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Phantomschmerzen nur bei Amputation?

Topic Status: beantwortet

 » Gesundheit, Hilfsmittel & Medikamente
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Bio4
Themenersteller
Beiträge: 1
Guten Abend!
Ich habe mir in den letzten Tagen die Frage gestellt, ob Phantomschmerzen nur nach Amputationen auftreten oder es noch andere Auslöser gibt? Ich habe nicht so viel darüber gefunden, interessiere mich aber sehr dafür.
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!
Verfasst am: 01. 01. 17 [22:13]
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MyHandicap Engagementsiegel
colores
Beiträge: 2078
Das was im Allgemeinen unter Phantomschmerz bekannt ist tritt nur bei Amputation auf . Es ist der Schmerz der in einem nicht mehr vorhandenen Körperteil auftritt .
Viel schwieriger ist es mit allen anderen Arten von Schmerz . Kopfweh lässt sich nicht messen und Migräne auch nicht immer . Genauso ein Schleudertrauma oder Rückenschmerzen . Das berühmte Zitat meines Chirurgen beim Betrachten der CD : Ich sehe einfach nicht warum sie solche Schmerzen haben . Solche Aussagen oder schlimmstenfalls als Simulant bezeichnet werden , sind die Realität mit der ich leben muss . Ich weiss das es Sozialschmarozer gibt aber ich hoffe der Anteil ist unter 10%
Verfasst am: 02. 01. 17 [11:27]
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Sandrina 44
Beiträge: 5
Hallo!
Phantomschmerzen kann man auch durch Nervenschädigung oder Blockaden bekommen und es dauert lange bis diese Symptome wieder im erträglichem Bereich sind. Ich kämpfe schon seit Jahren mit dem Schmerz, den man mit normalen Medikamenten kaum noch in den Griff bekommen kann. Ein Neurologe kann durch Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen das Ausmaß des Schadens diagnostizieren und wird Sie dann in eine passende klinik verweisen. Durch physikalische Therapie und oder in Kombination mit Schmerztherapie kann man gute Erfolge erzielen. Aber wie schon erwähnt, es dauert lange.
Gute Besserung anbei.
Mfg
Sandrina 44

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 02.01.2017 um 13:06.]
Verfasst am: 02. 01. 17 [13:04]
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Gelöschter Benutzer
Wie kommst du zum Sozialschmarotzer Colores, wegen dem Vorwurf des simulierens?

Es gibt noch einiges mehr, was man nicht sieht und trotzdem da ist.

Wurde vor 18 Jahren operiert. Habe heute noch Phantomschmerzen. Ein guter Tag ist bis 10 Attacken alles drüber normal. Schmerzmittel helfen 0, egal welche. Der Stress vermehrt die Schmerzen aber auch. Also bloß von niemanden hetzen lassen!

Ach ja, mein Arzt hat mir die Phantomschmerzen geglaubt und meinte, dass haben viele Leute.
Verfasst am: 02. 01. 17 [13:25]
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Gelöschter Benutzer
Phantomschmerzen können tatsächlich bei verschiedenen Nervenschädigungen (nicht nur Amputationen) auftreten. Z.B. auch bei Querschnittsgelähmten.

Mir persönlich hat die Spiegeltherapie extrem gut geholfen. Diese muss allerdings von erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden - sonst bringt es nichts. Später kann man es dann alleine durchführen. Ich kann zum Beispiel die BG Klinik Bergmannsheil in Bochum empfehlen.
Sehr viele Amputierte haben heute keine Phantomschmerzen mehr, weil man die Nerven noch in der OP veröden kann, es gibt Schmerzmittel und die Spiegeltherapie.
Aber es gibt leider auch noch Menschen, die von Phantomschmerzen geplagt sind.
Verfasst am: 02. 01. 17 [20:37]
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Breather
Beiträge: 1162
Phantomschmerzen sind eine ganz besondere Form von "Nervenschmerzen" und werden nur bei Amputationen als Phantomschmerz bezeichnet. Bei noch existierenden Gliedmaßen spricht man dann eher von Neuropathie wie z.B. bei Querschnitt lähmung oder bei Plexusabrissen an den Oberarmen / Schulterbereich. Die Schmerzsymptomatik und das Ausmaß sind meist identisch Phantomschmerz / Neuropathie.

LG Thomas
Verfasst am: 03. 01. 17 [05:39]
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Jumanji
Beiträge: 615
Hallo,

hmm.. bevor ihr alle weiter rätselt, wie die medizinische Definition von Phantomschmerzen sind, füge ich mal den Link von Doccheckflexikon ein. Dieser Link gibt die tatsächliche medizinische Definition von Phantomschmerzen an.

http://flexikon.doccheck.com/de/Phantomschmerz

Was noch hinzukommt, Phantomschmerz ist es gerade WEIL ein Gliedmaß fehlt und dieses fehlende Körperteil trotz Abwesenheit klar wahrgenommen wird mit teilweile stärksten und unerträglichen Schmerzen.

Zum Glück ist durch heutige OP-Technik und einem weiter kommen in der Schmerztherapie die Bildung von Phantomschmerzen nach Amputationen weniger geworden!

Phantomschmerzen sind definitiv und ausschließlich Schmerzen, die nach Amputationen auftreten. Alle anderen Schmerzarten im Körper werden anders benannt.

Wichtig ist, dass man bei chronischen Schmerzen jedweder Art gut betreut wird - möglichst von einem speziell ausgebildeten Facharzt für Schmerztherapie.

Jumanji
Verfasst am: 03. 01. 17 [08:47]
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swisswuff1
Beiträge: 648
Ihr wisst ja toll Bescheid alle Achtung hier, Hut ab.

Ich habe permanent Phantomschmerzen, die dauernd stark brennen, und die dann schubartig noch stärker werden können. Meine Nerven wurden bei der Operation verödet. Spiegeltherapie hat es erst richtig schlimm gemacht. Medikamente sind tolle Ablenkung aber im Grunde bringen sie kaum was, daher nehme ich seit längerer Zeit wegen Phantomprobleme keine Medikamente. Mal ein Aspirin bei Kopfweh oder inhalieren bei Erkältung, ja, aber sonst nix. Es gibt nur eins, ignorieren.

Aber nur weiter so, allen anderen nützt diese Art Information vielleicht was. Ausser natürlich, das Zeug nützt am Ende gar nicht so viel ; ) Ich sage es ist wie im Würfelspiel, entweder man hat Glück oder eben nicht. Also, viel Glück ; )

Ich habe mir das Buch 'Do it yourself' gekauft. Auf deutsch ungefähr: 'Selbst ist der Mann'! Aber es muß heute ja englisch sein. (DONALD DUCK, aus Selbst ist der Mann)
Verfasst am: 03. 01. 17 [14:36]
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swisswuff1
Beiträge: 648
Breather hat geschrieben:

Phantomschmerzen sind eine ganz besondere Form von "Nervenschmerzen" und werden nur bei Amputationen als Phantomschmerz bezeichnet.

LG Thomas


https://www.der-querschnitt.de/archive/3375

"Neuropathische Schmerzen unterhalb der Läsion werden auch als zentrale Schmerzen, Dysästhesie oder Phantomschmerzen bezeichnet."


Ich habe mir das Buch 'Do it yourself' gekauft. Auf deutsch ungefähr: 'Selbst ist der Mann'! Aber es muß heute ja englisch sein. (DONALD DUCK, aus Selbst ist der Mann)
Verfasst am: 03. 01. 17 [14:39]
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swisswuff1
Beiträge: 648
colores hat geschrieben:

Das was im Allgemeinen unter Phantomschmerz bekannt ist tritt nur bei Amputation auf . Es ist der Schmerz der in einem nicht mehr vorhandenen Körperteil auftritt .
Viel schwieriger ist es mit allen anderen Arten von Schmerz . Kopfweh lässt sich nicht messen und Migräne auch nicht immer . Genauso ein Schleudertrauma oder Rückenschmerzen . Das berühmte Zitat meines Chirurgen beim Betrachten der CD : Ich sehe einfach nicht warum sie solche Schmerzen haben . Solche Aussagen oder schlimmstenfalls als Simulant bezeichnet werden , sind die Realität mit der ich leben muss . Ich weiss das es Sozialschmarozer gibt aber ich hoffe der Anteil ist unter 10%


Leute mit Phantomschmerzen wegen Amputation werden gerne auch (ev. gerade deswegen) als Simulanten bezeichnet. Nur dass Du Dein Weltbild noch etwas ausbauen kannst. Dazu kommt, dass man gerne herumerzählt (Volkstum? Orthopäden-Stammtisch?), dass Phantomschmerzen eh irgendwann von selbst weggehen.

Das ist natürlich fertiger Haferkäse.

Nach meiner Erfahrung hat man als Person mit Phantomschmerzen bereits dann verloren, wenn man auch nur meint, man müsse diese Fragen mit Leuten diskutieren, die davon eh keinerlei Ahnung haben. Die schauen den Stumpf an, und wenn der sauber und sonst nicht weiter angeranzt aussieht, "sehen" die auch "das Problem" nicht. "Leute": das fängt ja mit dem durchschnittlichen "Schmerzklinik"-"Spezialist" an und geht durch das Band durch bis zur Neurologie und Orthopädie, gar nicht zu reden von "Laien". Als ich mich in einer bestimmten Situation bei einem Forschungsprojekt, wo ich zur Prothesensteuerung als Versuchskarnickel mitmachte, über sehr starke Phantomschmerzen in Kombination mit einer Sehnenreizung beklagte, "glaubten" sie mir das nicht, bis am Ende zwei Orthopäden und eine Neurologin sagten "doch das "könne" sein". Seit diesem Tag würde ich sagen, muss man dort nicht mehr um Rat nachfragen. Was Phantomschmerz ist, weiss ich sehr genau. Dazu braucht es niemanden, der auch nicht weiter nachschauen kann, der dann einfach so daher sagt "doch das kann sein".

Zur Zeit ist mein (linkes) Handgelenk mit etwas chronischer Instabilität zunehmend sehr stark schmerzhaft. Es tut schlicht andauernd weh. Auch da: niemand steht hin und schreibt da einen brauchbaren Bericht, der irgendwas bewirkt. Ist einfach so. Man kann lang Ultraschall der Handwurzel machen oder sonstwas, "was, ein Ganglion oder zwei? die Bänder sind alle krass überwässert" - und wie weh es tut sieht man ja nicht. In anderen Worten, dort anzustehen ist Zeitverschwendung.

Und solange man mir meine Schmerzen nicht "glaubt", oder von x-beliebigem Dahergerede abhängig macht, sehe ich nur bedingt ein, warum man sie anderen Leuten glauben soll. Dass das nicht gerade lustig ist, ist mir auch klar. Schmerzen machen z.B. etwas ungeduldig, sie beeinflussen einen natürlich durchaus, man wacht am Morgen früher auf - aber, dann ist das eben so. Das wird am Ende anderswo ausgefressen als bei der Versicherung.

Ich habe mir das Buch 'Do it yourself' gekauft. Auf deutsch ungefähr: 'Selbst ist der Mann'! Aber es muß heute ja englisch sein. (DONALD DUCK, aus Selbst ist der Mann)
Verfasst am: 03. 01. 17 [14:53]
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