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Soziale Isolation... Hautkrankheit... Arbeit... Wie soll es bloß weitergehen?

Topic Status: in Lösung

 » Psychische Erkrankungen & Therapien
Landesflagge: DE
Moonpie
Themenersteller
Beiträge: 6
Guten Tag,


ich möchte hier gerne meine Geschichte zum Besten geben und hoffe auf ein paar Einschätzungen, Ideen und Kommentaren von Dritten, welche mit genug Abstand zu der Sache unbefangen Antworten können.

Seid 6 Jahren leide ich unter einer nicht näher diagnostizierten Hauterkrankung im Gesicht. Alle gängigen Erkrankungen wurden schon diagnostiziert. Psoriasis, Rosacea, Dermatitis, seborrhoisches Ekzem u.s.w.. Anfangs half mir eine speziell zusammengemixte Creme mit Cortison um die Erscheinung abzumildern. Nach Jahren der Anwendung brachte diese mir auch keinen nennenswerten Erfolg mehr, mildert die Symptome zwar ab aber gänzlich verschwinden tut sie nicht mehr. Die Hauterkrankung äußert sich in einer stark ausgeprägten, flächigen Rötung des Gesichtes mit gelegentlicher Schuppenbildung, Pickelchen, Knötchen und sichtbaren erweiterten Äderchen. Ausserdem starken Schuppungen auf dem Kopf und leichten Schuppungen an/in/hinter den Ohren. Alle Salben und innerlichen Antibiotika wurden bereits erfolglos eingesetzt. Früher (mit 16 - 20 Jahren) hatte (habe) ich eine leichte Psoriasis an den Beinen und Armen - Kniegelenk und Ellenbogen - und ich dachte schon damals es kann nicht mehr schlimmer werden...
Es gab Phasen mit stärkerer und dann wieder mit etwas schwächerer Ausprägung. Das Problem an der Stelle des Gesichtes ist, es lässt sich nicht verbergen. In den ersten zwei Jahren plante ich meine Freizeitgestaltung meinem Hautbild entsprechend, d.h. gute Haut= rausgehen, schlechte Haut= Zuhause bleiben. Seid 3 Jahren lebe ich (mehr oder minder) isoliert und gehe nur raus zur Arbeit wenn es sich nicht vermeiden lässt. Ich arbeite im öffentl. Dienst und habe daher leider recht viel Kontakt zu Menschen. Mein ganzes Verhalten ist durch die Krankheit beeinflusst. Einige Beispiele: seid 4 Jahren keine Partnerschaft mehr, keine Unternehmungen mit Freunden/Bekannten (immer eine Ausrede einfallen lassen), zwangsweise ablehnendes Verhalten durch mich, kein Selbstwertgefühl, starkes Unwohlsein bei Freunden und Fremden, permanente Anspannung in der Öffentlichkeit, Sorgen vor dem Haus verlassen... ich könnte Stundenlang weitere aufzählen.
Ich muss mich gelegentlich Krankschreiben-lassen, da ich bei stark ausgeprägten Hautsymptomen das Haus nicht verlasse, was mir auch beruflich Sorgen bereitet. Mein komplettes Leben ist durch die Krankheit beeinflusst, ich mache nix mehr. Träumte/träume von so vielen was ich alles nicht mehr machen kann, wie gesagt nix mehr... Keine Reisen, kein A Führerschein... alles wozu man unter Menschen gehen muss.

Mittlerweile bin ich so verzweifelt das ich schon an einen Antrag auf Rente gedacht habe. Obwohl mein Alter (Ende zwanzig) und die Krankheit als solches äußerst geringe Erfolgsaussichten bieten. Ganz abgesehen vom finanziellem Hintergrund. Ich werde wohl noch eine Versicherung abschließen um im schlimmsten Fall ne Chance zu haben.

Ich bin wie gesagt ratlos und weiß nicht wie mein Leben weitergehen soll. Auch dieses ständige Verstellen in der Öffentlichkeit (hier kommt er, der Selbstbewusste) ist mir kaum mehr möglich. Wenn sich die Krankheit nicht abmildern lässt, wird es mir unmöglich sein die Arbeitsstelle zu behalten (auf lange Sicht gesehen) denn ich habe einfach keine Kraft mehr um mit dieser Krankheit umzugehen. Ich bilde mir außerdem ein die ganze Geschichte noch ziemlich rational einzuschätzen, trotzdem bin ich ratlos... Die Rubrik habe ich gewählt da ich die Isolation als psychisches Resultat der Krankheit erachte, bilde mir aber ein keine Hilfe aus dem Bereich zu benötigen. Es gibt nichts was mir erzählt werden könnte auf was ich nicht selbst gekommen wär/bin (hinsichtlich der Isolation). Diese ist eben auch nur das Resultat der Hauterkrankung. Naja... Falls es noch relevant ist ich bin seid der Zeit in Dermatologischer Behandlung.

Ich möchte mich bedanken wer bis hierhin gekommen ist und meine wirren Gedankengänge verfolgt hat. Ich bitte auch um Entschuldigung mit diesem (im Vergleich zu anderen) kleinen Problem hier aufgeschlagen zu sein.

Gruß
Verfasst am: 09. 07. 13 [16:14]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
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celtica
Beiträge: 16
Hallo Moonpie,

ich kann mir vorstellen das es nicht ganz einfach ist mit Deiner Hauterkrankung umzugehen.

Du beschreibst allerdings nicht näher, ob Dein sozialer Rückzug motiviert ist durch negative Reaktionen seitens Deiner Umwelt oder ob Du von ganz von selbst in die Isolation gehst. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Selbsthilfegruppe/-verband für Menschen mit Hauterkrankungen zu Deinem Problem Hilfestellung und weitere Informationen anbieten können. Möglicherweise könnte Dir eine Verhaltenstherapie dabei helfen, mit den Reaktionen die Du wahrnimmst und den Gefühlen die Du dabei erlebst, besser umzugehen.
Fürs erste wäre wichtig, dass Du lernst bei der Arbeit damit umzugehen und auch weiterhin zur Arbeit gehst um nicht völlig in die soziale Isolation zu geraten.
Wenn Du bei der Arbeit starken Publikumsverkehr hast, wäre es vielleicht denkbar
in einen Bereich mit weniger Publikumskontakten zu wechseln, wenn es das für Dich einfacher machen würde.

Alles Gute für Dich.
Verfasst am: 09. 07. 13 [20:18]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
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Moonpie
Themenersteller
Beiträge: 6
Erst einmal vielen Dank für deinen Beitrag Celtica.


Der Rückzug ist beiderseits bedingt. Es ist für mich eine unglaubliche Belastung mit dieser Entstellung (ich empfinde es jedenfalls so, jemand anderes würde es evtl. nicht als Entstellung bezeichnen) in die Öffentlichkeit zu gehen. Ich habe mich soweit es geht Zuhause gut damit arrangiert und empfinde es sobald ich alleine bin und mich in meiner Komfortzone bewege nicht mehr als Belastung. Klar ist da auch eine Einsamkeit und gewisse Traue keine Dinge mehr zu unternehmen die einen Interessieren oder anderen Freude bereiten aber es ist eine Erleichterung zu wissen, jetzt bin ich "sicher" und niemand sieht mich... Ich will mal sagen, so habe ich das kleinere Übel gewählt.
Bedingt durch Reaktionen anderer Menschen ist es weniger. Klar werde ich daraufhin angesprochen und diverses gefragt wie z.B. Sonnenbrand!?, Ausschlag!? aber gut, wie soll derjenige denn auch sonst reagieren. Es lässt sich schließlich nicht leugnen das da etwas ist. Einige gucken mich halt an, dann wird mein Blick meistens scharf erwidert und dann war's das auch schon. Trotzdem empfinde ich auch dieses als Belastung, ist ja klar es gibt schöneres.

Selbsthilfegruppe und/oder Verhaltenstherapie wofür? Ich bin fest davon überzeugt auf einem ähnlichen Wissenstand zu sein welchen die meisten Dermatologen die ich besucht habe zu besitzen. Das soll nicht großkotzig rüberkommen, bitte nicht missverstehen. Tipps bezüglich der Therapie bzw. den Umgang mit der Krankheit, ich wüsste nicht welcher "Tipp" mir dabei helfen könnte. Zu einer Selbsthilfegruppe müsste ich mich auch nach draußen begeben, darum wäre es für mich eher als stark belastend einzustufen. Ich weiß auch das es Menschen gibt die andere Krankheiten besitzen und es ebenfalls nicht leicht haben, mein aufrichtiges Beileid dafür! Nur muss ich mich dafür nicht noch zusätzlich unter "Anspannung" begeben um zu sehen/erleben was mir auch so bewusst ist. Wie gesagt sehe ich keinen Sinn dahinter, evtl. übersehe ich auch etwas?

Es ist mir selbst "unangenehm" mich vor meiner Familie (Eltern) so zu zeigen. Es bietet sich mir keine Möglichkeit isoliert, also ohne Kollegen und/oder Kunden auf der Arbeit zu verbringen. Selbst der Weg zur Arbeit fällt nicht leicht, obwohl ein Auto benutzt wird.

Ich möchte dir trotzdem für die Anteilnahme und Genesungswünsche danken Celtica. Ich weiß auch oder befürchte besser gesagt, das nicht viel kommen wird was mir vielleicht doch hilft oder was ich nicht bedacht habe. Ich habe es halt versuchen wollen um mir nicht vorhalten zu müssen, nicht alles versucht zu haben.

Könnte jemand die Situation einschätzen bezüglich Schwerbehindertenausweiß und Berentung? Ich habe erstaunt festgestellt, das viele Haut-Krankheiten ebenfalls bis zum Grad von 80% aufgelistet werden + (wenn ich es so richtig verstanden habe) evtl. psychoreaktive Störungen welche extra berücksichtigt werden, welche ich wohl unbestritten habe?
Verfasst am: 09. 07. 13 [23:43]
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Gelöschter Benutzer
Moonpie hat geschrieben:


Selbsthilfegruppe und/oder Verhaltenstherapie wofür? Ich bin fest davon überzeugt auf einem ähnlichen Wissenstand zu sein welchen die meisten Dermatologen die ich besucht habe zu besitzen. Das soll nicht großkotzig rüberkommen, bitte nicht missverstehen. Tipps bezüglich der Therapie bzw. den Umgang mit der Krankheit, ich wüsste nicht welcher "Tipp" mir dabei helfen könnte. Zu einer Selbsthilfegruppe müsste ich mich auch nach draußen begeben, darum wäre es für mich eher als stark belastend einzustufen. Ich weiß auch das es Menschen gibt die andere Krankheiten besitzen und es ebenfalls nicht leicht haben, mein aufrichtiges Beileid dafür! Nur muss ich mich dafür nicht noch zusätzlich unter "Anspannung" begeben um zu sehen/erleben was mir auch so bewusst ist. Wie gesagt sehe ich keinen Sinn dahinter, evtl. übersehe ich auch etwas?



Könnte jemand die Situation einschätzen bezüglich Schwerbehindertenausweiß und Berentung? Ich habe erstaunt festgestellt, das viele Haut-Krankheiten ebenfalls bis zum Grad von 80% aufgelistet werden + (wenn ich es so richtig verstanden habe) evtl. psychoreaktive Störungen welche extra berücksichtigt werden, welche ich wohl unbestritten habe?


Guten Morgen Moonpie
Selbsthilfegruppe und/oder Verhaltenstherapie wofür?
Diese Frage, so scheint es mir, macht deutlich daß du dir über den Sinn dieser Gruppen nicht ganz im Klaren bist oder was in diesen getan wird.
Das wichtigste überhaupt ist nicht deine sicherlich schlimme Krankheit, sondern wie du damit umgehst, wie du dich damit arrangieren kannst, wie du dein Selbstbewusstsein stärken kannst, wie du deine Ängste verringern kannst. Dort sind auch Betroffene mir ähnlichen Krankheiten wie deine, sie überwinden sich in der Hoffnung halt in der Gruppe zu finden und sich bewusst zu werden mir geht es nicht alleine schlecht.
Mach einfach den Versuch mal einige Zeit, dann kannst du immer noch entscheiden, das ist gut oder nicht gut für mich.
Schwerbehindertenausweis ja, Verrentung eher nein oder sehr schwierig,müsste dann über die Psyche laufen.
Ich wünsche dir alles Gute und vielleicht Besserung.
Gute Nacht

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.07.2013 um 01:18.]

LG
Holger
Barrierefrei Urlauben am Schönberger Strand(Ostsee) sehr zu empfehlen!
http://www.google .de/
ist sehr zu empfehlen,tut gar nicht weh dort zu suchen.

Verfasst am: 10. 07. 13 [01:15]
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Moonpie
Themenersteller
Beiträge: 6
Guten Morgen Holger und danke Dir für die frühe Antwort.


Du magst Recht haben, ich bin mir nicht im klaren über der Sinnhaftigkeit - in meinem Fall - und deren Nutzen für mich. Wie bereits kurz im oberen Text von mir geschildert, weiß ich wie Personen darauf reagieren können und wie ich für mich am besten damit umgehe (nehme ich zumindest an). Es ist für mich ein stark belastendes Gefühl z.B. gesehen/erkannt zu werden. Habe ich beispielsweise Termine beim Dermatologen mir eine Route zu überlegen, welche mir die höchste Chance verspricht nicht gesehen zu werden o.ä.. Auch wenn es sich wie ein Wiederspruch anhören mag, geht es dabei um mein Empfinden und nicht um das von meinem Gegenüber. Ich bin mir durchaus der Tatsache bewusst, das es andere Menschen gibt, welche mit ähnlichen Problemen und noch schlimmeren zu kämpfen haben. Das will ich nicht nur auf Leute mit Hautkrankheiten beschränken...
Mein Problem ist auch nicht die Isolation, diese habe ich freiwillig gewählt und fühle mich damit wohler, als in Gesellschaft.

Mit dem Selbstwertgefühl magst du Recht haben, es ist quasi nicht mehr vorhanden. Dafür wäre, je länger ich drüber nachdenke, eine psychologische Hilfe evtl. doch angebracht. Es wäre mit Sicherheit kein leichtes Unterfangen da ich sehr schwer Vertrauen fassen kann und durch den Schichtdienst nur sehr begrenzte Zeit habe Arzttermine zu vereinbaren. Würde bedeuten noch mehr Krankschriften für den Arbeitgeber. Nur kann ich diese nicht beanspruchen, wenn ich beabsichtige mich noch als Beispiel BU zu versichern, das wäre im Nachhinein wohl nicht mit eingeschlossen und man würde mir Vorsatz unterstellen. Ich bin was dieses Thema anbelangt auch nicht wirklich informiert. Gibt es diesbezüglich... ich sage mal "ganzheitliche" bzw. anonyme Beratungsstellen? Ich habe Angst mir den letzten Ausweg durch eine unüberlegte Aktion zu verbauen, falls ich im späteren Lebensverlauf keine andere Möglichkeit mehr sehe/es keine andere mehr gibt.

Der Schwerbehindertenausweis hätte für mich wohl keinen Nutzen, muss mich mit dem Thema erst einmal genauer befassen und wie meine Aussicht auf Erfolg dabei besteht.

Ich danke dir Holger, ein Vorteil des Internets besteht darin anonym mit unbekannten seine Probleme zu teilen. Es tut gut allein nur gehört zu werden und dafür nochmals vielen Dank.
Verfasst am: 10. 07. 13 [02:07]
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Gelöschter Benutzer
Hallo Moonpie,

ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Dich das sehr belastet.

Ich selbst habe seit etwa dem 12. Lebensjahr eine Vitiligo, die sich im Laufe der Jahre auch im Gesicht "breitgemacht" hat.

Hast Du schon einmal mit einer Kosmetikerin über Dein Problem gesprochen?

Vielleicht wäre Camouflage eine Möglichkeit für Dich?

Einige Camouflage Produkte bieten die optimale Lösung zur optischen Neutralisierung von Hautirritationen, roten Äderchen, Pigmentflecken, Feuermale, unerwünschten Tattoos oder Hautunreinheiten. Außerdem ist Camouflage die bevorzugte Grundierung für besondere Anlässe, wie z.B. Hochzeiten, Partys, Events oder Fotoaufnahmen. Deine Haut könnte damit besser aussehen.

Ansonsten gilt: Wahre Schönheit kommt ohnehin von innen!!

Vielleicht könntest Du aber auch im Rahmen einer Gesprächstherapie zusätzlich an Deinem Selbstbewußtsein arbeiten?

Liebe Grüße
von mir


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Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)

Wer die Rose liebt, erträgt auch ihren Dorn. (türkische Lebensweisheit)
Original: Gülü seven dikenine katlanir.
Verfasst am: 10. 07. 13 [10:27]
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Justin
Beiträge: 6630
Hallo Moonpie,

zunächst einmal herzlich willkommen in der Community! Schön, dass Du MyHandicap gefunden hast icon_smile.gif
Eine Übersicht, wie das bei uns funktioniert, bietet dieses kurze Video (selbstverständlich auch mit Untertiteln): http://www.myhandicap.de/guided-tour.html

Dass Du hier bist ist vollkommen in Ordnung. Für jeden sind andere Sachen belastend. Daher ist ein vergleichen untereinander, wer ein "härteres" Schicksal hat absolut unsinnig.

Du hast aus der Community schon einige gute Hinweise erhalten (vielen Dank dafür, Leute icon_smile.gif ).

Ich möchte zunächst nur auf Deine Hauterkrankung eingehen, die hier wohl die Ursache liegt. (Nichtsdestotrotz denke ich ebenfalls, ein Psychologe oder eine Selbsthilfegruppe wäre eine gute Unterstützung für Dich.)
Hast Du es schon mal über längere Zeit mit hochwertigen Aloe Vera Produkten probiert?
Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht und kenne auch einige Menschen, die damit (innerlich + äußerlich angewendet) selbst schwerste Neurodermitis in den Griff bekommen haben.

Meine Antwort war hoffentlich ein klein wenig hilfreich für Dich.

Beste Grüße, Justin
MyHandicap
Wenn diese Antwort für Dich hilfreich war, bewerte bitte oberhalb des Beitrags, wie weit Deine Frage beantwortet wurde.
Sollte Dein Anliegen noch nicht gelöst sein, zögere bitte nicht, noch einmal nachzufragen! ******
Verfasst am: 10. 07. 13 [10:54]
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Moonpie
Themenersteller
Beiträge: 6
Hallo ihr zwei, Zornroeschen und Justin.


Das Problem mit dem Camouflage ist das zusätzlich etwas auf der Haut liegt und sie somit am atmen gehindert wird. Ich habe zusätzlich eine sehr empfindliche Haut im Gesicht welche durch den jahrelangen Kortisongebrauch und anderen chemischen Cremes nicht grade gestärkt wurde. Habe dies mit behandelnden Ärzten besprochen und mir wurde stark davon abgeraten. Bei Pigmentstörungen aber eine gute Möglichkeit. Habe mal gelesen das die Pigmentstörung reversibel sein kann, ich drück dir die Daumen!

Aloe Vera wurde mal in Selbstmedikation angewandt, brachte aber keinen Erfolg. Da die meisten Hautkrankheiten von innen kommen, also eine Reaktion den Immunsystems zeigen, halte ich Cremes für nicht sehr hilfreich. Wie gesagt, das meiste (wenn nicht sogar alles) wurde bereits ausprobiert. Da bei mir eine Mischform vorliegen zu scheint, ist auch vieles kontraproduktiv.


Trotzdem möchte ich euch beiden Danken und wünsche euch alles gute.
Verfasst am: 10. 07. 13 [12:34]
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Emmerich
Beiträge: 182
Hallo Moonpie,

auch ich möchte dich herzlich hier im Forum willkommen heißen! Hatte gar nicht vor, dass Forum zu besuchen, da ich mit meiner Frau gerade im Kurzurlaub bin.
Aus deinem Beitrag habe ich so viel heraus gelesen, dass ich dir einiges schreiben möchte.
Zuerst auch mein Bedauern zu deiner Erkrankung. Es tut mir sehr Leid! Für mich gibt es keine schwere oder ... Behinderung. Mit einer Behinderung muss man leben können, dass ist nicht einfach.

Du hast einiges zu deiner Hauterkrankung geschrieben. Hat man mal untersucht, was die Ursache ist? Deine Qual ist das Symptom, jedoch muss die Ursache gefunden werden.
Hast du auch Allergie test durchführen lassen wie z. B.: das am häufigsten angewendete "SPT", den "Ipikutantest" und mehr? Oftmals ist man bei einem Dermatologen in Behandlung und leidet an Allergien. Diese können äußerst schlimme Haut defekte mit sich führen.
Wieso hilft bei dir das Kortison nicht mehr? Hat man spezielle Werte der Nieren und Nebennieren mal überprüft?

Wir sind hier im Forum sehr ehrlich zueinander. Sei mir nicht böse. Mir fielen einige Widersprüche auf, als ich den Beitrag und deine Antworten gelesen habe.
Du schreibst, dass du selber in die Isolation gegangen bist. War es wirklich freiwillig? In diesem Moment wahrscheinlich! Aber auf Dauer ist das für eine junge Frau wie dich keine Lösung! Für vieles (fast alles) hast du eine Antwort warum es nicht geht.
Es gibt Selbsthilfegruppen auch für deine Erkrankung. Gehe doch einmal dort hin und du wirst bemerken es geht dir nicht allein so. Dort lernst du Menschen kennen, die die selben Probleme haben wie du! Und du möchtest Menschen kennen lernen, sonst hättest du dieses Forum nicht entdeckt. Wir freuen uns, dass du uns gefunden hast. Wir alle haben unsere Probleme, heute kleiner morgen größer. Nur die Isolation ist der falsche Weg, um deine Probleme zu lösen.

Du hast geschrieben, dass es für dich ein belastendes Gefühl ist gesehen zu werden. Weiter hast du geschrieben, "Selbsthilfegruppe und/oder Angsttherapie wofür? Ich bin auf den ähnlichen Wissensstand wie ...".
Sei nicht böse. Das glaube ich nicht! Deine Aussagen sagen etwas anderes. Du bist am Rand der Verzweiflung und weißt nicht mehr weiter. Das kann man am Besten in deinem 1. Beitrag festellen.
Das ging uns allen schon mal so, ohne jetzt jemanden etwas zu unterstellen.
Auch ich (wie auch schon andere User) empfehle dir dringend eine psychotherapeutische Behandlung zu beginnen. Du leitest an Angst bzw. Angstattacken und dein Selbstwertgefühl wird immer weniger. Irgendwann können Panikattacken entstehen bis hin zu depressiven Verstimmungen/Verhalten und Depression.

Du bist Ende 20zig. Frage dich, wie dein Leben weiter gehen soll. DU HAST DEIN LEBEN NOCH VOR DIR, WERFE ES NICHT WEG!
Konsultiere einmal einen Internisten, Urologen, Nephrologen sowie einen Gynäkologen. Um ab zu klären, was die Ursache deiner Hauterkrankung ist. Ob nicht ein Organ, was oft der Fall ist, der Grund dafür ist. Vor allem sind die Nierenwerte, wegen dem Kortison wichtig.
Gehe auch zu einem Psychotherapeuten/in und stelle dich deiner Person.
Denke immer daran, du kannst nur Gewinnen! Es geht um DEIN Leben.

Gern kannst du Antworten. Jedoch weiß ich nicht, ob ich diese Woche noch ins Netz komme.

Bleib in diesem Forum, auch hier kannst du nur Gewinnen. Das hast du ja auch schon, oder?
Alles Gute , LG, Emmerisch




[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.07.2013 um 18:52.]
Verfasst am: 10. 07. 13 [18:44]
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Moonpie
Themenersteller
Beiträge: 6
Danke für deine ausführliche Nachricht Emmerisch.

Die Ursache ist nicht bekannt. Bei einigen Hautkrankheiten ist sie halt nicht erwiesen. Jedenfalls nicht exakt. Zur Auswahl stehen u.a. die Gene, winzige Milben, Fehler des Immunsystems, Hormone, Reaktionen auf bestimmte Prozesse im Körper, harmlose Bakterien welche bei anderen keine Erscheinung hervorrufen.... Wie du schon geschrieben hast, oftmals lässt sich die Ursache nicht beheben sondern es werden lediglich die Symptome behandelt bzw. gewisse Vorgänge welche diese auslösen unterdrückt.
Allergien sind bekannt und theoretisch ausgeschlossen. Trotz allem wurde ein weiterer Allergietest beim Dermatologen durchgeführt, ebenso wie mehrmalige Hautbiopsie. Nun bin ich alle mir bekannten Hauterkrankungen durch und ich tendiere bei mir zu einer Mischform aus mehreren. Kortison wird nicht mehr sonderlich helfen da es a) einige Hautkrankheiten verschlimmert, b) nur unterdrückt, sodass ein Reboundeffekt stattfindet (Verschlimmerung nach kurzfristiger Besserung) und c) generell schädlich für die Haut ist.
Die Nierenwerte wurden nicht überprüft, weshalb? Falls es wegen dem Kortison ist, schließe ich eine Schädigung dadurch aus, da nicht die stärkste Klasse angewandt wurde. Nur Klasse 1 und 2. Antibiotika wurden selten und nur über kurze (3 - 7 Wochen) Zeiträume eingesetzt. Ansonsten trinke ich so gut wie nie Alkohol und belaste die Niere kaum. Selbst wenn würde ich für Besserung ein höheres Risiko in Kauf nehmen.

Freiwillig in die Isolation halt bedingt durch die Krankheit. Selbstverständlich belastet es, aber diese Belastung ist mir wesentlich lieber wie die andere.
Ich kenne mich mit Selbsthilfegruppen nicht aus und war noch nie dort. Ich befürchte nur es ist eine zu große Hürde für mich dort hinzugehen und möchte es auch nicht. Ganz abgesehen davon das ich mir keine große Hilfe (meine Haut wird dort nicht geheilt) daraus errechne.
Das Forum bietet mir den Vorteil, ich kann anonym und nicht im Angesicht zu Angesicht um Ratschläge bitten. Einen werde ich vermutlich in absehbarer Zeit in Angriff nehmen - einen Termin beim Psychologen.

Am Rand der Verzweiflung bin ich, stimmt.

Ganz nebenbei, ist auch unwichtig und trägt zum Thema nix bei. Ich bin ein er und keine sie. Kein Problem.

Ja, Internist wäre noch eine Möglichkeit doch habe ich noch nirgens etwas von dieser Art der Hautkrankheit in Bezug auf Organproblemen gehört/gelesen. Trotzdem eine Überlegung wert.
Verfasst am: 10. 07. 13 [20:36]
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