt es mir ohne Begleitung sehr schwer und fühlt sich an wie eine Qual.

Aber auch zuhause ist es nicht einfach. Wie bereits erwähnt habe ich zum Glück eine sehr unterstützende Mutter, allerdings schaffe ich es nicht immer mit meinen Problemen zu ihr zu kommen und ihr zu sagen wie viel Unterstützung ich gerade brauche, vor allem aus Scham. Mein Freund erinnert mich über den Tag hinweg daran, mich um mich zu kümmern, da ich das selber nicht im Auge behalten kann (was mir mehr als unangenehm ist..). Freie Tage verbringe ich mit sehr viel Schlaf, weil ich mich ständig sehr Energielos fühle. "Einfache" Aktionen wie zB kurz in Begleitung zur Apotheke zu gehen um neue Medikamente zu holen werden gefolgt von mehreren Stunden Schlaf.

Womit wir zu meinen Medikamenten kommen..
Momentan nehme ich täglich 150mg Quetiapin ein.

Und meine Behandlungen..
2014 begann meine Therapiegeschichte (die Probleme deutlich früher) in Form von einer Woche geschlossener Station in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, gefolgt von 3 Wochen offener Station.

2016 dann die zweite Klinik, ca. 5 Monate lang Tagesklinik.

Diese wies mich dann weiter an ein Heim, in welchem ich ein Jahr lang gelebt habe. Dort hatte ich 5 Therapiestunden die Woche, bestehend aus Trauma/verhaltenstherapie, Reittherapie, Musiktherapie und Musikpädagogik. (Wenn wir die Pädagogik nicht dazu zählen waren es 4 Stunden)

Aktuell lebe ich wieder zuhause und habe wie bereits erwähnt 1x die Woche ambulante Therapie.




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Nach diesem langen Text.. Was meint ihr? Erhalte ich einen GdB von wenigstens 50 und Merkzeichen H und B? Aufgrund des eher Kontraproduktiven Drucks von verschiedenen Seiten des Jugendamts fällt mir der Antrag wie gesagt sehr schwer. Seid bitte ehrlich zu mir, aber wenn möglich trotzdem respektvoll. Ich kenne das miteinander in diesem Forum bisher noch garnicht, deswegen sage ich es einmal dazu. icon_smile.gif Falls ihr noch Fragen habt stellt sie mir bitte, ich hoffe ich habe nichts vergessen zu Erwähnen.

Ich bedanke mich fürs lesen und im Voraus schon einmal für eure Antworten. icon_smile.gif

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 03.02.2019 um 23:20.]
Verfasst am: 03. 02. 19 [23:17]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
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idur65
Beiträge: 492
Besprech dich in der Angelegenheit mit deinen Ärzten und Therapeuten, wenn die der Meinung sind daß es Sinn macht stell einen Antrag auf Feststellung der Schwerbehinderung.
Formulare gibt es beim zuständigen Versorgungsamt meist auch online.
Eine Bewertung abzugeben ob und wie hoch ein GdB möglich ist kann hier nicht gegeben werden da wir keine Ärzte sind und auch die genauen Diagnosen nicht kennen.
Verfasst am: 03. 02. 19 [23:54]
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