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Meine Tochter, 17 J., leidet an Bulimie und phasenweise nichts mehr essen, was kann ich tun?

Topic Status: beantwortet

 » Psychische Erkrankungen & Therapien
Landesflagge: CH
Cloud3
Themenersteller
Beiträge: 1
Meine Tochter leidet an Bulimie. Sie ist 17 Jahre und in der Ausbildung KV. Sie isst/erbricht mehrmals täglich, oder dann isst sie tagelang nichts mehr. Wir haben sie notfallmässig zum Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst gebracht, als sie angefangen hat immer mehr an Gewicht zu verlieren und sie eine "ganz andere Person" wurde. Vorher haben wir via Hausarzt und Ernährungsberatung versucht sie aufzufangen, mussten aber schnell einsehen, dass dies nicht funktioniert. Seit das Thema offengelegt ist bei uns in der Familie, ist die Hemmschwelle komplett weg und sie isst/bricht zum Teil exzessiv. Die Therapeutin hat mir gesagt, dass so lange sie nicht selbst um Hilfe bittet bei mir, ich gar nichts machen kann und darf. Das ist Wahnsinn! Ich muss einfach zusehen, wie sie sich immer mehr zerstört. Zudem hat ihr Verhalten und die ständige Sorgen enorme Auswirkungen auf unser Familienleben, den Kontakt zum Vater hat sie komplett abgebrochen und ich habe manchmal das Gefühl, an allem zu ersticken. Neben ihr habe ich noch zwei weitere Töchter, 16 und 6 Jahre. Die beiden leiden auch immer mehr unter der Belastung und der Situation und ich weiss nicht, wie ich alle "beschützen" kann. Sie ist von der offenen Tochter zu einer kalten abweisenden und sehr harten Person geworden, ich glaube das ist für uns alle fast das Schlimmste, wir vermissen sie, so wie wir sie kennen alle sehr. Kurz - ich brauche Hilfe für mich/uns! Ist es so, dass ich ihr einfach zusehen muss und gar nichts machen kann und darf? Und gibt es einen Elterncoach? Jemand der mir/uns sagt, wie wir uns wann verhalten sollen/müssen? Der Kinder und Jugendpsychiatrische Dienst ist sehr bemüht, aber sie sind auch extrem überlastet und darum ist die Betreuung auch minimal. Sie sagen, dass wenn wir es nicht mehr tragen können, wir sie stationär ins Spital geben sollen, was aber momentan keine Option ist für uns, ausser die Kaliumwerte eskalieren weiter, oder wenn ihre depressiven Züge die Überhand nehmen. Vielen Dank!
Verfasst am: 28. 10. 19 [07:19]
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knorpelchen
Beiträge: 297
hallo, ich war wg. einer fehldiagnose - man ging 7 jahre von einer angststörung aus obwohl es organische ursachen hatte - vor etlichen jahren hier in deutschland 6 wochen in einer psychosomatischen klinik.

dort waren auch menschen mit essstörungen - meist im jungen bzw. jüngeren alter.
soweit ich erfahren habe und es auch erlebte, konnte man ihnen helfen.
ihr solltet eure entscheidung vielleicht doch noch einmal überdenken da dies vielleicht für eure tochter doch ein guter weg zur besserung sein könnte.

freundlicher gruß
wer mich beleidigen kann bestimme ich selbst, BESTIMMTEN USERN ANTWORTE ICH NICHT

"Lächeln ist die eleganteste Art, seinen Gegnern die Zähne zu zeigen"
Werner Finck

Verfasst am: 28. 10. 19 [14:32]
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Claudia_Myhandicap
Beiträge: 232
Liebe Cloaud3

Schön dass Du unser Forum/Community gefunden hast und herzlich Willkommen.

Bitte wende dich an das Kompetenz Zentrum für Essstörungen und Adipositas in Zürich.
Es wäre eine Anlaufstelle, wenn du Hilfe suchst und das Team dort besteht aus Ärztinnen, Psychologinnen, Bewegungstherapeutinnen und Ernährungsberaterinnen.
Forchstrasse 132
8032 Zürich
T +41 43 499 12 12
E inf(at)essstoerungen-adipositas.ch
http://www.essstoerungen-adipositas.ch/

Oder an AES – die Arbeitsgemeinschaft Ess-Störungen
Diese informiert und unterstützt Menschen mit Essstörungen und Essproblemen, ihre Angehörigen und Bezugspersonen.
Telefon: 043 488 63 73
(Beratungsstelle: Di und Do, 10.00 – 12.00 und 14.00 – 17.00 )
Mail: beratung(at)aes.ch
Persönliches Gespräch: Terminvereinbarung per Mail
Unser Angebot ist kostenlos und für alle da, ganz gleich ob man selber betroffen ist oder eine Bezugsperson ist. IV-Bezüger: geben Sie uns bitte Ihre IV-Nummer an.
https://www.aes.ch/

Hoffe hiermit weitergeholfen zu haben und wünsche Euch, dass du/ihr Hilfe und gemeinsam einen Weg findet.

Beste Grüsse
Claudia
Verfasst am: 29. 10. 19 [09:16]
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