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Versteiftes Bein im hohen Alter (87 J.)

Topic Status: offen

 » Gesundheit, Hilfsmittel & Medikamente
Landesflagge: DE
Sanderson1106
Themenersteller
Beiträge: 1
Hi,
ich kümmere mich momentan um meine Großmutter, deren Knie kürzlich versteift wurde. Sie war trotz ihres hohen Alters vor gut einem Jahr noch fit wie ein Turnschuh. Dann wurden Keime in ihrem Bein festgestellt und das Bein sollte ihr abgenommen werden. Einer der Ärzte hat ihr schließlich noch die Versteifung ihres Kniegelenks angeboten, meinte aber im gleichen Atemzug, dass es ein langer und steiniger Weg für sie werden würde. Sie hat zahlreiche Klinikaufenthalte hinter sich und lag nahezu 10 Monate im Bett, ehe sie vor ca. einem Monat das "Go" bekommen hat, um wieder ihr Bein belasten zu dürfen.

Seit 2 Monaten pflege ich sie nun, da das Ganze einen großen Familienstreit mit sich gezogen hat und nun keiner mehr zur Pflege zur Verfügung steht. Ich habe daher nicht den kompletten Verlauf persönlich mitbekommen, aber bei der Abschlusskontrolle der BG-Klinik meinte der Arzt zu mir, dass alles gut verlaufen sei und sie "schmerzadaptiert" wieder voll belasten dürfe. Folglich waren wir erst einmal superglücklich, das wurde kurze Zeit später allerdings wieder gebremst:
Ich habe eine Physiotherapeutin engagiert und wir haben beim Orthopäden vorbeigeschaut. Beide waren äußerst erschrocken über ihren Zustand und meinten, dass einiges bei ihr "verschlafen" wurde, seit sie das erste Mal operiert wurde. Sie hat einen Spitzfuß entwickelt und kann nach nun 3-4 Wochen täglichen Trainings (so weit es geht), Massagen, etc. kaum das Bein belasten. Sie klagt bei Belastung über Schmerzen am untersten Teil der Ferse. Eigentlich ist sie eine Kämpfer- und Frohnatur und war, wie schon erwähnt, äußerst fit auch im hohen Alter, aber natürlich leidet jeder Wille unter Zeiten längerer Bettlägerigkeit. Ich versuche sie daher öfters zu motivieren, dass sie irgendwann einmal wieder laufen kann und dass wir das schaffen. Ich habe aber Angst, dass ich irgendwann zurückblicken muss und das alles nur leere Worte waren...

Hat jemand von euch Erfahrung mit einer Kniegelenksversteifung? Kann jemand eventuell eine Aussage darüber machen, ob das in solch einem Alter noch möglich ist, damit zu laufen und falls ja, mit welchem Zeitraum kann man rechnen, bis sie vielleicht wieder ein wenig Eigenständigkeit zurückerlangt? Ich freue mich über alle Infos und danke euch schon mal im Voraus.

LG Alessandro
Verfasst am: 22. 05. 20 [21:27]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
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einbein
Beiträge: 774
Auf die Ferne kann man nicht viel sagen. Aber die lange Inaktivität tut ihr Übriges dabei.
Mit 2x die Woche 30 min. Physio erreicht man auch nichts. Hier heißt es: systematisch trainieren. Mindestens 3x täglich 30..60 Minuten. Eher 4 x.
Training heißt: „Systematische Übungen zur Leistungssteigerung.“
Besprecht das mit dem PT, was man wie machen kann. Dann muss man auch schauen, ob die Oma das dann auch umsetzen kann und auch will. Oder ob es nicht besser ist, sich zu arrangieren und den Lebensabend bequem gestaltet.

Was du heute nicht erlebst, kannst du morgen nicht nachholen ohne etwas anderes zu verpassen.
Verfasst am: 23. 05. 20 [09:08]
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hansihilft
Beiträge: 4
Das sehe ich auch so. Man muss mehrere male am Tag Übungen machen. Sodass der Bewegungsapparat darauf reagiert, und Propriorezeptiv muss das Gehirn erst einmal verarbeiten was die neue Bewegung eigentlich ist. Leider ist es ohne eine Ganztägige Betreuung von einem PT oder einer Privatperson utopisch das zu bewerkstelligen. Das heißt die Patientin selber muss es Durchziehen...
Verfasst am: 24. 05. 20 [12:54]
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