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Umbau behindertengerechter Arbeitsplatz und was geschieht wenn das nicht möglich ist?

Topic Status: beantwortet

 » Ausbildung & Beruf
Landesflagge: DE
Richard64
Themenersteller
Beiträge: 19
Hallo,

ich arbeite seit ca 1 1/2 Jahren Vollzeit an der Pforte/Kasse von einem Receyclinghof, bin schwerbehindert mit einem GdB von 60 und einer Gehbehinderung (ohne Gehhilfe).

Bisher bestand die Pforte aus einer alten Blechhütte direkt an der Einfahrt, die für mich und meine Einschränkungen optimal war. Jetzt habe ich seit ein paar Tagen eine neue Pforte, die allerdings um 5m nach hinten versetzt ist und wo der Eingang über zwei Treppenstufen verfügt, weil das Gebäude höher steht wie die alte Blechhütte.

Ich muss da im Minutentakt rein und raus. Selbst wenn ich nur 100x am Tag reingehe, dann sind das am Tag 400 Treppenstufen die ich bewältigen muss. Zusätzlich kommen noch hin und zurück 10m zusätzliche Wegstrecke dazu, weil ich jetzt viel weiter laufen muss wie vorher.

Das geht so nicht, Treppenstufen sind schon allgemein die "Hölle auf Erden" und wenn ich jetzt auch noch mehrere Kilometer am Tag laufen soll, dann ist das klar warum ich abends um 20 Uhr ins Bett muss icon_evil.gif

Hab meinen Betriebsleiter auf dieses Problem angesprochen und er meinte es würde nichts dagegen sprechen, wenn man eine zusätzliche Rampe anbaut, um mir wenigstens die Treppenstufen zu ersparen.

Das neue Gebäude ist anscheinend für gesunde Menschen geplant worden, obwohl bekannt war dass jede Woche 40 Stunden ein Schwerbehinderter darin arbeitet.

Muss ich denen für den Umbau eine Frist setzen oder wie ist das normalerweise?

Was passiert wenn ich trotz der dann (vieleicht) installierten Rampe, wegen den vielen Zusatz(kilo)metern die ich täglich hin und her laufe, einsehen muss dass das so keinen Wert hat? Darf ich mich weigern, an diesem Arbeitsplatz weiterhin tätig zu sein oder gibt das Ärger für mich? Kann mir die Firma dann einen beliebig anderen Arbeitsplatz zuweisen oder wie läuft das ab?

Edit: Mein alter Arbeitsplatz war zwar nicht speziell für Schwerbehinderte, aber hat für micht optimal gepasst. Ich frag, ob die das einfach so machen dürfen und mir einen neuen Arbeitsplatz hinstellen, der für mich gesundheitlich gar nicht geeignet ist. Muss das nicht vorher geprüft werden?

So wie das momentan aussieht will ich da nicht mehr arbeiten, denn das ist eine einzige Quälerei für mich.

Gruß

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 14.02.2019 um 14:53.]
Verfasst am: 14. 02. 19 [12:11]
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DerSchwbProfi
Beiträge: 124
Hallo,

wer ist den der Kostenträger des behindertengerechten Umbaus? Frag doch mal dort nach, ob es Fristen für die Umsetzung gibt.

Andernfalls wäre eine innerbetriebliche Umsetzung anzustreben.

Richard64 hat geschrieben:

...
Das neue Gebäude ist anscheinend für gesunde Menschen geplant worden, obwohl bekannt war dass jede Woche 40 Stunden ein Schwerbehinderter darin arbeitet.
...
Edit: Mein alter Arbeitsplatz war zwar nicht speziell für Schwerbehinderte, aber hat für micht optimal gepasst. Ich frag, ob die das einfach so machen dürfen und mir einen neuen Arbeitsplatz hinstellen, der für mich gesundheitlich gar nicht geeignet ist. Muss das nicht vorher geprüft werden?
...


Mit Sicherheit wurde hierbei nicht nur an dich gedacht.
Du bist hier sicher auch nicht alleiniger Mitarbeiter?

Gruß
DerSchwbProfi
Verfasst am: 15. 02. 19 [09:21]
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Gelöschter Benutzer
Da was schon gefunden?
Verfasst am: 15. 02. 19 [11:54]
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Richard64
Themenersteller
Beiträge: 19
@DerSchwbProfi
Es gibt keinen Kostenträger, es soll nur innerbetrieblich nachgebssert werde. Das ist aber für mich problematisch, denn von den zwei vorhandenen Problemen kann nur eins gelöst werden (zusätzliche Rampe installieren). Das zweite Problem (die elende Lauferei) wird mir aber erhalten bleiben und so kann ich da nicht mehr arbeiten.

An diesem Platz ist immer nur 1 Person und das bin ich von Mo-Fr, nur samstags arbeitet jemand anderes dort. Und dann habe ich noch verschiedene Vertretungen, aber ich bin der einzige Schwerbehinderte an diesem Arbeitsplatz.

Ich hab jetzt eine Versetzung beantragt, aber die Firma sieht anscheinend überhaupt keine Dringlichkeit etwas zu ändern und das nervt mich am meisten. Mir konnte weder gesagt werden, wann die Nachbesserung gemacht werden soll, noch wann wegen einer Versetzung entschieden wird.

Man erwartet einfach von mir, dass ich weiterhin täglich meine Arbeit dort erledige, aber das geht so nicht.
Verfasst am: 15. 02. 19 [12:50]
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Richard64
Themenersteller
Beiträge: 19
Hoch schieb

Ist zwar Wochenende, aber die Sache ist dringlich.
Verfasst am: 16. 02. 19 [13:58]
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idur65
Beiträge: 1850
Was bitte erwartest du von uns?
Hast du mal beim Integrationsamt vorgesprochen in der Sache?
Wenn es gar nicht geht melde dich krank und such dir einen anderen Job.
Das sind Dinge die wir dir nicht abnehmen können.
Und noch etwas, der Betrieb besteht nicht nur aus einem Pförtner.

Gruß idur

Wie man in den Wald ruft so schallt es zurück!
Verfasst am: 16. 02. 19 [17:21]
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