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verstecken oder zur Schau trage

Topic Status: beantwortet

 » Plauderecke
Landesflagge: DE
Lionheart
Beiträge: 16
Hallo,

zu dem wyas ihr geschrieben habt, läßt sich nicht mehr viel schreiben. Alles was ihr geschrieben empfinde ich auch so.

Seit dem ich mich nach dem Schlaganfall mit meiner Behinderung auseinandersetze, gehen mir viele Gedanken Durch den Kopf.

Einer läßt mich nicht los. Ich bin gar nicht behindert.

Damit wir uns richtig verstehen, ich habe körperliche Einschränkungen (Tetraparese).

Am Anfang lag ich im Koma und als ich aufgewacht bin, konnte ich bis auf meine Augen und ein bisschen Mimik meinen Körper nicht mehr bewegen.

Aber Ich war noch da. Ich Dachte, Fühlte, Wünschte und Träumte. Das was mich ausmachte als der Mensch, den alle kannten war noch da. Meine äußere Form hat eiige Blessuren davon getragen. Deshalb habe ich bisher noch nie das Gefühl gehabt was verstecken oder zur Schau tragen zu müssen. Icxh bin ja noch so wie vorher da,

Ich wehre mich dagegen, mich von der Gesellschaft am Leben "Be"-hindern zu lassen.

LG
Frank

Um zu werden, was ich sein will, muss ich aufgeben, was ich bin.

Alles ist relativ.

(Albert Einstein)
Verfasst am: 17. 01. 10 [18:51]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
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kornblümchen
Beiträge: 72
Hallo,

klar, dass jeder braucht eine bestimmte Zeit, besonders, wenn plötzlich kommt...
Ich bin mit Skoliose geboren. Als Kind habe ich mich öfter versteckt (zu Hause Bücher gelesen, gemalt usw). Nur eigene Wille und Stärke ist nicht immer genug. Ich finde es toll, dass myhandicap.de gibt uns die Möglichkeit miteinander kommunizieren.

Aber ich hab'es trotzdem geschaft und für mich ist egal was die andere denken, sagen oder mit dem Finger zeigen...Ich hab' in meiner Leben so viel erreicht, dass kann keiner von denen mich überschlagen. Mit 48 weiss ich genau, was im Leben wichtiger ist.
Es heisst natürlich nicht, dass ich meine Behinderung demonstriere. Ich versuche meine Kleidung zu meiner Figur anpassen, sich schöner zu machen.

Eigentlich jeder sieht die Welt wie er sie sehen will und wir können nur selbst unsere Welt zu verbessern...

Ich wünsche Euch viel Glück
kornblümchen
Verfasst am: 17. 01. 10 [19:54]
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Gelöschter Benutzer
Hallo Frank-R,


das ist eine gute Einstellung die Du hast.


Ich habe ähnliches durchgemacht wie Du, hatte drei Schlaganfälle und beim letzten konnte ich auch nur noch den Kopf bewegen und der war im September 2008.


Heut bin ich mehrfachbehindert.


Es hat lange sehr lange gedauert, bis ich mich so akzeptiert habe,habe gelernt mit meinen vielen Einschränkungen zu leben und freu mich über jeden Tag, den ich erleben darf.


Pass gut auf Dich auf.

LG Kerstin




Egal wo Du jetzt bist GUIDO, ruh in Frieden und hoffentlich ohne Schmerzen!

Wenn man der Vergangenheit nachtrauert und darüber die Zukunft vergisst, hat man schon verloren !
Verfasst am: 17. 01. 10 [20:01]
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Gelöschter Benutzer
Hallo Leute,

also ich bin seit Geburt an hörbehindert, ist sehr spät festgestellt wurden.

Habe eben fast 30 Jahre später superspitze Geräte bekommen und ich muss sagen, keinem anderen fällt das auf. Manche Leute, die zum Beispiel verständnislos sind, weil ich weder Dialekt, Akzent noch Nuschelsprache identifizieren kann, wollen es auch nicht kapieren, dass es auch Leute gibt die hörgeschädigt gibt. Diese Leute lass ich einfach links liegen und schau zu, dass man möglichst nichts mit denen zu tun hat.
Von arroganten Leuten nehm ich Abstand so früh wie möglich.

Früher als ich die Technik noch nicht hatte, naja da war man eben Außenseiter und hab daher viele Bücher studiert und mich künstlerisch beschäftigt etc.

Gruß Keana

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.2010 um 20:17.]

"Rien ne sort de rien."
Verfasst am: 17. 01. 10 [20:15]
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Pio
Beiträge: 83
Eine kleine Geschichte:

Ich sitze in der Bahn, neben mir ein Bildhübsches Mädel, das sich jedoch ständig in der Armbeuge reibt und kratzt. Auf einmal rutscht der Ärmel hoch und was sehe ich: Neurodermites aber richtig böse, zum Teil schon wieder aufgekratzt. Sie sieht das ich es gesehen habe, schaut total erschrocken, steht auf und will sich umsetzen.
Ich steh auch auf und stell mich ihr in den Weg - die ängstlichen Augen - und lächle sie an und flüstere leise. "Du musst nicht weglaufen, ich wollte dir eigentlich ein Taschentuch anbieten, du blutest." Sie schaut mich völlig erschrocken an (Wie ein Reh das ankommende Auto) dann setzt sie sich wieder. Ich frage: "Darf ich mal sehen?" zuerst wollte sie nicht, bis ich ihr klargemacht hatte das wir nachsehen müssen ob sie zu tief gekratzt hat, weil dann sollten wir aussteigen und eine Apotheke suchen so wäre es in ein paar Tagen noch schlimmer. Wohlgemerkt ich saß dabei die ganze Zeit mit dem Rücken zum Gang um ihr etwas Deckung zu verschaffen.
Schließlich durfte ich doch sehen. Ich tupfte das Blut ab, griff zu meinem Rücksack und holte Kodan raus, sprühte es drauf, wartete 5 min und sah es mir an. Zum Glück nur ganz oberflächlich gekratzt. Ich hab sie gefragt ob einen Grund gäbe dafür das es grad so schlimm sei, der Grund war einfach_ Es war ihr vorher gut gegangen, sie war übers WE wegefahren und hatte ihre Medis und Salben vergessen. Ich hatte zum Glück eine leichte Kortisonsalbe dabei, die drückte ich ihr in die Hand.
Als ich dann ausstieg winkte sie mir zu und ich sah das sie weinte...

Ich Frage mich immer wieder was solchen Leuten wiederfährt, das sie solche Angst haben. Die Grausamkeit die sie erfahren haben müssen erschreckt mich zutiefst.

Bis mir einfällt das es mir auch so geht, nur das man mein Handicap nicht sieht. Und ich frage mich immer ob das nicht sogar schlimmer ist weil die Leute nicht sehen, nicht wissen können das da was ist. Seid ich linksseitig Ausfälle habe kann ichs auch nicht mehr verstecken, wollte es aber auch nicht. Gemäß dem Motto: Komm nur ich hab 1,5m mehr Schlagradius als du - leb ich mein Leben damit.

Und ich wünsche allen die Kraft und den Mut diesen Teil nicht zu verstecken - er gehört zu einem. Auch diesen Teil muss man lieben, sonst macht man sich kaputt.

\"When my time comes
Forget the wrong that I\'ve done
Help me leave behind some
Reasons to be missed.\"
Verfasst am: 18. 01. 10 [14:16]
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Narun
Beiträge: 426
Heute kenn ich das nicht mehr, ich schäme mich nicht oder versuch mich zu verstecken, heute gehe ich viel und gerne raus rede mit anderen und fühle mich wohl. Das ist aber Heute und als ich ganz am anfang war (also frisch verletzt mit 17) tat ich mich auch schwer.

Es sind normale Ängste gewessen, nicht mithalten zu können. Bin immer recht viel drauf getrimmt worden stark zu sein und anderen zu helfen aber mal schwäche zu haben, auf andere angewissen zu sein und dazu noch nicht in der lage zu sein das zu verbergen oder verstecken zu können. Wie gesagt, das war Anfangs schon recht arg und ich konnte das nicht ertragen, ertappe mich selbst heute noch ab und an das ich lieber 100meter umweg in kauf nehme als mal kurz wen zu fragen ob er mir fix seine hand reicht das ich mich daran hoch ziehen kann.

Heute ist vieles anders, gleich geblieben ist jedoch wie ich schon sagte das ich den weg vorziehe alles alleine zu machen wobei ich hier auch gerne mehraufwand in kauf nehme. An Stufen und Treppen hoch lass ich mir auch helfen, jedoch versuche ich so momente recht kurz zu halten. Das gefühl das andere würden einen anstarren oder bemitleiden, das habe ich lange nicht mehr, sehe das recht kalt, ein blick ist interesse, es ist eben so das zb. in meinem fall Rollstuhlfahrer in Clubs sehr sehr sehr selden sind.

Einziges Mango ist das ich durch die Anfangszeit recht gleichgüldig und gefühlskalt geworden bin, hört sich doof an aber das fehlt mir ab und an sogar einwenig. Nicht falsch verstehen, ich bemühe mich als sehr rücksicht auf andere zu nehmen aber was mich angeht, schohne ich mich nicht unbedingt. Das ist sau schwer zu verstehe, werde aus mir da selbst nicht schlau aber ich führe das leben wo ich mir erhoft habe, habe spaß, bin sehr glücklich, meine ziele habe ich alle erreicht oft sogar mehr als ich wollte. Hab ganz vergessen wie es sich anfühlt mal traurig zu sein, anderen zu zeigen das man eben mal nicht alles mit einem müden lächeln bewältigt, so überheblich es sich auch anhört aber das fehlt mir einwenig.

Mal einen Samstag ruhig zu machen oder wenigstens in einem Club eben kürzer tretten, eben mal nicht immer den schweren weg nehmen, einfach mal aufhören immer jedem freundlich zu antworten auch wenn da echt dämliche fragen kommen. Das ist ein Luxus den ich vermisse.


Daher bin ich mir auch sicher das eine Behinterung oder auch Neurodermites und ähnliche erkrankungen nicht hart sind. Erst durch den damit verbundenen Seelischen druck wirds hart und das ist das wo sich leute verändern oder zusammen brechen. Den Schmerz einzuortnen ist nicht leicht, das geht bei leuten los die mit recht vielen einschränkungen leben müssen jedoch damit so selbstverständlich umgehen und normal weiter leben können, über leute wie mich die sich alles erkämpfen mussten und dabei einwenig abstriche bei gefühlen machen mussten bis hin zu anderen die eben kaum ne einschränkung haben aber daran zerbrechen.
Verfasst am: 18. 01. 10 [20:49]
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