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Umfrage: Welchen Nutzen versprichst Du Dir von einer Armprothese?

Topic Status: offen

 » Interview Anfragen / Probanden Suche
Landesflagge: CH
CarinaL
Themenersteller
Beiträge: 1
Welchen Nutzen versprichst Du Dir von einer Armprothese?
Für welche Aktivitäten würdest Du sie benutzen?


Nimm an unserer Umfrage teil und hilf uns dabei, Anforderungen an passive, funktionelle Armprothesen besser zu verstehen: www.umfrage-prothetik.com

**Dies ist eine Umfrage, die sich an (potentielle, aktuelle oder ehemalige) BenutzerInnen von Armprothesen richtet. Mit Deiner Teilnahme an dieser Umfrage erlaubst Du uns, Anforderungen an eine Prothese und deren Gebrauch besser zu verstehen.**

Danke für die Unterstützung!



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.08.2020 um 16:01.]
Dateianhang

Flyer_Armprothesen_Umfrage.pdf (Typ: application/pdf, Größe: 912.48 Kilobyte) — 45 mal heruntergeladen
Verfasst am: 05. 08. 20 [16:01]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
Landesflagge: CH
swisswuff1
Beiträge: 680
Das ist ebenso lobenswert wie es dieselbe Dauerschlaufe darstellt wie immer.

Ich fülle sicher seit > 10 Jahren pro Jahr geschätzt 10-20 solche Umfragen aus. Am Umstand, dass die normalen Kommerzteile für echte Arbeit unbrauchbar sind, hat nie je was geändert. Auch wird die schweiss- / hitze-bedingte Trageproblematik nicht gelöst, so dass man wo hin das Auge reicht auf eigene Anpassungen angewiesen ist.

Der Grund, wieso wir selbst zu Schraubenzieher etc gegriffen haben, war, dass uns die Kundendienste namhafter Hersteller auslachten, dass wir Jahr für Jahr nutzlose Fragebogen ausfüllen - aber dass sich Akademie und Industrie nicht nur um die Bedürfnisse foutiert, sondern die Kundendienste im direkten Kontakt Aggression / Häme grossen Ausmasses bereit halten. Es gibt KEINE Instanz, die derzeit brauchbare Teile produziert. Dass auf dieser "Basis" keinerlei konstruktive Ideen vorhanden sein können, zeigt die gesamte Kommunikationskultur und das resultierende völlige Fehlen von entsprechend belastbaren Produkten.

Welche Nutzen verspreche ich mir von einer Armprothese?

Die ideale Armprothese funktioniert unter berufstypischer normaler (lies: jenseits jeder extremer) Belastung, und ist einigermassen vernünftig fehlerfrei (lies: weit jenseit normaler myoelektrischer Fehlerraten im Traumbereich des unerreichten), bequem (lies: 10-14 Tage je 14 Stunden am Tag unter vollgeschwitzter Kleidung als patschnass - ohne Hautausschlag!, ohne Steuerungsfehler) und robust , damit modular so gebaut dass man sie selbst innert kurzer Zeit zu Hause 1-händig reparieren kann.

Damit gleicht das von mir / uns so stark adaptierte / anders gebaute Modell meiner Armprothese bei typischen Belastungen die Asymmetrie so aus, dass man weniger Fehlhaltung / Fehlbelastung hat, was vor allem bei schweren und repetitiven Aktivitäten und bei Einsatz / Arbeit, wo das gehaltene Ding einfach nicht runterfallen darf, sehr wichtig ist.

Das ist der Nutzen, den ich mir davon weniger "verspreche" als seit Jahren so auf Dauer auch erreiche.

Der Rest ist erwartungsgemässe Eskalation. Dass so eine Prothese dann für andere halbwegs anspruchsvolle Tätigkeiten problemlos auch taugt, liegt "auf der Hand" - Heckeschneiden, Zaun streichen, Fahrrad fahren bis hin zu Passfahrten (mit der Prothese war ich auch von Prad auf dem Stilfserjoch, oder mal den Pragelpass hoch, etc) oder Mountainbikefahrten (auch unwegsamere Sachen) (wie das Fahrrad umzubauen ist, so dass man sicher / bequem fährt, dazu bestehen inzwischen sehr klare Erfahrungen), Transport / Montage auch schwererer Möbel oder Elektrogeräte, etc ist sicher klar. Skifahren mit dem TRS-Adapter, der sich mit dem Kabel ziehen lässt (die passiven Halter taugen nix). Zum Schwimmen sehe ich keinerlei Bedarf für Armprothese, verfüge dort auch über qualifizierende Erfahrungen. Eskalierend festzuhalten ist, dass ich inzwischen derart bündig elektrische Sägegeräte / Akkschrauber einsetze, dass diese Geräte inzwischen regelmässig auch mal überhitzen - das war früher aufgrund der (handicapbedingten??) Pausen weniger der Fall. Auch sind wir nun Trails mit dem Bike gefahren, die so steil waren, dass uns entgegenkommende Wanderer Genickbruch voraussagten, und wir die Velos teils gestossen / getragen haben, womit das nächste Vehikel entsprechend neu auch ein tieferes Gewicht benötigt. Wenn die Armprothese also nicht mehr aufgibt, kommt man anderswo an Grenzen - und das ist dann der Hinweis, dass ich Nutzen keineswegs einfach "erhoffe" sondern bereits seit geraumer Zeit auch in Ausmassen beziehe, die sonst nicht viele Leute haben. Die Kehrseite als Anwender könnte je nach Wahrnehmung auch darin liegen, dass das wirklich sehr anstrengend ist. Dass auf derartige Bedürfnisse nicht eingetreten wird, ist klar.

Dass zu Coronazeiten auch bezüglich Kontamination besonders sauber, und besonders stark geschützt (besonders dichte Maske und Overall -> Schweiss noch mehr als sonst, und das war sonst schon sehr viel) gearbeitet werden muss, liegt ebenfalls auf der Hand. Ich erhielt von keinerlei Hersteller oder Entwickler irgendwelche Hinweise, dass sie das jetzt auf dem Schirm hätten. Ebenso ist jetzt wie nie zuvor der Moment, NICHT vom Velo zu fallen, KEINEN Unfall zu haben, denn auch im Spitalnotfall schützen Masken, reduzieren Risiko, aber null ist das Risiko gerade dort auch nicht - und damit steht die absolute Betriebssicherheit bei Prothese / Velofahren noch weiter oben als bereits ohnehin schon. Auch das gilt es sehr klar zu berücksichtigen.

Indem die nötigen Einsichten /Kenntnisse, solche Armprothesen wirklich zu bauen, andernsorts fast sicher völlig fehlen, dürfte das ein wesentlicher Grund sein, warum nach den Fragebogen eigentlich nie / nirgendwo was gescheites kam.

Das macht aber nichts ... gewisse Dinge halten unsere Gesellschaft zusammen, ohne dass sich an den Dingen irgendwas wesentliches bewegt - so wie Ostern oder Weihnachten.

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 24.08.2020 um 16:43.]

Ich habe mir das Buch 'Do it yourself' gekauft. Auf deutsch ungefähr: 'Selbst ist der Mann'! Aber es muß heute ja englisch sein. (DONALD DUCK, aus Selbst ist der Mann)
Verfasst am: 24. 08. 20 [14:33]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people