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unser Sohn trägt Röcke und wird als Behinderter beschimpft

Topic Status: beantwortet

 » Plauderecke
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Ella9
Themenersteller
Beiträge: 1
Ich bin wirklich verzweifelt!!!
Unser Sohn (11 Jahre) bildet sich ein, er will Röcke tragen, wie seine Schwestern.

Wir erlauben ihm das nicht, aber er hat einen sehr starken Willen, holt sich die Röcke von seinen Schwestern aus dem Schrank und zieht sich in der Schule um und geht mit dem Rock in den Unterricht.

Dort wird er von den Mitschülern als behinderter Schwuler beschimpft. Das scheint ihm aber nicht viel auszumachen. Denn er macht weiter und weiter.

Die Lehrer sind verzweifelt. Wir auch.
Was können wir tun?

Die Kinder wissen offensichtlich nicht, was "behindert" ist. Mir tut es im Herzen weh, dass unser Sohn so etwas mitmacht. Wir wissen auch überhaupt nicht, was er damit bezwecken will. Wir finden es sehr gehässig von den anderen Kindern, dass sie unseren Sohn nicht einfach ihn selbst sein lassen, sondern ihn ständig beschimpfen.

Warum werden alle Menschen, die "anders" sind ausgegrenzt? Wie erlebt ihr das, die ihr tatsächlich ein Handicap habt?
Wie können wir mit unserem Sohn umgehen, der scheinbar auch "anders" ist...

Fragen über Fragen, Fragen, Fragen...
Wir wissen, dass es darauf keine wirkliche Antwort gibt, aber vielleicht ja den einen oder anderen Denkanstoß.

Herzlichen Dank
Ella
Verfasst am: 12. 09. 11 [13:49]
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MyHandicap Engagementsiegel
KarinM
Beiträge: 5624
Liebe Ella,

schön das Du MyHadicap gefunden hast. Wenn Dein Sohn mit Kleidern in die Schule geht sieht das bestimmt sehr merkwürdig aus. Das die Mitschüler diesen Sonderling hänseln und ausgrenzen liegt ganz bestimmt daran das sie dieses mewrkwürdige Verhalten nicht verstehen.

Kinder schlüpfen gerne mal in andere Welten und leben diese intensiv aus. Möglicher Weise ist dies bei Deinem Sohn nur eine Phase und geht wieder vorbei. Doch es kann auch sein das Dein elfjähriger Sohn das Gefühl hat ein Mädchen zu sein das in einem falschen Körper steckt. Bestimmt hast Du auch schon daran gedacht und es macht Dir Angst. Doch das mußt Du nicht. Du bist nicht allein. In anderen Familien gibt es so etwas auch. Du solltest unbedingt mit Deinem Kinderarzt darüber reden. Mit ihm kannst Du heraus finden ob es notwendig ist einen Kinderpsychologen ein zu schalten oder andere therapeutische Schritte zu unternehmen. Auf jeden Fall wäre es falsch Deinen Sohn in eine Jungenrolle zu zwingen, wenn er sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt.

Sie wollte schon immer ein Mädchen sein.
Die Familie lebt in Bonn. Vieleicht kann die Redaktion Stern TV einen Kontakt herstellen.

Gruß Karin

Poweruserin, Expertin für Medizin & Gesundheit


Das Leben ist schön, so wie es ist. (-:
Verfasst am: 12. 09. 11 [15:30]
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Gelöschter Benutzer
Guten Tag Ella,..

Sei uns herzlich willkommen im Forum,..

Wenn es mein Sohn wäre, würde ich das Gespräch zum Sohn suchen und Fragen warum, wiso, weshalb. Auch wie er selbst da mit umgeht, was er denkt und fühlt wenn die Mitschüler ihn in der Form, diese nicht schönen Aussagen treffen zu seinem Handeln & Tun.

Vielleicht kann euer Sohn etwas nicht annehmen für sich in der Schule, im Elternhaus, in seinem Leben. Das Reden miteinander ist die beste Lösung um die Antworten dazu zu finden.

Stellt sich raus, das alles stimmig ist im Gespräch, dann sagt ihm was ihr denkt und fühlt, Euch bewegt. Und sollte er wirklich anders sein als andere Kinder, dann ist es so und sollte respektiert werden. Ella egal wie, - er wird immer dein/ euer Sohn sein und bleiben und das ist doch das Beste von allem. Mfg Lyn icon_wink.gif

Und plötzlich weißt du;
Es ist die Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen. v. Meister Eckhart


http://www.maria-sanders.de/
www.maria-sanders.de
Verfasst am: 12. 09. 11 [15:34]
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Hiroyuki
Beiträge: 82
Ich finde auch ihr sollte mit eurem Sohn reden, reden, reden ich glaube wenn ihr offen mit ihm redet werdet ihr überrascht sein wie viel er schon versteht von der Welt.Er scheint eine starke Persönlichkeit zu sein wenn er offensichtlich zu seiner Art steht und sich auch von Anfeindungen nicht abschrecken lässt.Meist wollen ja Kinder in dem Alter mit dem Strom schwimmen und anerkannt werden. ich erinnere mich noch gut daran wie es war in dem Alter "anders"zu sein.Zeigt ihm das ihr ihm so nehmt wie er ist aber erzählt ihm auch ehrlich von euren Gefühlen, Sorgen und Ängsten versucht nich etwas zurückzuhalten, so etwas spüren Kinder,ihr könnt nur erwarten das er offen und ehrlich ist wenn ihr es auch seit.Eventuell gibt sich das und stellt sich als Phase heraus, oder euer Familienleben wird ein paar Veränderungen erleben.Ich bin sicher so oder so werdet ihr das gemeinsam meistern, denn die Tatsache das ihr euch nach Rat umschaut zeigt ja das ihr offen seid und euch das Wohl eures Sohnes interessiert und nicht was der Rest der Welt will!

Ich wünsch Euch alles Gute für die Zukunft!

Der Unterschied zwischen Gott und einem Arzt? Gott hält sich nicht für einen Arzt.
Verfasst am: 12. 09. 11 [16:49]
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Gelöschter Benutzer
Hallo Ella, es tut mir leid zu lesen das Du verzweifelt bist, weil Dein Sohn den Wunsch hat Röcke zu tragen. Aber ich muss ganz ehrlich sein ich seh´Hier in der Schweiz und auch in Deutschland immer wieder Männer und Jugendliche mit Röcken. Ich denke es ist einfacher wenn es der Wunsch Deines Sohnes ist kauft einen Männerrock, das ist weniger Stress für Ihn und Euch oder lebt Ihr in der Tiefsten Provinz?
Ich weiss das sicher viele nicht meiner meinung sind aber wenn es Ihm hilft damitz ist das in meinen Augen vielleicht wichtiger, als der Wunsch solchen " Peinlichkeiten" auszuweichen. Bitte versteht mich nicht falsch aber irgendwie glaub ich das es helfen könnte wenn Ihr es versucht nach einem Gespräch mit Euerm Sohn eventuell einen Männerrock zu kaufen. Ich bitte um Entschuldigung wenn ich jemandes Gefühle verletzt haben sollte.
Viel Mut und Kraft für Euch
Guido

10 Years ago we have Steve Jobs, Bob Hope and Jonny Cash. Now we have nop Jobs, no Hope and no Cash.
Verfasst am: 12. 09. 11 [19:03]
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Magic
Beiträge: 1201
Sehe dasa auch wie Guido,sehe nur nicht das behinderter ein Beschimpfung ist.Zudem ist Behi oder Spasti schon im Sprachgebrauch so das das so dahin gesagt wird wie sch... oder so.Schottenrock ginge auch.Die Frage wäre ist Dein Sohn schwul wenn ja sool er sich richtig outen und gut.LG Erich
Verfasst am: 12. 09. 11 [19:30]
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warp
Beiträge: 1
Ich habe die Texte hier mal durchgesehen und möchte auch kurz meine Zeilen zum Guten geben. Unsere Nachbarn und guten Freunde, haben einen 7 jährigen Jungen der auch plötzlich den Wunsch hatte die Kleider der ein Jahr älteren Schwester zu tragen. Da sie wie wir eher offene Eltern von Kindern sind, haben sie es ihm zuerst mal zuhause erlaubt, in der Hoffnung dass es abklingt. Dies auch mit der Meinung, dass es sich um eine Phase handelt. Das ganze hat sich aber manifestiert und so kam es dass wir als direkte Nachbarn auch Wind davon bekamen. Letzten Sommer gab es zwischen Ihm und seinen Eltern draussen im Garten eine Meinungsverschiedenheit, wo wir ihn im Kleidchen sahen.

Unseren Nachbarn war dies natürlich erstmal peinlich. Da wir uns gut kennen und uns auch gegenseitg immer wider aushelfen, habe ich unsere Nachbarn dann angesprochen. Ihnen auch meine Hilfe zum Zuhören und ggf. helfende Hand angeboten, was sie dankend annahmen. Fact ist, dass er immer sagt dass er ein Mädchen sei, was mich zu Annahme veranlässt, dass hier eine Persönlichkeitsstörung vorliegt. Ich kenne die richtigen Fachausdrücke nicht, und daher überlasse ich das mal dem Fachgremium.

Sie haben das dem Kinderarzt mitgeteilt, welcher sich der Sache angenommen hat. Er hat den Jungen dann auch in Mädchenkleider in der Praxis empfangen wie mir erzählt wurde. Die Sitzung ging gute 1.5 Stunden. Er wurde dann zu einem speziellen Kinder und Jugendpsychologen überwieder und im Moment ist er einfach mal in einer Beobachtungsphase. Zur Beruhigung der Sache darf er Zuhause und ausserhalb des normalen Umfeldes Mädchensachen tragen. Sie lassen ihm auch die Haare wachsen und schauen wie sich das entwickelt. In die Schule und draussen zum Spielen darf er nur in Jungensachen.

Wir haben ihn vor Weihnachten mit unseren 2 Kindern ins Weekend in unser Ferienhäuschen mitgenommen. Er durfte auch die Kleider mitnehmen die er mochte. Er hatte ausnahmslos Mädchensachen dabei. Unsere Frauen haben sich dann abgesprochen, dass wir das durchziehen. Sorry, er sah richtig niedlich aus in den Sachen. Gespielt haben die Mädel(s) drinnen nach dem Heimkommen in Strumpfhosen. Mein Sohn meinte er ziehe die Trainerhosen und Socken vor. Es wahr also total normal. Ich habe mir die Zeit genommen ihn auch zu beobachten. Er verhällt sich wie meine Tochter. Sie meinte sogar er sitze zum pinkeln auch immer ab. Was die alles immer sehen?! Irgend was an den Transsexuellengeschichten ist drann und darum....

Habe auf Youtube recherchiert, gebt mal den Suchbegriff "Kim Petras" ein.
Da gibt es ein paar Dokus von RTL und Sat eins. Auch andere Dokus von Kiddys die gerne in die andere Hautschlüpfen wollen findet man. Ich denke unsere Nachbarn haben da ggf. auch einen Weg zu gehen, der in die Richtung geht.

Ich denke, wenn mein Sohn plötzlich mit dem Anliegen nach Hause kommen würde, dann würde ich selbstverständlich auch aus dem Häuschen fallen. Aber....man will ja das Beste für die Kinder, und daher nützt es ja wenig wenn der Zwang oder Wunsch so stark ist, dass man sich total dagegen auflehnt.
Und wenn dem Kinde die Nachteile eines solchen Wunsches bekannt sind und es total rational auf Fragen antwortet die für uns Eltern nachvollziehbar sind, dann ist meiner Meinung nach auch was drann, und man sollte dem Sohn alles erdenkliche an Hilfe anbieten. Verbieten nützt nichts, wenn er es trotzdem immer wieder macht. Wir haben in der Schulgemeinde einen 10 jährigen der mit den Mädchen spielt, tanzt, eigentlich alles Mädchenspiele mit den Girls spielt. Ich weiss aus verlässlicher Quelle, dass es dem Vater, einem gestandenen Macho, sehr peinlich ist. Aber auch da, ist doch irgend ein Zeichen dass man es ernst nehmen muss. Ob sich das in eine Richtung entwicklet oder es nur eine Phase, wenn auch schon seit 3 Jahren ist.

Wichtig ist mir am Schluss nur eines zu sagen. Nehmt die Kinder ernst. Es gibt immer die 2 Perspetiven. Was die Gesellschaft sagt, also auch wir selber oder was das Wohl des Kindes ist. Mir geht das 2. vor. und wenn es sich blööd anhört. Sollen die anderen glotzen, oder schwatzen, hauptsache dem Kinde gehts gut und so lange keine Medikationen gegeben werden ist alles wieder rückgängig zu machen. Wir haben unsere Kinder gern und darum ist die Meinung eines Urteilfähigen Lebens über dem zu stellen was andere denken. Dies natürlich immer situativ ausgesprochen.
Verfasst am: 16. 01. 12 [17:40]
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Justin
Beiträge: 6630
Hallo Ella,

auch von mir zunächst noch herzlich willkommen in der Community! Schön, dass Du MyHandicap gefunden hast icon_smile.gif

Du hast schon einige, sehr tolle, Rückmeldungen aus der Community erhalten. (Dafür an dieser Stelle auch herzlichen Dank, Leute icon_smile.gif .)

Ich denke, dass die anderen Kinder Euren Sohn als "behindert" betiteln, solltet Ihr nicht im wörtlichen Sinne nehmen. Denn meiner Ansicht nach ist es eine variable Bezeichnung. Als ich klein war, war noch "Blödmann" die gängige Beschimpfung. Bei den Kids in der Klasse Eures Sohnes ist es halt leider gerade "behindert". (Inwieweit dieses Schimpfwort ok bzw. nicht ok ist, ist ein anderes Thema.)

Wie schon einige hier gesagt haben, ist das Wichtigste nun die offene und ehrliche Kommunikation mit Eurem Sohn. Ich kann mir vorstellen, dass das vielleicht nicht leicht ist, aber glaubt mir, das ist es wert!

Vielleicht ist Euer Sohn schwul, vielleicht lebt er im falschen Körper oder vielleicht ist es nur eine verrückte Phase - wenn Ihr miteinander redet (auf gleicher Augenhöhe), werdet Ihr es herausfinden und könnt Euren Sohn (ggf. mit professioneller Hilfe) dabei unterstützen, seinen Platz im Leben zu finden.

Und egal, wie es sich entwickelt - er wird immer Euer Kind sein icon_wink.gif

Solltet Ihr irgendwann einmal Unterstützung brauchen, wende Dich gern jederzeit wieder an mich oder meine Kollegen oder die Community! Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen icon_smile.gif

Beste Grüße, Justin
MyHandicap
Wenn diese Antwort für Dich hilfreich war, bewerte bitte oberhalb des Beitrags, wie weit Deine Frage beantwortet wurde.
Sollte Dein Anliegen noch nicht gelöst sein, zögere bitte nicht, noch einmal nachzufragen! ******
Verfasst am: 18. 01. 12 [08:11]
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karmamo73
Beiträge: 71
Hallo!

Herzlich willkommen hier im Forum. In diesem Alter kann man noch nicht von einer Persönlichkeitsstörung sprechen. Da die Persönlichkeit sich erst im Verlauf entwickelt. Ich finde, Du hast es schon richtig gesehen. Ihn so annehmen und unterstützen. In dem es verboten wird, umso mehr läuft man Gefahr, dass sich tatsächlich ausgeprägte psychische Störungen entwickeln.
Am Besten- auch wenn es für außenstehende nicht/kaum nachvollziehbar ist- ihn in seiner Entfaltung freien Raum lassen. Mit einer begleitenden Therapie zur Unterstützung wäre ein guter Weg. Er sollte auf jeden Fall nicht das Gefühl vermittelt bekommen, dass er "unnormal" ist, sondern dass das in Ordnung ist, jedoch ggfls. einen "geschützten Raum" erhalten vorerst.

Ich sah mal einen Bericht, wo darüber berichtet wurde, dass Menschen in einen "Falschen Körper" geboren werden.
Es kann entweder sein, das es eine vorübergehende Phase ist, die auch über Jahre gehen kann oder er fühlt sich tatsächlich nicht wohl in seiner Haut.

Das Wichtigste ist, dass Sie durch das unmittelbare Umfeld gestärkt und geliebt werden, wie Sie sind.
Je souveräner und selbstverständlicher man damit umgeht, desto leichter ist es auch für das Kind!

Ich wünsche Euch alles Gute

LG Simone

R.I.P. Guido- Im Herzen hast Du deine Spuren hinterlassen und das bedeutet "unsterblich" zu sein-Danke
Verfasst am: 18. 01. 12 [10:23]
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swisswuff1
Beiträge: 667
Ella9 hat geschrieben:
Warum werden alle Menschen, die "anders" sind ausgegrenzt? Wie erlebt ihr das, die ihr tatsächlich ein Handicap habt?
Wie können wir mit unserem Sohn umgehen, der scheinbar auch "anders" ist...


Alle Anders-Artigkeiten oder Abweichungen sind anders. Daher ist mein Anders-Sein auch anders als das anderer Leute denen ein Teil vom Arm fehlt.

Und insgesamt sind solche Probleme als Gruppe sicher anders von den Problemen die Leute haben, bei denen etwas an den Beinen fehlt - das haben wir bald schon in unserer Selbsthilfegruppe herausbekommen.

Und das alles ist gar nicht vergleichbar mit ganz anderen Abweichungen vom Normal-, Durchschnittlich-Sein. Was also da bei Jungs mit Maedchenkleidern abgeht, keine Ahnung, das ist eine andere Liga.

Aber dann gibt es sicher irgendwo Aehnlichkeiten.

Eine sehr wichtige Uebersicht ueber diese Frage vermittelt Erving Goffman in seinem Buch "Stigma".

AMAZON.DE Erving Goffman - Stigma

Danach ist der grundlegende Unterschied der beiden Gruppen benachteiligter Andersartiger der, ob sie eine Abweichung aufweisen, die versteckbar ist, oder ob sie diese nicht verstecken koennen. Innerhalb dieser beiden Gruppen aber sind, was grobe Reaktionen der Oeffentlichkeit angeht, durchaus Aehnlichkeiten.

Meine Behinderung gehoert fast ausschliesslich zu den nicht versteckbaren. Ausser ich laufe oder stehe irgendwo herum, wo ich die Prothese in die Tasche stecken kann. Daher ist Guenther Cloerkes' Text fuer meine Alltagserfahrungen fast relevanter:

http://bidok.uibk.ac.at/library/cloerkes-einstellung.html

Diese Standortbestimmungen sind etwas deprimierend, da sie nur negative Aspekte beschreiben. Die sind aber sehr wichtig. Es gibt durchaus andere Sachen, die man tun oder lesen kann, die da positiver sind, aus der Patsche helfen, aber da bin ich mir sicher das muesst Ihr mit anderen aehnlich Betroffenen rauskriegen.

Wichtig scheint mir jedenfalls, das Kind ist sonst offenbar kerngesund, und, es tut damit niemandem weh, und, was es tut ist jedenfalls nicht illegal. Was solche Vorlieben angeht, man muss sie ja nicht annehmen - aber, das ist grundsaetzlich Privatsache und individuell. Ob das Kind links- oder rechtshaendig wird, von welchem Geschlecht es sich sexuell anziehen laesst (haha, was fuer ein Wortwitz in diesem Zusammenhang) - da darf man nicht zu streng sein.

Wenn das alles ist, sieht man sich an was hier naemlich sonst so geschrieben wird, sind meine ich doch schon mal Super News.


Ich habe mir das Buch 'Do it yourself' gekauft. Auf deutsch ungefähr: 'Selbst ist der Mann'! Aber es muß heute ja englisch sein. (DONALD DUCK, aus Selbst ist der Mann)
Verfasst am: 25. 01. 12 [22:49]
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