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verstecken oder zur Schau trage

Topic Status: beantwortet

 » Plauderecke
Landesflagge: DE
engerlbegnerl
Themenersteller
Beiträge: 1
Hallo,
wie macht ihr das mit eurer Behinderung? Versteckt ihr sie, so gut es geht, oder zeigt ihr sie offen?
Klar, manche Behinderungen kann man nicht verstecken. Aber bei denen, bei denen es geht, wie macht ihr das?
Ich bin mir nämlich so unsicher...
Bin gespannt, wie ihr darüber denkt.
Euer
Engerlbengerl icon_smile.gif
Verfasst am: 15. 12. 09 [14:19]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
Gelöschter Benutzer
Hallo Engerlbengerl,

warum sollte ich was verstecken?
Ich hab nun mal ein Bein weniger und das sieht man eben auch.
Auch im Sommer ziehe ich eine kurze Hose an wobei dann das gesunde Bein wieder lustig aussieht.
Da wurde die Haut abgenommen um den Stumpf abzudecken und nun sehe ich auf dem linken Oberschenkel aus wie ein Streifenhörnchen, besonders wenn die Haut ein wenig braun wird von der Sonne, die Streifen bleiben aber weiß.

Wenn Du eine Behinderung hast dann steh dazu sonst gibts hinterher noch dumme Gesichter wenn es dann doch mal auffällt.

Gruß

Richard

zu allem bereit
zu nix zu gebrauchen
Verfasst am: 15. 12. 09 [14:34]
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MyHandicap Engagementsiegel
Sendrine
Beiträge: 2308


Hallo!

Wo steht den,wie man ausschauen soll oder muß.

Wenn ich am Busbahnhof sitze und warte,sehe ich nur Menschen mit Handicap.

Da ist die alte Dame,die einen kaputten Kinderwagen vor sich herschiebt um Ihren Einkauf zu transpotieren.Dabei zieht Sie das rechte Bein nach.Die 15Jährige,die bei Minusgraden Bauchfrei neben mir steht.Der Junge Mann ein paar Meter weiter Barfuß.
Eine junge Dame mit einer Augenklappe und angezogen,als währen wir mitten in Sibirien.
Ach ja der alte Herr,vor mir.Er richt schrecklich nach Bier und Nikotin und stützt sich auf einen Stock.
Beinahe hätte ich die Dame an der Uhr vergessen,die mit Schuhen ausgestattet ist,mit denen man einen Waffenschein bräuchte,hat ein Pflaster an der Hand.

Wenn ich darüber nachdenke,mit wem ich tauschen möchte,die alle auf irgendeinen Bus warten,dann sage ich klar mit niemanden.Ich bin zwar selbst gerade mit zwei Krücken unterwegs gewesen und ach oh schreck,hatte in der Eile die unpassenden Schuhe angezogen und hoffe nun,das nur ich es bemerkt habe und versuche zu lächeln.Peinlich ist das mir auch nicht,da ich weiß,das ich ein schusel bin.Nicht immer,aber manchmal,den das bin ICH.
Gruß
SENDRINE icon_smile.gif

Es ist sehr schwer ein Kind zu sein!!
Doch schwerer noch Erwachsen.
Man denkt,man darf nun alles tun
und muß doch vieles Laßen!

Guido Du warst eine Bereicherung!Machs gut!
Verfasst am: 15. 12. 09 [16:27]
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MyHandicap Engagementsiegel
Handschuh
Beiträge: 1502
ich habe meinen arm mit 28 verloren und wollte das damals nicht akzeptieren. ich versuchte krampfhaft *normal* zu sein und gab mich der illusion hin, wenn ich so tue, es ist alles dran, denken das die anderen auch.

ich hab peinlich drauf geachtet, niemals ausser haus zu gehen, ohne prothese.
auch, wenn es durch blasen oder schürfungen wéh tat.

im sommer, das war auch ein krampf.
nie ärmelos, immer mit prothese und am besten langarm shirts.
am strand, das war auch ein ding. ich wollte nicht, das irgendwer fremdes meinen stumpf sieht, er war was sehr intimes für mich und folglich wieder ein krampf, ihn zu verstecken.
natürlich merkte das mein umfeld.

das wurde mir dann (ok nach einigen jahren) zu blöd und ich liess es.
ich verstecke nichts mehr sondern stehe offen zu mir und dem stumpf.
damit kann, so merke ich, das umfeld besser umgehen als mit dieser vorherigen verkrampftheit.

bei mir war es eine kopfsache, die ich alleine klar kriegen musste. bei einem geht das recht schnell und andere brauchen zeit und raum und evtl. auch eine unterstützung.

wobei bist du dir denn unsicher engerlbengerl? wenn du magst, kannst mir gerne auch per pm schreiben.
ciaoi
christiane

Poweruserin / Chatmoderatorin

Behandle deinen Gegenüber stets so, wie du es dir für dich selbst wünscht.
Mit Respekt.
Verfasst am: 15. 12. 09 [18:46]
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Gelöschter Benutzer
Hallo guten Abend Engerlbengerl,

erst einmal sage ich Herzlich willkommen bei MyHandicap.


Unsicher war ich auch erst und verdammt traurig. Als ich meine ersten zwei Schlaganfälle hatte und meine linke Körperhälfte fast auf dem Rolli hing, hatte ich auch oft den Wunsch mich zu verstecken.Aber da zieht das Leben so an einem vorbei und somit habe ich lernen müssen, mich so zu akzeptieren, wie ich nun einmal bin.

Als mich dann nach nur wieder zwar Jahren mein dritter Schlaganfall erreichte, traf es die andere Körperhälfte.Und wieder muste ich um was verlorenes trauern.

Dadurch habe ich wieder eine Mitte gefunden.

Sitze in einer Corsage, muss ne Kopfstütze am Rolli haben.


Bin Gott sei Dank nicht geistig behindert und freu mich heute, knapp ein Jahr danach, das ich diese Welt noch erleben darf, dafür bin ich Dankbar.

Kopf hoch, auch wenn es erst sehr sehr schwer fällt, wir müssen uns und unsere Körper ob mit oder ohne Behinderung akzeptieren und wenn wir uns dazu noch lernen zu lieben, können wir auch andere Menschen lieben.


Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, das Du Deine Unsicherheit bald verlierst.

Besinnliche Adventgrüsse * Kerstin *.

Egal wo Du jetzt bist GUIDO, ruh in Frieden und hoffentlich ohne Schmerzen!

Wenn man der Vergangenheit nachtrauert und darüber die Zukunft vergisst, hat man schon verloren !
Verfasst am: 15. 12. 09 [19:51]
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Gelöschter Benutzer
Hallo,
scön das du dir gedanken machst und toll das du hier bist.
Aber macht das Sinn einen Teil zu verstecken der doch zu dir gehört?
Meinst Du nicht das es die andern zuerst merken wenn da was nicht stimmt?

Wenn ich weis das der andere Stottert dann schau ich nicht noch mit absicht in sein Gesicht.
Sondern Helf ihm in dem ich so tue als ob er das Problem nicht hätte.
Damit kann ich ihm gut die Unsicherheit nehmen.

Wir hatten mal ein Mädchen zu besuch eine Freundin unserer Kinder.
Die hatte eine Deformierte Hand schon von Geburt an.
Als sie bei uns zu Besuch war versuchte sie ständig die Hand zu verstecken
jeder der Freunde hat das unterstützt.
Als sie merkte das ich nicht richtig laufen konnte und sich daran keiner stört
gab sie es auf.
Sie benutzt nun auch die andere Hand und kann es zeigen das es nicht schlimm ist anders zu sein.

Es gibt Krankheiten die sieht man oder die sieht man nicht
wichtig ist das Mann oder Frau dazu steht.
Denn es ist ein Teil von Dir.
Wenn du deine Krankheit versteckst dann versteckst du auch einen Teil von dir
und die Menschen wundern sich dann.
Du merkst das vieleicht nicht aber dein Gegenüber schon.

Gib den andern die Chance mit der sache um zu gehen dann können sie dich besser
kennen lernen und verstehen.
Es ist nicht so schwer wie du denkst.
Und je sicherer du bist im Umgang damit je besser können es die andern.
Gruß
Herbi

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Verfasst am: 16. 12. 09 [11:47]
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Thomas66
Beiträge: 37
Ich grüße Dich,

das habe ich eben Hilli geschrieben, aber hier passt es auch.

Ich grüße Dich freundlich

Thomas

""" Hallo Hili,

ich habe seit frühster Kindheit Neurodermitis, das Gaffen, Glotzen, Starren, es sind unwissende, die meisten haben Angst und überlegen wie oder was sie machen sollen und starren dich in dieser Zeit an.

Ich habe seit sehr langer Zeit, den Glauben, dass Menschen mit „Handicaps“ die besseren, toleranteren sind als die OHNE.

Ich glaube WIR sind die Menschen die andere nicht ausgrenzen, die bereit sind und auf Menschen mit „Handicaps“ zugehen können.

Ich kenne Dein/das Gefühl, die Peinlichkeit, wenn mal wieder meine Haut so stark nässt oder blutet das es durch die Kleidung geht, das/dein Gefühl das auf einmal alle einen „VERACHTEN“ . . . .

Nein Hilli, freue Dich auf das nächstemal auf dem Trampolin, lebe so wie DU ES WILLST lass Dich nicht von den UNWISSENDEN lenken. Ich habe verstanden, meine Krankheit zu achten und so zu sein wie ich bin. Das zu machen was ich kann/will.

Es freut mich sehr etwas von Dir gelesen zu haben, Dich etwas kennen gelernt zu haben.

Bis irgendwann . . .

Ich grüße Dich freundlich

Thomas """

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.12.2009 um 12:54.]

Mein Wahlspruch:

L. M. A. A. = Lächle mehr als andere . . .
Verfasst am: 16. 12. 09 [12:52]
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sba79
Beiträge: 20
Hallo Engerlbengerl,

erst einmal ich kann mich nicht genau in Deine Lage versetzen, doch ich kann Dir sagen das ich auch unsicher war was meine Krankheit betrifft.
Ich habe zwar keine Behinderung, doch ich muss damit Leben mein Leben lang ein Medikament namens Markumar zu mir zu nehmen.

Warum nun nach meiner dritten Thrombose die mich sehr schockte verkündigte mir der Arzt das das Medikament für mich Notwendig ist. Ich wollte es nicht akzeptieren, doch ich lernte damit um zu gehen. Heute weiß ich das man es schaffen kann, man muss nur an sich Selbst glauben.

Für mich sind die Thrombose Strümpfe ein graus, für andrer Mode, deshalb lass dich nicht hängen und gehe mit Deiner Behinderung offen um, um so stärker Du bist um so weniger gehst du unter.

Ich weiß auch das es in der Heutigen Welt für die meisten Menschen eine Behinderung als unakzeptabel gilt, doch lass sie reden , denn man möchte es keinem zumuten in diese Situation zu kommen. Doch Sie meist nicht zu helfen; deshalb mein Rat gehe offen damit um so das Deine Mitmenschen offen Dir gegenüber treten können.

Liebe Grüße
Sonja




sba79
Verfasst am: 16. 12. 09 [17:36]
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Jule
Beiträge: 106
Was soll ich verstecken? Das bin ICH

Ich habe seit 14 Jahren eine Gehbehinderung und fast alle Stadien durch.... Unterarmgehstützen, Rollator, Rollstuhl, Orthese. Laufen ohne Hilfsmittel aber mit deutlich verändertem Gangbild. Was solls meine Beine sind ein Teil von mir und verstecken kann ich sie nicht. Insgesamt gebe ich Thomas-66 recht. Ich glaube auch, dass das starren der Menschen häufig auf Unsicherheit oder sogar Scheu beruht.

Jule
Träume nicht dein Leben - lebe deinen Traum
Verfasst am: 19. 12. 09 [16:59]
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Gelöschter Benutzer


Da muss ich Dir recht geben Jule,

die meisten Menschen sind eben verunsichert, wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen...helfen oder nicht...

Miteinander das wäre sehr schön, Akzeptanz des anderst sein.


LG Kerstin

Egal wo Du jetzt bist GUIDO, ruh in Frieden und hoffentlich ohne Schmerzen!

Wenn man der Vergangenheit nachtrauert und darüber die Zukunft vergisst, hat man schon verloren !
Verfasst am: 27. 12. 09 [21:48]
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