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Hilfe für Partner von geistig/psychisch Handicapierten

Topic Status: beantwortet

 » Partnerschaft & Sexualität
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Kleine91
Themenersteller
Beiträge: 3
Ist der Partner Angstpatient (äussert sich in Migräne), macht eine Konfrontation mit nicht erfüllten Erwartungen die Situation oft schlimmer. Dazu kommt ein teilweiser Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. Auch da kann keine betreuende Hilfe von Aussen beigezogen werden, oder? Das müsste dann ja eine Person sein, die sehr vertraut ist und regelmässig (mindestens Täglich) kontakt zum Klienten sucht und sich sein Kalender, sowie seine Notizen durchschaut.
Zudem bemängle ich die Erwartung der Gesellschaft. Wird man nach Schwierigkeiten in der Beziehung mit einer Habdicapierten Pression gefragt, lechtsen die Leute nach Schwierigkeiten, will man sie dann erzählen finden sie sie... Unnett, oder halten einen für sehr egoistisch.
Aber konkret stört mich am meisten, dass alles von mir kommen muss, weil er es doch wider vergisst oder vor Schmerzen nicht anwesend sein kann. Ich habe immer einen Plan mit und ohne ihm... Traurig, nicht?

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 03.08.2019 um 23:43.]
Verfasst am: 03. 08. 19 [23:42]
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eva2019
Beiträge: 369
Kleine91 hat geschrieben:

....Wird man nach Schwierigkeiten in der Beziehung mit einer Habdicapierten Pression gefragt, lechtsen die Leute nach Schwierigkeiten, will man sie dann erzählen finden sie sie... Unnett, oder halten einen für sehr egoistisch.
Aber konkret stört mich am meisten, dass alles von mir kommen muss, weil er es doch wider vergisst oder vor Schmerzen nicht anwesend sein kann. Ich habe immer einen Plan mit und ohne ihm... Traurig, nicht?
Hallo Kleine91,
Aus deiner Nachricht geht nicht hervor, ob der „Klient“ Dein Partner ist. Lebt er zu Hause, oder in einer Pflege-Einrichtung… Kommt da ein Pflegedienst vorbei? Dazu kann man dann auch nichts sagen. Da sind auch einige Buchstaben durcheinander…
Es reicht nicht immer, dass ich verstehe; andere sollen das auch verstehen, warum ich wie antworten werde. icon_wink.gif
lg
Verfasst am: 04. 08. 19 [07:04]
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Kleine91
Themenersteller
Beiträge: 3
Hey Eva

Bitte entschuldige, Buchstaben, Worte und die Autokorrektur sind leider oft gegen mich.

Ich habe diese Frage nach dem Lesen eines Artikel auf dieser Seite gestellt und war mir beim Verfassen nicht bewusst,dass die Frage ohne Zusammenhang zum Artikel erscheint.

Ja, er ist mein Partner. Wir wohnen mehrheitlich bei seinen Eltern, weil ich als Studentin und er mit IV eher begrenzte Möglichkeiten haben. Er ist Blitz gescheit, vergesslich und hat zwischen 2 und 6 Tagen die Woche Kopfschmerzen/Migräne. (Ja, die Familie ist auch sehr hilfsbereit und die Mutter über fürsorglich aber die Eltern sind auch nicht die richtigen für diese Art von Hilfe)
Im Artikel wurde einem geraten, "die Pflege" abzugeben, um als Partner agieren zu können.
Ich sehe in demfall aber keine Möglichkeit. Falls es doch so etwas gibt,würde ich mich freuen, davon zu hören.
Oder von anderen die die Situation auch kennen.

Liebe Grüsse
Verfasst am: 04. 08. 19 [17:56]
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eva2019
Beiträge: 369
Kleine91 hat geschrieben:

Bitte entschuldige, Buchstaben, Worte und die Autokorrektur sind leider oft gegen mich.
es gibt ja noch eine manuelle Korrektur icon_wink.gif

Hallo Kleine91,
ich hatte doch schon ein klares Bild, wollte aber von dir hören /lesen, dass der „Klient“ doch dein Partner ist. Also der Mann, in den du dich verliebt hast, für dem du dich entschieden hast, bis der Tod euch scheidet - also „in guten und in schlechten Zeiten“. Wo ist die Liebe geblieben, war sie jemals da? Liebe ist ja nicht vergänglich. Waren da andere Gründe vorrangig?
Wovon bestreitest du die Mietkosten, wenn du Studentin bist? Du musst mir darauf nicht antworten… aber denke darüber nach. Auch wenn ihr nicht verheiratet seid und ihr lebt in einem gemeinsamen Haushalt, so kann man von eheähnlichem Verhältnis sprechen; was sich sowohl auf Rechte wie auch auf Pflichten ausstreckt. Du kannst dich glücklich schätzen, wenn auch die Eltern noch hilfsbereit sind.

Ich nehme an, er hat keinen Pflegegrad und du bist einfach überfordert.
Gerade deswegen sollte man sachlich bleiben. Wenn du beide Arme hast, dann wird man dir mit recht Egoismus vorwerfen. Ja, es ist deine Aufgabe den Katheder auszuleeren, wenn er das nicht kann, oder du bezahlt Jemanden, der das tut. Er würde das Gleiche für dich machen, wenn es umgekehrt wäre. Wenn Dein Mann ein Pflegegrad hätte, dann könnte ja ein Pflegedienst beauftragt werden um dich zu entlasten, sei es, dass du berufstätig bist oder als Urlaubvertretung. Inwieweit er pflegebedürftig ist, kannst ja mit seinem Arzt besprechen. Natürlich musstest du dann von deinen Ansprüchen absehen: „soll eine Person sein, die …“ - darauf wird keine Rücksicht genommen. Da zählt dann nur, ob er seine Medikamente bekommen hat, ob er gegessen hat u.ä., da scherrt sich Niemand um Vertrauen und Gefühle. Erwarte nicht zu viel von anderen, sonst wirst du zu sehr enttäuscht.
Willkommen im Leben!
Verfasst am: 04. 08. 19 [21:45]
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Kleine91
Themenersteller
Beiträge: 3
Ich arbeite neben dem 100% studium um mich zu tragen. Und studiere um uns beide ein gutes Leben zu ermöglichen. Ich finde es nicht zu egoistisch, wenn man an seiner Seite manchmal gerne einen Partner hätte der einen entlastet anstelle eines Kindes. Jeder ist mal am limit wenn er 2 Leben koordiniert. Nicht? Oder sogar mit nur dem eigenen.
Ja, es ist liebe. Ich glaube sonst wäre es auch ihm gegenüber unfair die Beziehung aufrecht zu halten.
Verfasst am: 04. 08. 19 [22:21]
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idur65
Beiträge: 1713
Aber ja doch. Was aber machst du erst wenn du mal 50 bist?

Ich war 45 und habe meine Mutter neben meinem Job 20 Jahre (die letzten 5 Jahre mit Pflegedienstunterstützung) gepflegt.
Im Januar ist sie leider verstorben und ich bin seit 2 Jahren selber pflegebedürftig.

Mit 28 solltest du dein Studium eigentlich abgeschlossen haben. icon_wink.gif

Gruß idur

Wie man in den Wald ruft so schallt es zurück!
Verfasst am: 04. 08. 19 [23:49]
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little
Beiträge: 157
Hallo Kleine91,

wenn dein Freund eine Angststörung hat, wäre es wichtig, dass hier professionelle Hilfe eines (guten) Therapeuten hinzugezogen wird.
Zum euer beider Entlastung!
Im Gegensatz zu eva2019 sehe ich nicht, dass ein liebender Part quasi "mitkrank" leben muss, um seine Liebe nach Aussen vor allem zu zeigen!

Inbesondere bei psychischen Erkrankungen ist es wichtig, dass der gesunde Partner sich seine Auszeiten nimmt, in denen er als Mensch wahrgenommen werden und sich fühlen kann!
Sonst könntest du selbst mal erkranken oder womöglich könnte irgendwann, im Laufe der Erkrankung, inbesondere, wenn der Kranke nicht selber zur Genesung beiträgt, aus Liebe Abneigung oder gar Hass werden!

War er schon so krank, als ihr euch kennen gelernt habt?
Wie hat sich eure Partnerschaft so entwickelt? Er war ja sicherlich nicht von Anfang an wie ein "Kind", oder?

@idur
mit 28 studieren heisst ja nicht, dass sie direkt nach dem Abi anfangen konnte (Ausbildung? Wartesemester?) icon_wink.gif
Verfasst am: 05. 08. 19 [00:28]
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eva2019
Beiträge: 369
little hat geschrieben:

Hallo Kleine91,
...Im Gegensatz zu eva2019 sehe ich nicht, dass ein liebender Part quasi "mitkrank" leben muss,
Das habe ich auch nicht behauptet, so viel Fachmann bin ich schon (nicht mit dem Flachmann zu verwechseln!). Wenn man etwas nicht gerne macht, da wird man noch schneller krank. Ein kognitiv gesunder und stabiler Mensch wird allerdings durch äußere Einflüße nicht so schnell psychisch krank.


little hat geschrieben:
um seine Liebe nach Aussen vor allem zu zeigen!
wer sagt, dass sie sie nach außen zeigen muss.
Was sind schon die 3 kurze Worte: Ich liebe Dich. Das sagen auch die Partner, die fremdgehen. Der Liebe muss auch der Ausdruck verliehen werden – wie man sagt „die Taten folgen“. Ich hatte als Denkstütze auch geschrieben, dass der Mann das auch für sie gemacht hätte (?).


little hat geschrieben:
Inbesondere bei psychischen Erkrankungen ist es wichtig, dass der gesunde Partner sich seine Auszeiten nimmt, in denen er als Mensch wahrgenommen werden und sich fühlen kann!
Außerdem habe ich geschrieben, dass sie beim Arzt klären soll, ob er pflegebedürftig ist, dann hat sie natürlich bei Versorgung des Angehörigen auch das Recht auf die Urlaubsvertretung.


little hat geschrieben:
Sonst könntest du selbst mal erkranken oder womöglich könnte irgendwann, im Laufe der Erkrankung, inbesondere, wenn der Kranke nicht selber zur Genesung beiträgt, aus Liebe Abneigung oder gar Hass werden!
Sie ist auf dem besten Wege zu erkranken, wenn sie ihre Ängste, falsche Erwartungen und Ansprüche nicht in Frage stellt... Außerdem kann aus Liebe kein Hass werden, dass sind zwei vollkommen verschiedene und eigenständige Begriffe. Ein Liebender entwickelt Verständnis. Wenn nach deinen Worten aus Liebe Hass werden könnte, dann war es keine Liebe.


Na ja, hätte ich vielleicht auch die Autokorrektur anwerfen sollen icon_lol.gif damit ich nicht so mißverstanden wäre.
Verfasst am: 05. 08. 19 [12:08]
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tündi
Beiträge: 247
@ eva/idur: Kleine91 wohnt in der Schweiz, da gibt es keine Pflegegrade. Auch sonst ist einiges anders.
Hallo Kleine,
da Dein Partner ja IV-Rente unter anderem auch aufgrund einer psychischen Erkrankung bekommt, ist er sicher auch in psychiatrischer/psychologischer Behandlung. (Macht ja die IV oft zur Bedingung.) Wenn Ihr beide so sehr belastet seid, dürfte es eigentlich nicht so schwer sein, Unterstützung durch eine psychiatrische Spitex zu bekommen. Ich kenne viele, die sind super und ersetzen fast einen Psychotherapeuten - arbeiten durchaus auch mit diesem zusammen. Einen täglichen Termin könnt ihr sicher nicht bekommen, aber 2-3 mal die Woche. Ich würde die psychiatrische einer "normalen" Spitex vorziehen, da diese Erfahrung mit psychischen Erkrankungen haben.
Ja und zu Deinen Erwartungen an die Gesellschaft: wer ist die Gesellschaft, dass bist doch Du, ich, die Nachbarn, Freunde, Bekannte, Unbekannte. Da trifft jeder für sich die Entscheidung, ob er jemanden helfen/unterstützen will oder nicht. Du, als Teil der Gesellschaft, hast Dich bei Deinem Partner dafür entschieden. Aber ob andere Euch da auch helfen und unterstützen wollen, ist jeweils deren eigene Sache. Gegen Enttäuschung, weil die Gesellschaft Dir nichts abnimmt, hilft nur Erwartungen zurückzuschrauben. Gleichzeitig gibt es viele sehr hilfbereite Menschen und viele machen den Fehler, den Hilfebedarf nicht auszusprechen - Dir läuft kein Sprechband über die Stirn, wo der andere Lesen kann, dass Du Hilfe möchtest. Ist natürlich auch etwas Zufall ob man auf hilfsbereite Menschen trifft.
Aber es gibt ja auch professionelle organisierte Hilfe - dass kann einem natürlich zu wenig vorkommen, aber die üben eben Ihren Beruf aus.
Noch ein spontaner Einfall - wenn jemand aufgrund einer psychischen Erkrankung IV-Rente bekommt, ist er schon sehr betroffen. ABER manchmal neigt man - vor allem auch als liebender Partner - dazu, dem Betroffenen zuviel Verantwortung - auch für sich selbst - abzunehmen. Naja, hilfreich ist es nicht, wenn die Eltern überfürsorglich sind.
Bemüh Dich um eine psychiatrische Spitex - ist natürlich auch etwas Glücksache, aber ich kenne so viele, die wirklich Positives bewirken.
Alles Gute
Tündi
Verfasst am: 05. 08. 19 [13:57]
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eva2019
Beiträge: 369
Sorry, hab´ ich übersehen.
Danke, tündi, du hast das auf den Punkt gebracht icon_smile.gif
lg
Verfasst am: 05. 08. 19 [15:54]
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