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Meine Geh-Behinderung wird für mich immer schlimmer!

Topic Status: beantwortet

 » Psychische Erkrankungen & Therapien
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BrainAfk
Themenersteller
Beiträge: 3
Hallo meine lieben,


kurz zur meiner Person, da ich hier Neu bin.
Ich heiße Kevin und bin 27 Jahre alt.

Im Alter von 13 Jahren, haben Ärzte in meiner Wirbelsäule einen "gutartigen Tumor" entfernt und seit dieser Operation, habe ich eine 60% Geh-Behinderung.
Ich kann mein rechtes Bein nicht "richtig bewegen", also beim gehen schleif ich mein rechtes Bein am Boden. Muskeln sind auch viel weniger vorhanden, als am linken Bein. Sport ist aber kein Problem für mich und nur Laufen kann ich nicht.

Es fing damals mit 13 Jahren schon an, meine Klassenkameraden haben sich immer mehr von mir distanziert und leider hatte ich auch nicht sehr viel Glück bei die Frauen. Obwohl ich gut aussehe und meiner Meinung nach sehr Sympathisch bin.

Trotzdem, es war mir egal, ich habe immer wieder nach Vorne geblickt und habe schwierige Zeiten überstanden.
Ich bin Selbstbewusst und habe auch die letzten Jahren, ein paar sehr nette Freunde für mich gewonnen, ich gehe jeden Tag zur Arbeit und versuche mein Leben normal zu leben.

Mein Problem ist einfach, egal wieviel ich Kämpfe und egal wie oft ich wieder aufstehe... es wird irgendwie nicht besser.

Kurzes Beispiel:
Vor 5 Wochen habe ich in einer Bar, ein Mädchen kennengelernt. Wir hatten was gemeinsam und haben sich dann auch öfters getroffen. Beim 3-4 Mal ist ihr aufgefallen, dass ich Gehbehindert bin, sie hat mich dann auch gleich danach gefragt und seitdem ist sie sehr abweisend und will garnichts mehr mit mir zu tun haben. "Warum ihr meine Gehbehinderung nicht schon beim ersten mal aufgefallen ist? Keine Ahnung, vielleicht war der Alkohol schuld oder sie hat mich nicht beim Gehen wirklich beachtet"

Das ist so ein Beispiel, was mich wirklich innerlich zerfrißt.
Sowas ist mir schon wirklich sehr oft passiert.

Viele Menschen sagen: "Nein Oberflächlichkeit ist egal, es zählen die inneren Werte", aber das Stimmt nicht.
In die 14 Jahren mit meiner Behinderung kann ich 100% sagen, dass Oberflächlichkeit einen sehr großen Stellenwert hat.

Jetzt mit meine 27 Jahren bin ich an einem Punkt, wo ich echt keine Lust mehr habe. Ich frag mich oft, "Warum Ich" und oft hilft mir der Gedanke, dass es Menschen gibt die es noch schlechter haben, aber trotzdem, mich macht meine Behinderung einfach Physisch und Psychisch so fertig. Ich weine sehr oft "wenn ich alleine bin natürlich", ich will ja nicht das meine Freunde oder meine Familie wegen mir Traurig sind.

Tut mir leid, dass ich soviel geschrieben habe.
Vielleicht gibt es hier Leute, die auch sowas durchgemacht haben oder Tipps für mich haben.

Freundliche Grüße

Verfasst am: 14. 07. 13 [23:38]
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Gelöschter Benutzer
Gutenmorgen Kevin,..

und sei willkommen im Forum. icon_wink.gif

Dein Beitrag liest sich wie viele andere Beiträge hier im Forum auch. Du suchst eine Partnerin und wirfst deine Behinderung in die Überschrift.

Kevin vom Alter könntest du gut mein Sohn sein und so betrachte mich einfach als gute Freundin. Unter Freunden darf man Dinge sagen die nicht immer nur gut sind, positiv Klingen zur eigenen Person. Kritik ist nichts’ negatives sondern eine Chance die Dinge zu verändern, zu überdenken. Jedoch zu allererst bei sich ganz persönlich.

Du schreibst das deine Begleitung erst beim 3 4-mal bemerkt hat das du eine Gehbehinderung hast, - glaube mir dann war sie nicht wirklich die Richtige. Das ist für mich mehr als nur Oberflächlich. Und wenn du dies durch den Alkohol entschuldigst liest sich dies auch nicht wirklich positiv für mich und spricht auch nicht für diese Dame. Soviel dazu.

Mit einer Partnerin Kevin hebt sich nicht wirklich dein Problem auf das du derzeit hast. Es ist jedenfalls nicht die Partnerin die nicht an deiner Seite ist, die die Dinge mit dir gemeinsam auf den Weg bringt. Vertraue mir, du hast ein ganz anderes Problemchen wie ich immer zu meinen Mädels pflege zu sagen.

Erst wenn du mit dir selbst im reinen bist, dich selbst wirklich so annimmst wie du bist, trägst du dies auch nach außen. Und glaube mir dann kommt auch die Richtige die dich so annimmt wie du wirklich bist. Klingt vielleicht ein wenig bös durch mich, nur so ist das Leben.

Mit einer festen Partnerin kommen ganz andere Sorgen und Nöte auf dich zu und dann werden die Probleme um ein vieles Größer. Lerne dich wirklich kennen, dich anzunehmen, denn durch das stetige Kämpfen hast du anderes zu dir selbst außen vor gelassen, es vielleicht vergessen.

Und wohin du nun auch gehst, welchen Weg du wählst, bitte tue es mit deinem ganzen Herzen, sei achtsam, sei sorgsam zu, mit dir selbst. Kannst du dies leben, umsetzen?- wirst du den Menschen, der Person begegnen mit dem du dein Leben neu beschreiten wirst und auch kannst.

Ich wünsche dir eine positive Woche, viel Sonne und Kraft für die Dinge die dich erwarten, Mfg Lynicon_wink.gif

Und plötzlich weißt du;
Es ist die Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen. v. Meister Eckhart


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Verfasst am: 15. 07. 13 [08:46]
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MyHandicap Engagementsiegel
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Beiträge: 2201
Lieber Themensteller
Was Lyn geschrieben hat ist eine der grossen Lebensweisheiten.
Vor ein paar Jahren wurde die Geschichte der Leute von Swipidu oder Wabidu . unter den Leuten ausgetauscht vielleicht kennt sie jemand vom Forum und kann sie dir weitergeben .
Verfasst am: 15. 07. 13 [20:32]
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BrainAfk
Themenersteller
Beiträge: 3
Danke für die Antwort, ich weiß das zu schätzen.

Ich versuche es wirklich, immer und immer wieder, mit mir selber im reinen zu kommen und mich so zu akzeptieren wie ich bin. Leider schaff ich es einfach nicht, tief in mir ist da so eine Blockade wo ich nicht weiter komme.

Ich muss damit klar kommen, dass ist mir klar und nach außen bin ich ein glücklicher Junger Mann, der Humorvoll ist und sehr Selbstbewusst, aber tief in mir drin, ist meine Behinderung doch ein sehr großes Problem für mich.

Keine Ahnung wie ich dieses Problem lösen kann icon_frown.gif
Verfasst am: 15. 07. 13 [22:04]
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Biene123
Beiträge: 7
Hallo Kevin,

Ich schließe mich erst einmal bezüglich der Meinung an,dass das Mädchen was du erwähnst nicht die Richtige zu sein scheint,wenn sie sich wegen Deiner Einschränkungen von Dir abwendet. Ich habe es selbst einmal in einer Klinik feststellen müssen, wo ich jemanden kennen gelernt hatte.Ich glaube,dass viele erst später bemerken, dass man durch seine Einschränkung kein ganz normales Leben führen/sondern gewisse Abstriche ab und an machen muss...

ich bin 25 Jahre und hatte 2010 einen Unfall,wodurch eine Nervenerkrankung entstand weshalb ich nun im Rollstuhl sitze.

Ich habe zum Glück eine Familie unf Freunde die hinter mir stehen und weil ich meinen vorherigen Job nicht mehr richtig ausführen konnte fing ich zum Glück 2011 ein kombiniertes Studium an,was mich unheimlich interessiert und spaß macht.

Ich kenne das Gefühl,die Eltern/Freunden nicht mit Problemen belasten zu wollen. Aber bei mir zumindestens merken sie trotzdem, wenn es mir z.B. wegen meiner Nervenschmerzen nicht so gut geht icon_rolleyes.gif.Von daher versuche ich immer ehrlich zu sein, denn sich zu verstellen bringt glaube ich auf der nichts. Deshalb wird man ja nciht als depressiver Mensch oder ähnliches abgestempelt,sondern Freunde/Eltern können viel leichter nachvollziehen, wie es einem geht.

Ganz liebe Grüße,

Marnie.
Verfasst am: 16. 07. 13 [08:55]
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Gelöschter Benutzer
Gutenmorgen Kevin,..

Es ist kein Fehler wenn man persönlich feststellt dass die Grenzen erreicht sind und man sich so in der Summe nur noch im Kreis dreht. Sprich bitte deinen behandelnden Arzt an ob die Möglichkeit besteht Psychologische Hilfe zubekommen für dich. ( Sehe gerade du kommst nicht aus Deutschland )

Das was dir nicht mehr gelingt, kannst du dir so professionelle Hilfe oder Unterstützung von außen holen. Viele von Uns kommen an diesem Punkt an ( auch ich selbst war es ) und es ist nichts, dessen man sich schämen muss Kevin. Sondern ein ganz normaler Prozess. Man fühlt sich nur noch leer, ausgebrannt und sehr Müde.

Schau Marnie ist in deinem Alter auch mit einer Behinderung nur in anderer Form. In diesem Sinne sitzen wir alle im selben Boot wie man so schön sagt. Hole dir bitte helfen von außen, der erste Schritt durch dich ist schwer, auch das kennt jeder der diesen Weg ging.

Ich wünsche dir, das du dir die Hilfe einforderst die du schlicht benötigst derzeit. Du kannst es und du schaffst es, bitte tue es.- Mfg Lynicon_wink.gif


Und plötzlich weißt du;
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Verfasst am: 16. 07. 13 [10:52]
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Gelöschter Benutzer
Hallo Kevin,

viele von Uns haben oder hatten einen Psychologen der einem hilft seinen Weg zu finden.

Welcher Weg der richtige ist kannst nur Du entscheiden, aber sei ehrlich zu dir. Deine Familie steht bestimmt zu Dir.

Das ist oft nicht leicht über seinen Schatten zu springen. Auch ist es schwer einzusehen das man eben keinen 8000 er Berg ersteigen kann und niemals der schönste Mensch der Welt sein wird.
Das willst du ja nicht, sondern nur dich finden. Das dauert aber seine Zeit, was auch gut ist.

Oft ist die Autobahn der falsche weg, der Feldweg aber der richtige.


Es ist schwer immer wieder zu stranden und zu sehen das "Andere" ihren weg finden.

Wünsche dir einen schönen Tag

Gruß

Gastone


Habe einen Termin bei einer Psychologin.


R.I.P. Papa
Verfasst am: 16. 07. 13 [10:55]
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Taria
Beiträge: 14
hallo
Ich habe auch eine Gehbehinderung und kann Dich da seehr gut
verstehen.
Ich werde auch deswegen komisch angeschaut.
Und auch wenn ich im Rollstuhl sitze.
Mich wundert es selber manchmal stark dass ich üeberhaupt
einen Verlobten gefunden habe der michmit meinen
Problemen so nimmt wie ich bin.
icon_cool.gif Manchmal oder besser gesagt öfters denk ich ebenso
wieso mich das treffen musste.
Aber viele halten Gottsei dank zu mir und lassen
mich nicht fallen wie meine Eltern mein Bruder und seine
Frau und mein Verlobter noch.
Wichtig ist, dass die Familie zu einem hält und steht.
Du wirst bestimmt bald eine Frau finden,
die Dich mit deinen Gehproblemen axzeptieren wird wie Du bist.
Auch wenn das immer leichter gesagt ist als getan.
Ich hatte auch ganz schöne Schwierigkeiten gehabt jemanden
zu finden.
Ich wünsche Dir alles Gute und Viel Glück.
Liebe Gruesse:Taria icon_smile.gif
Verfasst am: 16. 07. 13 [13:36]
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BrainAfk
Themenersteller
Beiträge: 3
Danke für die zahlreichen, netten Antworten von euch.
Ich werde meinen Arzt bezüglich Psychologische Hilfe fragen.


Danke und liebe Grüße





Verfasst am: 16. 07. 13 [14:24]
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Justin
Beiträge: 6629
Hallo Kevin,

zunächst einmal herzlich willkommen in der Community! Schön, dass Du MyHandicap gefunden hast icon_smile.gif
Eine Übersicht, wie das bei uns funktioniert, bietet dieses kurze Video:
http://www.myhandicap.de/guided-tour.html

Du hast aus der Community schon einige gute Hinweise erhalten (vielen Dank dafür, Leute icon_smile.gif ).

Super, dass Du offen für professionelle Hilfe offen bist.
Gern kannst Du an dieser Stelle berichten, wie es weitergeht.

Selbstverständlich kannst Du dich auch weiter mit uns hier austauschen. Wie Du schon feststellen konntest, bist Du nur einer von vielen in einer solchen Situation. Und wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen icon_smile.gif

Beste Grüße, Justin
MyHandicap
Wenn diese Antwort für Dich hilfreich war, bewerte bitte oberhalb des Beitrags, wie weit Deine Frage beantwortet wurde.
Sollte Dein Anliegen noch nicht gelöst sein, zögere bitte nicht, noch einmal nachzufragen! ******
Verfasst am: 16. 07. 13 [23:14]
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