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Kriege ich Hilfe für Kfz, obwohl ich voll erwerbsunfähig bin?

Topic Status: offen

 » Automobil (ehemals Mobilitätsclub)
Landesflagge: DE
Gina_1975
Themenersteller
Beiträge: 3
Ich habe einen GdB 60 mit Merkzeichen G, bin gehbehindert wegen einer Arthrodese des re. OSG und USG und habe nun noch Arthrose in allen Zehen hinzubekommen. Mit dem versteiften rechten Fuß darf ich aber laut Arzt mit einem normalen Auto fahren, d. h. ich darf mit dem operierten Fuß Gas geben und Bremsen, da der Fuss dafür noch eine ausreichende Beweglichkeit aufweist. Einen entsprechenden Nachweis vom Arzt habe ich dafür. Ich habe es auch schon ausprobiert. Ich habe seit 2006 nur noch Automatik gefahren. Ein Umbau der Pedalen oder ein Einbau von Handgas und Handbremse ist nicht nötig.
Ich bin 46, keine Kinder, lebe alleine ohne Partner, keine Angehörigen, beziehe die volle Erwerbsminderungsrente. Ich lebe nun seit 1 1/2 Jahren ohne Auto (durfte von Januar 2019 bis Mai 2020 nicht autofahren), und es ist einfach die Hölle. Ich musste mit dem Rollstuhl (kein Elektroantrieb) zum Einkaufen fahren, als ich noch im Rollstuhl saß. Mittlerweile kann ich wieder etwas gehen, aber einkaufen gehen und auch Termine zu Fuß erledigen, geht nicht täglich, kostet sehr viel Kraft und Schmerzen. Ich habe zwar eine Wertmarke für den Öffentlichen Verkehr, aber auch da muss ich zur Bushaltestelle gehen. Zum Teil gibt es nicht mal eine Busverbindung zu den Orten, zu denen ich müsste.
Ich habe eine Haushaltshilfe vom Sozialamt genehmigt bekommen. Diese hilft mir auch bei größeren Einkäufen mit ihrem Auto. Doch ich sitze eigentlich viel zu Hause und kann nicht am Leben draußen richtig teilnehmen. Ich lebe richtig isoliert. Vieles scheitert einfach an der fehlenden Mobilität.
Ich habe derzeit keine Freunde mehr, da sich die meisten über meine Behinderung oder allgemein um meine Knochenkrankheit im rechten Unterschenkel, die für die Behinderung hauptsächlich verantwortlich ist, lustig gemacht haben, mich beschimpft und beleidigt haben. Hilfe konnte ich keine erwarten.
Durch die Arthrose in den Zehen, nimmt meine körperliche Mobilität immer mehr ab. Fahrrad fahren kann ich nicht, da ich damit nur gestürzt bin. Habe ich aufgegeben. Was mit wirklich viel helfen würde, wäre ein eigenes Auto. Mit einem Auto wären 70 Prozent meiner Probleme gelöst. Ich könnte selbständig zum Einkaufen fahren, meine Termine wahrnehmen, zum Baden fahren (würde so gerne mal wieder in die Therme), möchte wieder in eine Musikkapelle gehen und Trompete spielen, komme aber nicht hin. Habe einen Mann kennengelernt, den ich kaum besuchen kann, weil zu seinem Wohnort kaum Busse fahren, sonntags überhaupt kein Bus. Er hat derzeit keinen Führerschein. Alles scheitert am fehlenden Auto. Ich kann mir nicht mal von der "Tafel" Lebensmittel holen, weil diese zu weit weg ist. Ich weine viel, weil ich so darunter leide.
Ich beantrage derzeit Geld aus Stiftungen bzw. würde gerne wissen, ob es sich lohnt einen Antrag auf Kfz-Hilfe zu stellen. Ich lese immer von "nur wenn man arbeitet", aber ich kann doch nicht völlig isoliert zu Hause sitzen und dahinvegetieren. Das ist doch kein Leben mehr. Das ist ein Gefängnis.
Es würden mir schon 3.000,00 € helfen, um mir ein älteres Auto zu kaufen. Bei der Kfz-Hilfe und dem Antrag wird ja nur ein neuwertigeres Auto bewilligt nehme ich an. Da ich aber nicht arbeite und keinerlei Geld habe, wird es wohl auch scheitern.
Hat jemand Erfahrung mit "volle Erwerbsminderungsrente und Hilfe zum Kfz" bzw. wird man denn irgendwo unterstützt, damit man wieder selbständig mobil sein kann?
Die volle EM-Rente habe ich bis 8/2022 befristet bekommen. Möchte auf alle Fälle irgendwann wieder arbeiten, zumindest Teilzeit. Ganz wird es wohl nicht mehr gehen, da ich psychisch auch ziemlich krank bin (Depressionen, posttraumatische Belastungsstörung).
Verfasst am: 04. 08. 20 [21:40]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
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Helmut60
Beiträge: 656
Gina_1975 hat geschrieben:

Ganz wird es wohl nicht mehr gehen, da ich psychisch auch ziemlich krank bin (Depressionen, posttraumatische Belastungsstörung).


Hallo Gina,

das wird wohl nix werden mit dem Geld für ein Auto. WEnn Leute mit so einer Diagnose auch nur einen E-Rolli mit 6 kmh Höchstgeschwindigkeit wollen, bekommen sie den wegen möglicher Selbst u. Fremdgefährdung nicht.

icon_smile.gif Helmut

Betroffen ist .....meine Tochter Sonja. Sie hatte im Alter von 2 Wochen eine schwere Meningitis, und ist heute mit 36 J. auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ... sowie meine Frau, Sie hat eine schw. Psychose... und zu guter letzt ich selbst....100 % schwerbehindert.
Verfasst am: 05. 08. 20 [04:59]
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