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Nennt mir bitte Möglichkeiten nach einer Psychose und zwangseinweisung.

Topic Status: beantwortet

 » Psychische Erkrankungen & Therapien
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Malina
Themenersteller
Beiträge: 4
Nachdem ein Freund von mir eine schwere Psychose mit Wahnvorstellungen erlitt, würde er in eine geschlossene Anstalt zeangseingewiesen. Mit 5 Punkte Fixierung, Polizei und allem drum und dran. Als er dann mit Medikamenten behandelt wurde und entlassen wurde, gibt es keine weitere Behandlung. Er leider unter schweren Angsstörungen und Depressionen. Kann nicht aus dem Haud gehen und sich selbst um nichts kümmern. Was kann ich tun? An wen muss ich mich wenden? Was ist der nächste Schritt in dieser Situation?
Vielen Dank für eure Hilfe
Verfasst am: 05. 03. 19 [20:25]
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vio63
Beiträge: 61
Geh mit ihm zum Hausarzt und holt eine Überweisung zum Psychiater, geht dort hin. Hat er denn noch keinen Psychiater? In der Übergangszeit, wenn es akut ist, noch mal in der Klinik fragen, wo der gewesen ist. Die kennen sich doch mit so etwas aus: warum wird er nicht weiter behandelt und was kann er tun, wenn es nicht zuhause alleine geht.

Alles Gute
Verfasst am: 06. 03. 19 [09:14]
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Sonderanfertigung
Beiträge: 129
Wie Vlo schon geschrieben hat, ganz dringend zu einem niedergelassenen Psychiater gehen!
Und sagen, dass er eben gerade aus der Klinik kam, dann kriegt er sofort einen Termin und muss nicht Wochen lang warten.

Er kann sich um nichts kümmern? Hat er jemand, der ihm helfen kann? Am besten sind natürlich immer nahe Angehöriger oder sehr, sehr gute Freunde.

Wenn gar niemand da ist, der ihm hilft, müsste man überlegen, einen Betreuer zu bestellen, das wird beim Betreuungsgericht gemacht am örtlichen Amtsgericht. Eine Betreuung ist natürlich ein großer Eingriff, weil der Betreuer viele Rechte bekommt und alles im Namen seines Schützlings machen darf.

Wenn er aber nicht aus dem Haus kann, kann er wohl auch nicht Einkaufen und sich um nichts kümmern? Dann könnte ein Betreuer ggf. sogar einen ambulanten Pflegedienst beautragen, der Einkäufe macht.

Es wäre vielleicht gut, wenn du ihn zum Psychiater begleiten kannst, dort könnte man dann auch über das Thema Betreuer sprechen.

Solche Menschen können sehr schnell, sehr tief abstürzen, wenn niemand da ist, der ihnen hilft. Miete und Strom kommen schnell in Verzug, dann geht es schnell und man landet ganz unten. Da ist es manchmal nicht das schlechteste, wenn man einen professionellen Helfer bestellt.


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 06.03.2019 um 17:31.]
Verfasst am: 06. 03. 19 [17:26]
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Malina
Themenersteller
Beiträge: 4
Vielen Dank für die Antworten.
Er hat Gott sei dank eine Partnerin, die auch mit ihm zusammen lebt. Allerdings ist sie total mit der ganzen Situation überfordert. Deshalb greife ich ein.
Bei einem Psychologen war er sofort danach in Behandlung, hatte aber das Gefühl, dass es ihm noch schlechter geht. Wir haben sogar versucht ihn stationär unterzubringen, leider sind hier bei uns die Kliniken total überfüllt.
Die Klinik, in die er eingewiesen wurde ist leider überhaupt keine Hilfe. Im Gegenteil, er wurde während der gewaltsamen Einweisung von der Polizei verletzt und seine Wunden wurden eine Woche lang nicht behandelt. Bis die sich entzündet haben und wir selbst diese gereinigt und verarztet haben. Irgendwie ist alles sehr schief gelaufen. Der Aufenthalt dort hat ihm noch mehr geschadet, als dass ihm geholfen wurde.
Auf jeden Fall weiß ich jetzt zumindest, dass ich mit meinem Vorhaben, ihn noch mal zum Psychiater zu schleppen, nicht ganz falsch liege.
Vielen Dank noch mal. Auch einfach dafür, dass ich mich aussprechen konnte.

Liebe Grüße
Verfasst am: 06. 03. 19 [20:15]
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vio63
Beiträge: 61
Malina, Psychologen sind zunächst völlig unwichtig! Da verliert man wertvolle Zeit, wenn man so krank ist. Der Psychiater ist der bessere Psychologe, weil ein Arzt. Der kann aus dem Stehgreif helfen, indem er auch Medikamente verschreiben kann, die eine sofortige Besserung bewirken. Falls ein Psychologe notwendig ist, wird der Psychiater das vorschlagen.

Ist auf jeden Fall wichtig und richtig, dass er viel Unterstützung braucht. Und wenn es nur zum reden ist. Auf jeden Fall ist es gut, wenn jemand aufpasst, dass die Dinge ihren Gang gehen und nichts liegen bleibt.

Ganz wichtig ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, falls er noch keine hat.

Viel Glück!

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 07.03.2019 um 13:43.]
Verfasst am: 07. 03. 19 [13:41]
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Malina
Themenersteller
Beiträge: 4
Danke lieber Vio!
Verfasst am: 08. 03. 19 [18:35]
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