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Mehrfachschwerstbehindertes Pflegekind Jobcenter verweigert den Umzug in neue Wohnung

Topic Status: beantwortet

 » Bauen & Wohnen
Landesflagge: DE
vokal
Beiträge: 198
yvonne2 hat geschrieben:

Da sind leider zu wenige Angaben zu den Behinderungen, ja, sogar Widersprüche.
So wie ich das verstanden habe, ist nur die 3jährige Pflegetochter behindert (?) Und die 18-jährige geht eh´ bald ihre eigenen Wege…
Wenn das so ist, dann brauchst du für die 3-jährige Pflegetochter keine behindertengerechte Küche und Bad.
Und auch keine 80m2 große Wohnung. Ich verstehe auch nicht, warum schreibst du, dass ihr statt Dusche eine Badewanne habt. Es gibt’s verschiedene Sitzmöglichkeiten für die Badewanne, sogar einen Badewannenlift, wenn sein muss und an jeden Wasserhahn kannst du auch einen Brauseschlauch mit Duschkopf anschrauben.
Was und warum sollte da umgebaut werden? Später bei der Platzanforderungen erwähnst du aber die Badeliege.
Also doch. Und diese gehört wohl in die Badewanne, dafür bedarf wirklich keinen cm mehr Raum.
Wenn du auch behindert bist und in der Wohnung einen Rollstuhl brauchst, dann solltest du das angeben. Wenn der Leser das nicht weiß, kann sich sonst was zusammenreimen, warum du ein behindertes Kleinkind in Pflege genommen hast
Sorry, aber bei 80m2 Wohnung fehlt mir auch das Verständnis für deine Situation. lg



Ich stimme yvonne zu.
Ein schwer behindertes Pflegekind aufzunehmen und im Vorfeld schon zu wissen, dass die eigenen Wohnverhältnisse
nicht wirklich stimmen um dann finanzielle Nachforderungen einzufordern, sieht in meinen Augen verantwortungslos aus.
Dass das Kind nur zur Pflege in dem Haushalt ist, bedeutet, es kann jederzeit wieder wegkommen, aus welchen Gründen auch immer. Warum das Jugendamt dir dieses Kind zugewiesen hat, entzieht sich mir vollends.

Vielleicht muss das Kind ja nicht unbedingt in der zu kleinen Küche im Rolli danebenstehen, da wäre es eher ein Hindernis.
Wie wäre es denn, Rolli in die Küche, wenns denn sein muss, und dann erst das Kleinkind reinsetzen.
Sowas geht ja immer, wenns nicht grad krabbeln möchte.
Ich stehe solchen ausufernden Forderungen eher skeptisch gegenüber, ob manches unbedingt auf Kosten
anderer sein soll.



...und Gruss, Helen

Denken Sie selbst! Sonst tuns andere für Sie.
Vince Ebert
Verfasst am: 09. 04. 18 [11:58]
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Luzi
Themenersteller
Beiträge: 6
Ich werde es nochmal sagen , da es anscheinend nicht ganz verständlich ist... Der Kleine hat Pflegegrad 5, Grad der Behinderung 100 und die Merkzeichen G AG und H. Er kann gar nichts ...also auch nicht krabbeln.

Und die Unterstellung , dass ich ihn für das Geld aufgenommen habe ist sehr respektlos und verletzend. Vor allem wenn man nicht die ganze Geschichte kennt.
Dank uns verkümmert der kleine Mann nicht in irgendeinem Heim. Wir waren erst nur eine Kurzzeitpflegefamilie, was bedeutet, dass Kinder bei uns waren für eine kurze Zeit.
Bei ihm war es eine tragische Geschichte.
Er lag vollkommen hilflos im Krankenhaus ...10 Tage alleine nach seiner Geburt.
Er wurde zur Adoption freigegeben, er sollte nur zu uns , weil er da komplett allein war.
Nach einiger Zeit wurde dann klar, dass ihn niemand adoptieren will , da seine Krankheiten so schwer sind. Darauf kam dann die Entscheidung, dass er bei uns bleibt. Da wir ihn da schon ins Herz geschlossen haben, haben wir das natürlich nicht abgelehnt.

Ich weise nochmals darauf hin, dass er nicht alleine bleiben kann, auch nicht wenn ich koche. Seine Krankheiten, wie zB Epilepsie erlauben es nicht ihn alleine zu lassen. Auch wenn Andere vielleicht denken, dass ich da zu empfindlich bin und er auch mal kurz alleine sein kann. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es nicht so ist.

Vielleicht hätten Sie den Kleinen einfach aufgegeben nur, weil es Probleme gibt, wir nicht, wir kämpfen für ihn!

Diesen Aufwand, den ich tagtäglich habe, würden nur wenige auf sich nehmen. Überlegen Sie bitte erstmal, bevor Sie mir solche Dinge unterstellen. Vielleicht sollte man erstmal fragen, anstatt gleich irgendwas negatives zu denken.

Und falls Sie denken, dass das Jugendamt seine Pflichten vernachlässigt und das Kind rausnehmen sollte, dann liegen Sie mehr als falsch. Im Moment ist die Wohnung noch ausreichend, ich möchte jedoch frühzeitig wissen was ich tun kann, wenn die Wohnung nicht mehr reicht.

Ich weise darauf hin, dass ich die Summe, die über dem angemessenen Betrag der Miete liegt, selbst bezahle.
Und ich frage mich auch welche ausufernden Forderungen Sie meinen.

Vielen Dank an Wessi, Ihre Tipps sind wirklich hilfreich und ich freue mich, dass es auch Menschen gibt, die nicht nur beurteilen und abwerten.
Verfasst am: 09. 04. 18 [15:03]
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Helmut60
Beiträge: 340
Luzi hat geschrieben:


Und falls Sie denken, dass das Jugendamt seine Pflichten vernachlässigt und das Kind rausnehmen sollte, dann liegen Sie mehr als falsch. Im Moment ist die Wohnung noch ausreichend, ich möchte jedoch frühzeitig wissen was ich tun kann, wenn die Wohnung nicht mehr reicht.


Mir ging es mit der Frage nach dem Jugendamt und co..nicht darum eine andere Pflegefamilie zu finden.... die findet man selten... sondern vom Jugensamt Unterstützung bei der Wohnungssuche einzufordern. Letzten endes geht es um das wohl des Kindes, und da ist die größe der Räume das wichtigste. Eine behindertengerehte Wohnungen für euch muß nicht für Erwachsene rollstuhlgerecht sein. Pflegerollstühle für Kinder passen in der Regel durch normal breite Türen. Da hilft nur, sich alles verwügbare ansehen und wenn was nicht paßt, mit dem Vermieter reden. Für enge Wohnungen gibt es entspr. kleine Untergestelle oder auch .. so wie wir es haben, einen passend kompakten Therapiestuhl auf Rollen, der überall hin kommt.

icon_smile.gif Helmut


Betroffen ist .....meine Tochter Sonja. Sie hatte im Alter von 2 Wochen eine schwere Meningitis, und ist heute mit 33 J. auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ... sowie meine Frau. Sie hat eine schw. Psychose.
Verfasst am: 09. 04. 18 [15:28]
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Luzi
Themenersteller
Beiträge: 6
Das mit dem Jugendamt ging ehr an Helen.

Und die Wohnung soll auch für einen größeren Rollstuhl geeignet sein, da ich nicht vorhabe alle 5 Jahre umzuziehen.
Ich habe bereits mit einer Behindertenbeauftragten gesprochen. Sie hat mir geraten darauf zu achten, dass die Türen 1m breit sind. Es geht mir auch nicht darum Ratschläge zu bekommen wie groß meine Wohnung sein darf, sondern bei wem ich Hilfe bekomme.
Verfasst am: 09. 04. 18 [15:46]
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Helmut60
Beiträge: 340
Luzi hat geschrieben:

Es geht mir auch nicht darum Ratschläge zu bekommen wie groß meine Wohnung sein darf, sondern bei wem ich Hilfe bekomme.


Hallo Luzi,

die Beste Hilfe ist man zu aler erst selber, indem man gründlich durchdenkt, was man wirklich braucht. Ich habe selbst Jahrelang nach einer rollstuhlgerechen Wohnung gesucht, und mußte zu guter letzt feststellen, das 4 z.K.B. officiel rolligerecht für Einkommen im Hazrbereich kaum zu bekommen sind. Wenn doch mal eine solche Wohnung angeboten wurde, war der Zuschnitt so schlecht, das sie deswegen immer wieder frei wurde, und für uns nicht in Frage kam. Am sinnvollsten reduziert man den Bedarf auf eine passend große Wohnung, bei der Eltern- und Kinderschlaf -zimmer nah beieinander liegen, und Bad und Küche nicht zu klein sind. Apropo Bad... wir haben im Bad zwischen Wanne, Waschbecken und Toilette nichtmal 1 qm Platz, dennoch ist es so... mit Deckenlifter geradezu Ideal für unseren Bedarf.

Da deine Tochter kurz vor 18 ist, will auch noch gut überlegt sein, obman die neue Wohnung auch mit nur 2 Personen noch halten kann. Je nach dem was deine Tochter vorhat, kann das Jugendamt dabei helfen, für sie eine Wohnung zu finden, und euch die Wohnungssuche so einfacher machen.

icon_smile.gif Helmut

Betroffen ist .....meine Tochter Sonja. Sie hatte im Alter von 2 Wochen eine schwere Meningitis, und ist heute mit 33 J. auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ... sowie meine Frau. Sie hat eine schw. Psychose.
Verfasst am: 10. 04. 18 [12:26]
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wessi
Beiträge: 348
Hallo Luzi,

manche Antworten verwundern mich nur Kopf schüttelnd.
Das du dich hier rechtfertigen musst, um Tipps zu kriegen.
Ich finde es bewundernswert wenn Leute sich aufopfernd um Pflegekinder kümmern.
Was es heißt sich um schwerstbehinderte Kinder zu kümmern, mit aller Not, Sorge, Hingabe versteht wohl nicht jeder.
Dir vorzuwerfen das du dir irgend welche Vorteile einer größeren Wohnung erschleichen willst ist geschmacklos!

Alles Gute, und weiter viel Kraft
gruß wessi

Ich Kämpfe für die Menschen die wirklich Hilfe brauchen. ( Gerechtigkeit ) ;)
Verfasst am: 11. 04. 18 [14:32]
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vokal
Beiträge: 198
"Warum das Jugendamt dir dieses Kind zugewiesen hat, entzieht sich mir vollends."

Dazu möchte ich noch anhängen: wusste das Ju-amt nicht, dass du alleinerziehend bist, also nicht
arbeiten gehst und zudem die Wohnung nicht komplett stimmt?
Deine studierende Tochter wird dir bei der Miete kaum helfen können und auch das behinderte Kleinkind
bleibt ganz dir mit der Pflege überlassen. Warum hast du denn ohne Hilfe eines Partners diese sehr
komplexe unüberschaubare Pflegeleistung übernommen, wie machst du es mit tägl. Dingen wie
Einkäufen?
Du sagst, du könntest das Kind nicht 1min alleine lassen, selbst wenns beim kochen vor der Küchentüre steht
und du kochst, ihr habt dann aber doch Blickkontakt und kannst auch mit ihm sprechen, also dieses
dein Problem verstehe ich nicht, warum das Kind unbedingt auch in die Küche sollte..?

Dieses "Rechtfertigen" beruht nur darauf, weil die interessierten user hier -ich auch- nicht von dir über
Einzelheiten, die auch wichtig zur Beurteilung sind, informiert sind.
Es mag in deinen Augen unfreundlich sein wie ich dich mit Fragen überschütte, dennoch würde es sich
lohnen, einmal selbst zu reflektieren warum manches nicht gut läuft und wünsch dir das Beste.

...und Gruss, Helen

Denken Sie selbst! Sonst tuns andere für Sie.
Vince Ebert
Verfasst am: 13. 04. 18 [08:26]
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jenner
Beiträge: 2583
Helmut60 hat geschrieben:

Je nach dem was deine Tochter vorhat, kann das Jugendamt dabei helfen, für sie eine Wohnung zu finden

Helmut, seit wann helfen Jugendämter bei der Suche nach Wohnungen? icon_rolleyes.gif

VG jenner

Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß ob sie wieder kommen (Oskar Wilde)





Verfasst am: 13. 04. 18 [12:34]
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Helmut60
Beiträge: 340
Hallo Jenner,

da gehts um Einzellfalllösungen, die hier jedes Jugendamt / Pflegekinderdienst für sich entscheidet. Das nennt sich dann nicht Wohnungssuche sondern, "Hilfe in besonderen Lebenslagen"

icon_smile.gif Helmut

Betroffen ist .....meine Tochter Sonja. Sie hatte im Alter von 2 Wochen eine schwere Meningitis, und ist heute mit 33 J. auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ... sowie meine Frau. Sie hat eine schw. Psychose.
Verfasst am: 13. 04. 18 [13:06]
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jenner
Beiträge: 2583
Hallo Helmut,
ich habe mal gegoogelt und verschiedene Antworten gefunden. Unten z.B. nur eine:

https://www.landkreis-stade.de/buergerservice/dienstleistungen/hilfe-in-besonderen-lebenslagen-nach-dem-5-bis-9-kapitel-sgb-xii--900000187-0.html?myMedium=1

Hilfe in besonderen Lebenslagen - nach dem 5. bis 9. Kapitel SGB XII -
Allgemeine Informationen
Neben der Hilfe zum Lebensunterhalt (allgemeine Sozialhilfe) und der Grundsicherung im Alter sowie bei Erwerbsminderung können als Hilfe in besonderen Lebenslagen auch Leistungen der sonstigen Sozialhilfe in Anspruch genommen werden.

Sie kommen Hilfesuchenden in Situationen wie Krankheit, Behinderung oder bei besonderen sozialen Schwierigkeiten zu Gute. Diese Hilfen erhalten auch Personen, die für ihren Lebensunterhalt noch selbst sorgen können, aber wegen einer besonderen Bedarfssituation auf die Hilfe der Allgemeinheit angewiesen sind. Entscheidend ist dann, ob ihnen die Aufbringung der Mittel aus Einkommen und Vermögen zuzumuten ist. Hilfen in besonderen Lebenslagen sind zum Beispiel:

Hilfe zur Gesundheit
Eingliederungshilfe für behinderte Menschen
Hilfe zur Pflege
ambulante, teilstationäre und stationäre Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten

Nirgenwo stand etwas von Hilfe in besonderen Lebenslage von Hilfe bei der Wohnungssuche.

VG jenner

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 13.04.2018 um 17:50.]

Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß ob sie wieder kommen (Oskar Wilde)





Verfasst am: 13. 04. 18 [16:57]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people