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IST das ein Trauma???

Topic Status: beantwortet

 » Psychische Erkrankungen & Therapien
Landesflagge: DE
Xandria73
Beiträge: 282
Hallo Fuchsfan,

Du hast mich gründlich Missverstanden. Also versuche ich es noch einmal und hoffe dass du das noch liest:

JA - was du durchgemacht hast war SCHLIMM,

JA - diese Erlebnisse können zu einem TRAUMA führen.

ICH SEHE und VERSTEHE deinen SCHMERZ.

Und ich weiß aus eigener Erfahrung dass es lebensnotwendig ist, dass ein anderer deinen Schmerz sieht und versteht. Das ist so notwendig wie der Rettungsring für einen Ertrinkenden. Das IST in deiner Situation genauso lebensnotwendig, wie es für mich in meiner Situation war.

Und weil ich all das sehe und verstehe schreibe ich dir damit DU WEIßT, dass es jemanden gibt, der deinen Schmerz sieht und versteht und sagt: JA es ist genauso wie du es siehst.

--------------------------------------------------------------------------------------------

Ich möchte doch noch auf meine Erlebnisse eingehen (vielleicht verstehst du mich dann besser):

Ich habe damals unter anderem (es gab da noch einiges anderes) wegen der Skins Todesängte ausgestanden und bekam nur zur Antwort: "So schlimm ist das nicht -geh da nicht hin und provozier die nicht." Solches und ähnliches bekam ich von allen Seiten zu hören und zu spüren.

Genau das führte dazu, dass ich meine Empfindungen die Angst in Frage stellte. Wie kann es sein, dass etwas was mir Todesangst bereitet für alle anderen nicht der Rede wert ist. Und da ich mit meiner Todesangst ALLEINE war - konnte diese Todesangst ja nur falsch sein.

Also tat ich so als wäre nix und in meinem Inneren kämpfte ich mit den Todesängsten. Um aber eben diese Ängste im Zaum zu halten (damit sie nicht wieder an die Oberfläche kamen und für jeden sichtbar wurden) legte ich einige "komische" Verhaltensweisen an den Tag.

Aber auch die verbarg ich JAHRELANG erfolgreich vor der Außenwelt - bis sie immer auffälliger wurden und mein Umfeld sich wunderte: Ja SAG doch mal, was ist denn mit DIR los?" Natürlich sagte ich es nicht, da dass was mit mir los war - ja eh FALSCH war.

Das hat dann noch einige Zeit gedauert bis ich Vertrauen zu jemanden fasste und mal Andeutungen bzgl. meiner Ängste machte und was passierte`? GENAU ich bekam wieder zu hören: "Na sooo schlimm kann das ja alles gar nicht sein".

Ich wollte mit all dem aber nicht mehr leben: Den Ängsten, den komischen Verhaltensweisen, dieses Gefühl falsch zu sein. Also machte ich mich - wie du heute - händeringend auf die Suche nach der einen Person, die zu mir sagt: "JA - das was du erlebt hast ist schlimm. Ich sehe und verstehe dein Leiden."

Auch das hat wieder länger gedauert, aber schließlich fand ich die Person in meiner Therapeutin! Das macht für mich übrigens einen guten Therapeuten aus, dass man sich da verstanden fühlt. Also wenn du den Anspruch an deinen Therapeuten hast, dass er (oder sie) dich versteht, dann ist das RICHTIG so und keinesfalls überzogen.

Und es gehörte zu MEINER GESUNDUNG wieder lernen zu dürfen, dass das was ich EMPFAND RICHTIG war. Und dass es ausreicht, dass ich sage: FÜR MICH XANDRIA SIND DIESE DINGE SCHLIMM - ALSO SIND SIE AUCH SCHLIMM! Und nichts und niemand hat überhaupt das Recht DIESE MEINE Empfindungen wieder in Frage zu stellen.

Für mich verlor die vorher so lebensnotwendige Bestätigung von außen immer mehr an Bedeutung. Gut auch heute lässt es mich nicht ganz kalt, wenn Leute, die Dinge die ich als belastend empfinde, als unbedeutend abtun. Aber es wirft mich nicht mehr aus der Bahn.

So viel dazu - ich hoffe du verstehst mich jetzt etwas besser

---------------------------------------------------------------------------------------------

ABer auch ich verstehe dich und ich sage dir:

DAS WAS DIR WIDERFAHREN IST - IST SCHLIMM UND TRAUMATISIEREND!

Ich wünsche mir für dich, dass du dich angenommen und verstanden fühlst und dass du die Kraft und die Person findest, bei der du all das abladen kannst, damit du wieder gesunden kannst.

Gaaaaaannnnnnnnnzzzzzzzz liebe Grüße Xandria

In Trauer um Guido. Wir werden dich nie vergessen.
Verfasst am: 05. 07. 12 [23:19]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
Landesflagge: DE
Fuchsfan
Themenersteller
Beiträge: 13
Hallo Xandria!

"Du hast mich gründlich Missverstanden. Also versuche ich es noch einmal und hoffe dass du das noch liest:"

Ja, ich habe es gelesen, teilweise kann ich es verstehen, was Du meinst, ichwerde es aber nochmals auseinanderklamüsern.

"Und ich weiß aus eigener Erfahrung dass es lebensnotwendig ist, dass ein anderer deinen Schmerz sieht und versteht. Das ist so notwendig wie der Rettungsring für einen Ertrinkenden. Das IST in deiner Situation genauso lebensnotwendig, wie es für mich in meiner Situation war. "

GENAU, und daher rbringt es nichts, wenn mir jemand, ohne diesen lebensnotwendigen Schritt vorher gemacht zu haben, gleich sagt, es käme nur auf mein eigenes Empfinden an. Du sagst also schon, daß so etwas wichtig ist, das anerkannt zukriegen. Also, dann genügt es VORERST nicht, daß man selbst weiß, daß es schlimm war.

"Und weil ich all das sehe und verstehe schreibe ich dir damit DU WEIßT, dass es jemanden gibt, der deinen Schmerz sieht und versteht und sagt: JA es ist genauso wie du es siehst."

Das ist aber was anderes, ob jemand sagt, es ist so, wie Du es siehst, oder ob einer sagt, wenn es "für DICH" schlimm ist, dann ist das so. Letztere Aussage bedeutet: "ICH finde es möglicherweise nicht so schlimm, aber Hauptsache, DU empfindest es so." Damit läßt man den anderen alleine oder wirft ihn zumindest auf sich selbst zurück, ohne, daß er vorher die Bestärkung erhielt, daß seine Wahrnehmung wirklich stimmt.

ANDERES BEISPIEL: Wenn einer richtig hübsch ist, sagt man ihm: "DU bist hübsch." Wenn er nicht gut aussieht, sagt man ihm: "Wenn DU Dich hübsch findest, ist das die Hauptsache."

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"Ich habe damals unter anderem (es gab da noch einiges anderes) wegen der Skins Todesängte ausgestanden und bekam nur zur Antwort: "So schlimm ist das nicht -geh da nicht hin und provozier die nicht." Solches und ähnliches bekam ich von allen Seiten zu hören und zu spüren."

Ja, das hab ich verstanden und finde es auch gruselig!

"Genau das führte dazu, dass ich meine Empfindungen die Angst in Frage stellte. Wie kann es sein, dass etwas was mir Todesangst bereitet für alle anderen nicht der Rede wert ist. Und da ich mit meiner Todesangst ALLEINE war - konnte diese Todesangst ja nur falsch sein."

GENAU das hab ich doch auch erlebt! Ich weiß GENAU, was Du meinst und wie Du zu dieser Schlußfolgerung gekommen bist. Und Hand aufs Herz, hätte es Dir in DIESER Phase und in diesem Moment geholfen, wenn Deine Eltern gesagt hätten: "NAJA, wenn es für DICH schlimm ist, dann ist das eben so." (Wir finden es eigentlich nicht, aber wenn DU es so siehst....). Du wärest damit genauso zum Exoten abgestempelt worden.

ANDERES BEISPIEL: Wenn man zu einer Frau , die vergewaltigt wurde sagen würde. "wenn es für DICH schlimm war, dann war es für DICH so, das ist die Hauptsache, daß DU es so empfindest", würde sie sich ziemlich komisch vorkommen.

"Also tat ich so als wäre nix und in meinem Inneren kämpfte ich mit den Todesängsten. Um aber eben diese Ängste im Zaum zu halten (damit sie nicht wieder an die Oberfläche kamen und für jeden sichtbar wurden) legte ich einige "komische" Verhaltensweisen an den Tag."

Ich fing an, mir dem Kopf gegen die Wand zu schlagen aus lauter Verzweiflung. Ich hab mich als Kind schon immer selbst in die Hand gebissen, daher wußte ich eh, daßü ich komisch bin, aber das Selbstverletzen war der einzige Hilfeschrei, um endlich auf meine Verzweiflung hinzuweisen, und um den Druck loszuwerden und abzulassen.

"Aber auch die verbarg ich JAHRELANG erfolgreich vor der Außenwelt - bis sie immer auffälliger wurden und mein Umfeld sich wunderte: Ja SAG doch mal, was ist denn mit DIR los?" Natürlich sagte ich es nicht, da dass was mit mir los war - ja eh FALSCH war. "

Ich hab den "Fehler" gemacht, es immer wieder zu probieren zu sagen und wurde dann auch noch beschuldigt, daß sich wegen mir jetzt die anderen Sorgen machen.

"Das hat dann noch einige Zeit gedauert bis ich Vertrauen zu jemanden fasste und mal Andeutungen bzgl. meiner Ängste machte und was passierte`? GENAU ich bekam wieder zu hören: "Na sooo schlimm kann das ja alles gar nicht sein"."

MIST!

"Ich wollte mit all dem aber nicht mehr leben: Den Ängsten, den komischen Verhaltensweisen, dieses Gefühl falsch zu sein. Also machte ich mich - wie du heute - händeringend auf die Suche nach der einen Person, die zu mir sagt: "JA - das was du erlebt hast ist schlimm. Ich sehe und verstehe dein Leiden.""

GENAU, und die hat auch erst mal objektiv bestätigt, daß das, was Du erlebthast, schlimm war und nicht nur "DEINE individuelle Empfindung, und Dich somit nicht gleich wieder nur auf Dich selbst zurückgeworfen, wo Du doch gar nicht mehr wußtest, ob Du spinnst oder normal bist, das wäre fatal gewesen!

"Auch das hat wieder länger gedauert, aber schließlich fand ich die Person in meiner Therapeutin! Das macht für mich übrigens einen guten Therapeuten aus, dass man sich da verstanden fühlt. Also wenn du den Anspruch an deinen Therapeuten hast, dass er (oder sie) dich versteht, dann ist das RICHTIG so und keinesfalls überzogen."

Na also, GENAU das will ich ja.

Und wenn die mir sagt, wenn es für Dich so ist, dann ist das so, dann gibt sie einfach nur meine Empfindung wieder und sagt mir aber nicht, ob die OK, richtig, angemessen und der Situation entsprechend ist, sondern sie läßt Dir einfach nur Deine (vielleicht komische, vielleicht normale) Empfindung, betont aber dabei, daß "NUR" DU das so empfindest, und das wäre wieder so, daß DU dann ein Exot bist. DAS ist keine Entlastung, daß Du beruhigt sein kannst, daß Dein Gefühl zur Situation paßt und VERSTÄNDLICH ist. Das heißt das, daß andere das nicht so empfinden, und Du eben einfach seltsam wärest, und das stimmt ja nicht, daher braucht man das, daß andere einem mal sagen, daß sie das nachvollziehen können. Sonst wirkt das so, als sei es nur von einem selbst abhängig, daß man was schlimm findet und nichts per se mit der schlimmen Situation zu tun hat. Das würde dann heißen, man findet es nur schlimm, weil man komisch ist.

"Und es gehörte zu MEINER GESUNDUNG wieder lernen zu dürfen, dass das was ich EMPFAND RICHTIG war."

Also, DU brauchtest erst diesen einen Schritt, daß Dir jemand SAGT, daß das richtig ist. Warum soll ich den dann überspringen? Genau das hat mir in der letzten Mail gefehlt, jezt weiß ich, wie DU zu dem Selbstbewußtsein gekommen bist, sagen zu können:
"Und dass es ausreicht, dass ich sage: FÜR MICH XANDRIA SIND DIESE DINGE SCHLIMM - "
ALSO SIND SIE AUCH SCHLIMM! Und nichts und niemand hat überhaupt das Recht DIESE MEINE Empfindungen wieder in Frage zu stellen."

Da kommt man aber nicht hin, indem einem gleich gesagt wird, man BRÄUCHTE keine Bestätigung von außen und es reiche, wenn man selbst das so empfindet, aber genauso kam das in Deiner Mail aber vorher rüber, das hab ich NICHT mißverstanden.

"Für mich verlor die vorher so lebensnotwendige Bestätigung von außen immer mehr an Bedeutung."

Dazu braucht man aber erst ein Fundament, daß einem das mal jemand sagt und eben, wie Du das NUN in dieser Mail beschrieben hast, jemand bestätigt: "DAS verstehe ich, DAS ist eine verständliche Empfindung." Wenn man das oft genug hört, kann man sich irgendwann auf sein eigenes Gefühl verlassen, wobei man dann sicher auch mal von außen eine Rückmeldung braucht, ob man sich zu Recht oder zu Unrecht über etwas ärgert. Wenn man das so wenig hatte wie ich, dann wird man krank, wenn man das Gefühl vermittelt kriegt: "DAS, was Du empfindest, ist "NUR für DICH so"."
LEBENSNOTWENDIG ist das richtige Stichwort, drum macht es mich ja so verzweifelt, nur auf mich selbst zurückgeworfen zu werden.

"Gut auch heute lässt es mich nicht ganz kalt, wenn Leute, die Dinge die ich als belastend empfinde, als unbedeutend abtun. Aber es wirft mich nicht mehr aus der Bahn."

Wenigstens mal jemand, der das zugibt. Die meisten tun mir gegenüber immer nur so, als ob sie über allem drüber stehen. Somit wurde zunächst immer mein Empfinden SELBST nicht verstanden und mein Wunsch, daß es jemand verstehen möge, auch nicht, so setzte sich das ewig fort!

"So viel dazu - ich hoffe du verstehst mich jetzt etwas besser"

Ja, wenn man erst mal dahinkommt, daß man sagen kann: NICHTS und NIEMAND hat das RECHT, einem seine Gefühle abzusprechen, dann verstehe ich, was Du meinst. Ich hoffe aber nun auch, daß Du verstehst, was mich so verzweifeln läßt an diesem "für Dich" und diesem Individualisieren, als sei das nur für mich was Schlimmes, und ich müßte alleine so empfinden, da es sonst eh keiner tut.
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"ABer auch ich verstehe dich und ich sage dir:

DAS WAS DIR WIDERFAHREN IST - IST SCHLIMM UND TRAUMATISIEREND!

Ich wünsche mir für dich, dass du dich angenommen und verstanden fühlst und dass du die Kraft und die Person findest, bei der du all das abladen kannst, damit du wieder gesunden kannst."

Das hoffe ich auch!

Ja, dann kann man irgendwann sagen, niemand kann einem bestimmen, was für einen schlimm ist oder nicht. Nur dafür braucht man ein Fundament, damit man nicht denkt, man sei einfach nur komisch.

Vielen Dank!
Viele liebe Grüße!



Ich bin Tierschützerin, mir tun die Kröten doch auch Leid, die ich schlucken muß!
Verfasst am: 06. 07. 12 [00:31]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
Gelöschter Benutzer
Hallo Fuchsfan,

hier kannst Du zur Definition "Trauma(ta) einiges nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Trauma_%28Psychologie%29

Aufgrund Deiner Einträge würde ich Dir eine psychologische Betreuung ans Herz legen. Warum ist es so wichtig für Dich zu wissen, ob bei Dir ein Trauma besteht?

Was genau möchtest Du mit Deiner Frage bezwecken? Ich blicke da nicht so ganz durch und habe den Eindruck, dass Du unbedingt als traumatisiert anerkannt werden möchtest. Warum?

Ich denke, dass so ziemlich jeder in seiner Schulzeit gemobbt wurde. Bei mir haben die Jungs mir mal ein Hakenkreuz mit Kreide auf den Rücken meiner Jacke gemalt; zum Glück hat das meine Freundin damals noch rechtzeitig gemerkt, sonst hätten die mich auf dem Schulhof sicherlich fertiggemacht. In den Pausen wurden die Röcke hochgerissen und in die Brustwarzen und in die Scheide gekniffen; auf den Toiletten wurden blutgetränkte Tampons über die Türen geworfen. Bei den Ausflügen in den Jugendherbergen waren sexuelle Nötigungen und Übergriffe auch keine Seltenheit. Es wurde sich seitens der Lehrer um nix gekümmert, scheinbar auch deshalb, weil niemand petzte, denn dann wurde ja ohnehin alles nur noch schlimmer. Als ich dann mit Vitiligo gesegnet wurde, frage man mich, ob bei mir die Lepra ausgebrochen sei und ich wurde oft gehänselt oder ganz gemieden. Ich würde jedoch solche Dinge doch auch eher als Mobbing bezeichnen und bin somit mit Frau Groh einer Ansicht.

Dennoch kann ja eine Psychotherapie nicht schaden.

Liebe Grüße und gute Besserung

vom Zornröschen

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)

Wer die Rose liebt, erträgt auch ihren Dorn. (türkische Lebensweisheit)
Original: Gülü seven dikenine katlanir.
Verfasst am: 06. 07. 12 [11:55]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people
Gelöschter Benutzer
Hallo Fuchsfan

Ja, was du erlebt hast, war schlimm. Und selbst wenn es Leute geben sollte, die das nicht so sehen, es war schlimm für dich und nur das zählt, denn es ist dir passiert und nicht den anderen.
Es wird Zeit, dass du dir selbst vergibst. Du hast nichts falsch gemacht. Einen Schlussstrich unter diese Sache zu ziehen wird ein langer Prozess, aber es lohnt sich. Willst du den Rest deines Lebens von diesen Erlebnissen abhängig sein? Bestimmt nicht!
Es geht dir nicht gut mit dieser Belastung, mit diesen Erlebnissen, deshalb rate auch ich dir, eine Therapie anzugehen. Kein Therapeut wird dir sagen, "jetzt stell dich nicht so an, das ist zu lange her, vergiss es einfach." (Wenn doch, ist es kein guter Therapeut). Diese Erlebnisse haben bei dir viel angerichtet und das gilt es jetzt wieder "geradezurücken". Du hast ein Anrecht auf eine Therapie und auf ein friedliches Leben. Nimm dir dieses Recht!

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft auf deinem Weg. Ich bin mir sicher, dass du es schaffen kannst!

Liebe Grüsse

Maggie
MyHandicap

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Wenn diese Antwort für Dich hilfreich war, bewerte bitte mit Hilfe des Zahlenstrahls oberhalb des Beitrags, wie weit Deine Frage beantwortet wurde. Sollte Dein Anliegen noch nicht gelöst sein, zögere bitte nicht, noch einmal nachzufragen!
Verfasst am: 06. 07. 12 [12:47]
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Xandria73
Beiträge: 282
Zornroeschen hat geschrieben:

Hallo Fuchsfan,

hier kannst Du zur Definition "Trauma(ta) einiges nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Trauma_%28Psychologie%29

Aufgrund Deiner Einträge würde ich Dir eine psychologische Betreuung ans Herz legen. Warum ist es so wichtig für Dich zu wissen, ob bei Dir ein Trauma besteht?

Was genau möchtest Du mit Deiner Frage bezwecken? Ich blicke da nicht so ganz durch und habe den Eindruck, dass Du unbedingt als traumatisiert anerkannt werden möchtest. Warum?



Hallo Zornroeschen,

ich glaube die Frage kann ich dir beantworten: Fuchsfan möchte - wie wir alle anderen eigentlich auch - mit ihren Sorgen und Nöten gehört und vor allem ERNST GENOMMEN werden.

Da spricht ja nix dagegen oder?


@ Fuchsfan,

Du hast Recht: Du kannst den 2. Schritt nicht vor dem ersten gehen.

Lass dich auf deinem Weg nur nicht von anderen aufhalten.

Viel viel Erfolg.

Liebe Grüß Xandria

PS: WEnn du dich noch weiter austauschen möchtest, kannst du mir auch eine PN schicken.

In Trauer um Guido. Wir werden dich nie vergessen.
Verfasst am: 06. 07. 12 [13:11]
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Gelöschter Benutzer
Fuchsfan hat geschrieben:


Genau, daher brauche ich da einen objektiven Spiegel, da meine eigene Urteilsfähigkeit durch die vielen Reaktionen oder Beschwichtigungen ungenau und unsicher ist.

Viele Grüße!


Ich fürchte, das wird nicht ganz einfach werden, denn was für den einen eine große Katastrophe ist, steckt der andere relativ leicht weg nach dem Motto: Ihr könnt mich mal...

Im Grunde kannst eigentlich nur Du selbst beurteilen, wie tief verletzt Du bist.

Jeder Mensch ist verschieden gestrickt und mehr oder weniger anfällig, ein Trauma jahrelang im Gepäck mit sich zu tragen. Es gibt Menschen, die tragen ihr Trauma ewig (und manchmal sogar unbewusst) mit sich herum, während andere es in kurzer Zeit "abwerfen", als erledigt betrachten und fortan ein normales Leben führen können. Manche schaffen es sogar, keinen Gedanken mehr an das Trauma zu verschwenden, während andere langsam aber sicher daran zugrunde gehen.

Dann sei auch noch erwähnt, dass das Umfeld auch nicht immer so hilfreich reagiert und da ist der gute Freud auch keine so große Hilfe. Hier ein Auszug aus einem Buch von Michael Robotham. Das Buch heißt Todeswunsch (Quelle).

(Auszug Anfang) "Freud hat gesagt, unser Gedächtnis würde traumatische Erfahrungen speichern, doch häufig handelt es sich bei unseren Erinnerungen um Fantasien und nicht um tatsächlich Erlebtes. Das Erinnerte ist in der wirklichen Welt nie geschehen, nur in unserem Kopf, der ein riesiges Arsenal von Dingen ist, die niemals existiert haben, Begebenheiten, die nie passiert sind. Manchmal frage ich mich, ob meine Erinnerungen real sind. Wenn ich versuche, mich darauf zu konzentrieren, bleiben sie mir im Hals stecken und lassen mich nach Luft ringen." (Auszug Ende)

Diese Aussage hat mich entsetzt und verärgert; besonders das Wort "häufig". Übersetzt gesagt, meinte Freud anscheinend, dass traumatisierte Menschen geistesgestörte Wesen sind, die häufig irgendwelche Geschichten zusammenspinnen, um Aufmerksamkeit zu erlangen und einen Therapieplatz zu ergattern?

Es geht doch häufig einfach "nur" darum, dass jemand glaubt und versteht, was man zu erzählen hat, auch wenn sich tatsächlich hin und wieder eine paar kleine Fantasien zu den realen Erinnerungen dazugesellen; auch dies sind dann wohl Bestandteile der Krankheit, auf die ein guter Therapeut eingehen sollte.

Liebe Grüße
vom Zornröschen


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 06.07.2012 um 17:37.]

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)

Wer die Rose liebt, erträgt auch ihren Dorn. (türkische Lebensweisheit)
Original: Gülü seven dikenine katlanir.
Verfasst am: 06. 07. 12 [17:35]
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Gelöschter Benutzer
Maggie_MyHandicap hat geschrieben:

Hallo Fuchsfan

Es wird Zeit, dass du dir selbst vergibst.
Du hast nichts falsch gemacht.
Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft auf deinem Weg. Ich bin mir sicher, dass du es schaffen kannst!

Liebe Grüsse


Hallo Maggie,

wie meinst Du das?

Was soll Fuchsfan sich selbst vergeben, wenn sie/er doch nichts falsch gemacht hat?
Verstehe ich nicht.

Liebe Grüße

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)

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Verfasst am: 06. 07. 12 [18:08]
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Fuchsfan
Themenersteller
Beiträge: 13
Hallo alle, die bislang geschrieben haben. Ich werde nicht weiter auf jeden einzelnen antworten. Ich fühle mich weitestgehend unverstanden. Xandria war die einzige, die das verstehen konte, was ich meine, auch wenn es einiger Diskussion bedurfte, und das auch gleich wieder kippen kann.

Also 1. Ich will einfach nur so als traumatisiert gelten, weil mir das so gut gefällt, weil das so toll klingt, und weil ich damit schön hausieren gehen kann.

2. Jeder Mensch ist anders, jeder steckt die Dinge anders weg, und daß ich es nicht so toll weggesteckt habe wie alle anderen, bin ich halt offenbar einfach nur besonders schwach und besonders sensibel.

3. Jeder hat diese Dinge in der Schulzeit erlebt, und die anderen machen schließlich auch nicht so ein Gedöns darum. Andere werden sexuell genötigt und kriegen in die Brustwarzen gekniffen und haben dieselben Probleme gehabt, jeder hat das erlitten, nur ich bin halt einfach nur eine, die ein Gewese drum macht.

4. Ich werde mir vergeben, daß ich das so schlimm fand, und daß ich mich so schlimm aufgeführt habe, daß die anderen mich so blöd fanden, daß sie mich gemobbt haben. Immerhin war ich ja selbst schuld dran und sollte mir dafür vergeben. Denn es ist zwar ein Fehler, aber jeder macht halt Fehler. Es tut mir Leid, daß ich andere so angeklagt habe.

5. Es ist nur die Hauptsache, daß ICH das schlimm finde, auch wenn ich nahezu die einzige bin, ich muß halt ein dickeres Fell haben, wenn andere mir sagen, daß das doch gar nicht so schlimm sei. Es ist doch nicht so ein Drama, ganz alleine mit seiner Meinung dazustehen, das geht doch vielen so, und umso mehr solchen wie mir, die so verrückte Ansichten haben.

6. Das ist kein Trauma, das ist Mobbing, obwohl Frau Dr. Gro ja sagte, daß man niemandem absprechen oder zugestehen kann, was ein Trauma ist und was nicht, aber meines ist zumindest keines. Ist ja auch nicht so wichtig, wie es heißt, ob Trauma oder nicht. Denn wenn es so fraglich ist, daß es nur von meinem eigenen Empfinden abhängt, dann ist es wohl nicht traumatisch gewesen, sonst hätte man mir das ja eindeutiger beantworten können. Diese Antwort hätte ich schon nach meiner ersten Anfrage haben können. Klare Ansage!

7. Das Meiste war eh bloß zusammenphantasiert, weil mein Gedächtnis mir lauter Streiche spielt und mir was vorgaukelt. Das sagt Freud, und der muß es ja wissen, und das wird mir sicher auch ein Therapeut so sagen. Immerhin hat schon mal einer an meinen Erlebnissen gezweifelt.

8. Ich gehöre zum Psychologen, aber nicht, weil meine Erlebnisse objektiv so schlimm waren, sondern, weil ich nach so langer Zeit immer noch an solchen Lappalien zu knabbern habe, und das ist eindeutig ein Indiz dafür, daß mit mir was nicht stimmt, und man sollte DAS behandeln und nicht das vermeintliche Trauma, das nur harmlose Schulneckerein waren, die jeder mitmacht.

9. Ich sollte damit endlich abschließen, es einfach über Bord werfen und damit ENDE.

Wer mit zu diesen harten aber "herzlichen und liebevollen" Einsichten gratulieren möchte, kann das ja gerne noch tun.

Die geläuterte und geheilte Fuchsfanin

Ich bin Tierschützerin, mir tun die Kröten doch auch Leid, die ich schlucken muß!
Verfasst am: 07. 07. 12 [21:24]
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Xandria73
Beiträge: 282
Fuchsfan,

du bist mit dem nachstehenden NICHT gemeint!


an alle anderen,


MUSSTE DAS SEIN?

DA WILL JEMAND IN SEINEM SCHMERZ NUR MAL ERNST GENOMMEN WERDEN UND IHR MACHT SO EIN GESCHISS????

WAS SOLL DAS?

und

@ Frau Groh,

von einer Psychologin hätte ich mehr Fingerspitzengefühl erwartet.


----------------------------------------------------------------------------------

Man sollte alle Neulinge warnen:

Kommt ja nicht auf die Idee uns mit Problemen zu behelligen, dann zerpflücken wir euch und schauen mal ob ihr hier überhaupt so was schreiben dürft.


Echt Ätzend so was.

Xandria

In Trauer um Guido. Wir werden dich nie vergessen.
Verfasst am: 07. 07. 12 [22:01]
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Gelöschter Benutzer
Zornroeschen hat geschrieben:

Maggie_MyHandicap hat geschrieben:

Hallo Fuchsfan

Es wird Zeit, dass du dir selbst vergibst.
Du hast nichts falsch gemacht.
Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft auf deinem Weg. Ich bin mir sicher, dass du es schaffen kannst!

Liebe Grüsse


Hallo Maggie,

wie meinst Du das?

Was soll Fuchsfan sich selbst vergeben, wenn sie/er doch nichts falsch gemacht hat?
Verstehe ich nicht.

Liebe Grüße


Hallo Zornroeschen

Viele Personen, die gemobbt wurden, geben sich selbst die Schuld. Sie denken, sie hätten es verdient, sie hätten wohl etwas gemacht, das die anderen provoziert hätte. Das ist natürlich nicht so! Häufig ist den Betroffenen nicht klar, dass sie sich selbst die Schuld geben. Diese Schuld wird einem auch teils regelrecht eingeredet von den anderen: "Stell dich nicht so an, selbst schuld, wenn du so komisch bist, dass sie dich mobben" etc. Leider verhält es sich ganz ähnlich bei Vergewaltigungen: "Hab ich ihm Zeichen gegeben? Ich hab mich zu aufreizend angezogen.."
Für viele Betroffene ist es ein ganz wichtiger Schritt, sich zu sagen: "Ich habe nichts falsch gemacht, es war nicht meine Schuld." Vergeben ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, wird von den Betroffenen aber häufig als Akt der Selbstvergebung empfunden. Es ist wohl eher ein "sich nicht länger die Schuld geben".

Liebe Grüsse
Maggie


PS: Fuchsfan, ich habe dir eine PN geschickt.

Maggie
MyHandicap

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Wenn diese Antwort für Dich hilfreich war, bewerte bitte mit Hilfe des Zahlenstrahls oberhalb des Beitrags, wie weit Deine Frage beantwortet wurde. Sollte Dein Anliegen noch nicht gelöst sein, zögere bitte nicht, noch einmal nachzufragen!
Verfasst am: 09. 07. 12 [09:51]
Die Website für Menschen mit Behinderung und schwerer Krankheit / Community for disabled people